"We are, who we are, because of what we learn and what we remember."
Samstag, 13. Juli 2013
Der Scheideweg
Welch Todessehnsucht hab ich in deinen Augen entdeckt, und wie zog mich eben diese Sehnsucht in ihren Bann, weil sich die meine in ihr erkannte, sich wie im Spiegel sah. Wenn du mich anlächelst, seh ich mich an. Ich erkenne die Schönheit meiner Seele, denn wär sie unschön, wie könnt sie solch Schönheit zu sehen bekommen? Seh ich solch Abbild meines Herzens in die Wirklichkeit projiziert, so bin ich am Scheideweg angelangt. Ich kann nun entscheiden, dem Abbild zu folgen und keinen Schritt mehr aus freiem Willen zu gehen, oder ich sauge es in mich auf, in dem Wissen, dass es in mir weiterlebt und zu mir wird, und ich's nur auf diese Weise wahrlich zu fassen kriege. Denn nur, wenn ich Verzicht tue, auf des Abbildes Anwesenheit, ist mir der Gott ein Nichts, ja, ein Wille bloß. Nur durch die Aufgabe kann ich mir etwas zueigen machen, so wie ich es wünsche, nämlich, dass es zu mir werde. Wird es das, so können wir uns nachher in zwei Hälften teilen. Dann ist uns nichts fremd, was den anderen angeht. Ich bin das Abbild und ich zu gleichen Teilen. Zwischen uns kann es keine Geheimnisse mehr geben, weil ich alles fühle und jeden Gedanken als den meinen empfinde. So können wir beisammen sein, wo immer wir sind. Dann bin ich bei meinem Kind, und du bei deinem und doch sind wir unseren Liebsten ebenso verwandt. Ohne dich, wär ich nicht ich. Ach, wie inniglich, liebt sie dich! und kann es nicht begreifen. All ihr Hass, wird sich in Liebe verkehren. Energie ist nur das Eingangstor, nur der Anfang. Du aber, Alpha, bist das Ende, das Omega!
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