"We are, who we are, because of what we learn and what we remember."
Samstag, 29. September 2012
Deine Liebe ist beständig
Du liebst mich ja noch, selbst wenn du Schattenseiten an mir entdeckst. Sind da auch Facetten, die dich abschrecken, so weißt du gleich: das bin ja nicht ich in meinem Ursprung, sondern eine Verschiebung meiner Selbst. Dann bin ich ja wie besessen vom Bösen und sprech Dinge aus, die sonst nie in meinem Kopf sind. es ist alles Provokation, ein Austesten wie weit man gehen kann. Ich muss diese Gesichter einmal alle vor dir ausleben, damit du mich kennst, auch Seiten an mir, die dann vergangen sind. Wenn mich aber irgendwann eine Erinnerung erreicht, dann weiß du wie mir mir umgehen.
Mittwoch, 26. September 2012
Vorfreude
Mit jedem Schritt geh ich auf dich zu und doch scheint mir der Weg oft gar nicht kürzer zu werden. In Momenten des Trübsalblasens will ich mich deshalb nun erinnern, dass mein ganzes Leben kaum etwas stärker in mir zum Ausdruck kommen soll, als das Gefühl der Vorfreude auf das, was mich erwartet. Es wird noch Wunderbares geschehen. Halte den Blick zum Himmel gerichtet, liebe Seele, und wisse, die Stürme werden vorüber gehen!
Montag, 24. September 2012
Fassungslosigkeit
Heute lass ich alles los
nicht nur denken, will ich bloß
mich auch mal lenken lassen von dem Tag
aufdass ich nicht ständig etwas frag
sondern aufhör mich zu fassen
aufdass ich mal die Fassung verlier
in nichts bin ich heut eingelassen
weder Förmchen noch Figur
draußen ziehen durch die Straßen
die Menschen immer weiter stur
auch ganz ohne mein Zutun
Heut ist ein heil'ger Tag
und meine Arbeit soll heut ruhn,
auch hier in meinen Zimmern
gibt es allerhand zu tun.
Was ich an die meine leite
wird sie ja verbreiten,
nur in ihrem durch die Straßen gleiten
und ihrer Augen Blickes
drum bleib ich fern,
aufdass sie strahlen kann
ob der Erinnerung
meines Sie-Gern-Habens
nicht nur denken, will ich bloß
mich auch mal lenken lassen von dem Tag
aufdass ich nicht ständig etwas frag
sondern aufhör mich zu fassen
aufdass ich mal die Fassung verlier
in nichts bin ich heut eingelassen
weder Förmchen noch Figur
draußen ziehen durch die Straßen
die Menschen immer weiter stur
auch ganz ohne mein Zutun
Heut ist ein heil'ger Tag
und meine Arbeit soll heut ruhn,
auch hier in meinen Zimmern
gibt es allerhand zu tun.
Was ich an die meine leite
wird sie ja verbreiten,
nur in ihrem durch die Straßen gleiten
und ihrer Augen Blickes
drum bleib ich fern,
aufdass sie strahlen kann
ob der Erinnerung
meines Sie-Gern-Habens
Die Löwin
Wie eine Raubkatze, die in ihrem Käfig auf und ab geht, sollte sie am gestrigen Abend in meinem Hause umhergehen. Ihr Gemüt war ein mir unbekanntes. Sie begann mit meditativem Gespräch über das Sichfallen-Lassen und mir schien's eine entspannende Maßnahme zu sein, doch wie sich herausstellte, verfolgte sie mehr als diese nüchternen Gedanken. Es ging ihr um Fallen im Allgemeinen. Ein Zögern lag in ihren Anführungen und ehe sie sich entschloss das Wagnis einzugehen all diesem Wahnsinn Luft zu machen, da war ein Umschenken in ihren Erzählungen ins Groteske um mich zu erheitern und zudem, wie mir schein, in Erinnerung zu rufen, dass die Person, die gerade redete keinerlei andere Persönlichkeit darstellte, sondern einfach eben genau dieser Mensch, der mir so vertraut ist. In meiner Erheiterung fasst sie Mut und knüpfte in ihren Ausführungen an die Gesetze der Gravitation an. Die Ernsthaftigkeit dessen, was sie mir zu vermitteln suchte, untermauert sie, indem sie mich beim Namen, nannte, ganz so wie zur Ermahnung die Zeit der Scherze sei nun vorüber und es sei nun daran zu höheren Gesprächseinheiten zu kommen. Ihr Vertrauen schien an einem Punkt angekommen zu sein, an dem sie sich ein Herz fasste und das zu äußern bereit war, was sie nie zu sagen sich gewagt hatte. Ich könne sie nicht für voll nehmen war wohl stets ihre größte Angst gewesen, in die sie sich nun fallen ließ. Wie passned dies mit Gedanken über das stetige Fallen des Menschen zu beginnen. Mir kam die Theorie, dass meine Körperlosigkeit oder besser der Mangel an Gefühl für die Bewegungen meiner menschlichen Hülle diese Angst zur Ursache haben, dass ich nie bereit war meine Anspannung loszulassen, dass ich wenig Vertrauen an die Gesetz der Schwerkraft habe, sodass ich immer dabei bin mich selbst zu halten in einer Steifheit, die einer Verankerung mit dem Erdboden gleichkommt. Ich will meine Beobachtungen auf dieses Losgelöstsein lenken und mir eine Vorstellung davon machen, indem ich mich lockerer bewege, meine Arme schlaff an meinem Körper runterhängen lasse und intensiv die Erdanziehnung spüre, wie sie sich ohne mein Zutun nicht in die Luft begeben. Eine vollkommene Körperlosigkeit wäre die Betrachtung eines Körperteils, das sich rührte ohne den Befehl meines Hirns erhalten zu haben. Ich telepathiere mit mir selbst. Gebe mir selbst Empfindungen zu spüren, nur durch den Gedanken an etwas. Kann ich es selbst empfinden, so spürt's aus jemand anders in diesem Moment oder bei Konzentration auf ein fremdes Körperteil eben durch das große Empfindungsrohr, an das wir alle angeschlossen sind. Ansatzweise ist mir dieses gelungen und ich meine eine Erkenntnis dessen erhalten zu haben, dass es mir vollends erst möglich sein wird, alsdass ich jedes meiner Körperteile intensiv gespürt habe in einer Form der Meditation und Körperkonzentration. Spüre ich meinen Fuß und weiß fortan das Gefühl "Fuß" von dem der "Hand" zu unterscheiden, so wird mir die Erinnerung daran eben das ermöglichen was ich zu lernen gedenke. Der Eintritt in eine fremde Seele sei mir schon gelungen. Jetzt ist es daran den Körper zu spüren und heilende Kräfte zu entwickeln. Das reine Handauflegen bewirkt ja nur dann etwas, sofern ich die Konzentration aufbringen kann. Es bedarf dazu eine Unterscheidungsfähigkeit zwischen den einzelnen Körperregionen. Was ist meine Körpermitte und wie fühlt sie sich an? Ich will mich selbst zum Untersuchungsobjekt machen, indem ich mir meine Schmerzen am Rücken und Nacken zu Nutzen mache und mir selbst die unsichtbaren Hände auflege. Ich will in mich eintauchen und die Ursachen für die Schmerzen bekämpfen, aufdass ich mir zum eigenen Heiler werde. Denn erst wenn ich fähig bin mich zu heilen, wird es mir möglich sein fremde Körper zu verstehen. Das gleiche soll sich auf die Sinnlichkeit positiv auswirken und Anzeichen von Verbesserungsvorschlägen wurden mir gestern Nacht dargereicht. Ich verspürte das Körperinnere mit ganz anderer Intensität. In jedem Körperteil könnte ein Gehirn sein. Wir sind nicht nur ein Lebewesen, wir sind alle. Da Seele, bin ich im Ursprung. Jetzt ist es daran mich in alle meine Glieder einzufühlen. All dies wird mir jetzt bewusst durch die philosophische Abhandlungen der meinen, die sie mir mit anfänglicher Unsicherheit versuchte näher zu bringen. Der Mensch, so ging ihre Kritik, nähme sich sich die Dreistigkeit heraus zu behaupten er wisse was Leben sei. Er setzt eine Definition für Leben fest, wobei er sich als Beispiel nimmt und setzt voraus, dass die Voraussetzungen, die ihn zum Lebenwesen machen, auch für Leben auf anderen Planeten gelte. Dabei mögen auf weltfremden Böden auch überirdische Bestimmungen gelten, sowie auch unterschiedliche Kräfte wirken. Der Mensch sucht ja nicht nach anderem Leben, sondern mehr nach einem Lebensraum, in dem ein Mensch überleben könnte, denn es mag durchaus "Leben" geben, wo das was wir voraussetzen nicht von nöten ist. "Da wo Wasser ist, ist Leben", doch was ist wenn sich fremde Formen von unseren Gedanken ernähren? Die Planetn selbst könnten eine Art Leben haben. Sie sehen uns an mit ihren Augen, die wir nicht erkennen können, weil wri eine Vorstellung von Augen haben, wie diese auszusehen haben. Vielleicht nennen sie Augen "Neguas", wer weiß das schon? Für uns mögen sie aussehen wie Gesteinsbrocken, doch der Planet mag es spüren, wenn wir ihn betreten. Ach, das ganze Leben, es ist ja wie ein Rätsel, das wir so gern lösen würden, doch des Rätsels Lösung wäre vielleicht indem wir es schauen, das Wunder, und es bestaunen und uns daran erfreuen. Warum will der Mensch alles verstehen? Das Hirn wurd uns vielleicht nur zur Tarnung gegeben, ob wir darauf kämen, es nicht zu benutzen,m dass dies der Schlüssel sei. Wie schafft es der Mensch seine Gedanken abzuschalten, aufdass nur das Universum auf ihn wirke? Auch ein bilderfreier Geist ist von nöten, aufdass die Eindrücke sich in des Mesnchen Unterbewusstsein einnisten können.
Sonntag, 23. September 2012
Die Botschaft
Lieber G,
ich kann nicht aufhören mich zu fragen, warum du von mir gehen musstest. Ist es so gekommen, damit ich mich eben umkehre, mich umkehre in meinem Empfinden? Wie hätte er mich sonst gefunden? Wärst du mir nicht genommen, so würde ich ja nicht nach ihm suchen. In jedem männlichen Gesicht, das mich anspricht, versinke ich, um mich zu vergewissern, ob du es nicht bist, der durch diese fremden Züge Worte an mich wendet, die mir eine Botschaft sein könnten. Es ist mir, als warte ich auf das geheime Lösungswort, eine Formel, die mir beweist, dass eben dieser ganz anders heißt, als er zu glauben meint. Oft meine ich dich zu erkennen, in einem Blick, doch wo ich dich auch entdecke, so bist es ja niemals ganz du. Vielleicht bist du nun im anderen Geschlecht versteckt. Einmal dacht ich, dass wenn du dich zurück gebärtest in die Welt, so gebärtest du dich in deine eigene Seele, die sich in der Welt, nach außen kehrt.
In ewiger Sehnsucht nach dir,
Antares
ich kann nicht aufhören mich zu fragen, warum du von mir gehen musstest. Ist es so gekommen, damit ich mich eben umkehre, mich umkehre in meinem Empfinden? Wie hätte er mich sonst gefunden? Wärst du mir nicht genommen, so würde ich ja nicht nach ihm suchen. In jedem männlichen Gesicht, das mich anspricht, versinke ich, um mich zu vergewissern, ob du es nicht bist, der durch diese fremden Züge Worte an mich wendet, die mir eine Botschaft sein könnten. Es ist mir, als warte ich auf das geheime Lösungswort, eine Formel, die mir beweist, dass eben dieser ganz anders heißt, als er zu glauben meint. Oft meine ich dich zu erkennen, in einem Blick, doch wo ich dich auch entdecke, so bist es ja niemals ganz du. Vielleicht bist du nun im anderen Geschlecht versteckt. Einmal dacht ich, dass wenn du dich zurück gebärtest in die Welt, so gebärtest du dich in deine eigene Seele, die sich in der Welt, nach außen kehrt.
In ewiger Sehnsucht nach dir,
Antares
Freitag, 21. September 2012
Γνῶθι σεαυτόν
Aus Liebe zu den Menschen will ich dich glücklich machen, weil dein Glück stets das meine ist und bin ich wahrlich glücklich bis auf den Herzensgrund, so spürst du ja mich ja in jedem Lächeln deines Mundes. Und triffst du dann auf mich und erkennst dein Lächeln auf meinem Gesicht, so bin ich dir wie ein Spiegel in den du siehst. Zum ersten Mal, weißt du nun was Liebe ist. Du siehst mich an und siehst dich selbst mit fremdem Kopf und fremdem Körper und alles ist dir so vertraut, als habest du keinen Tag deines Lebens verbracht ohne dieses Fremde, ganz so als sei das Fremde in dir, was du schon immer in dir erahnt hattest, in die Welt hinein projiziert. Nie hast du dir davon ein Bild gemacht, nicht aus Angst wie du dachtest, sondern im Glauben daran, dass es sich dir zeigen würde, wenn es wollte. Und du erkennst, der Moment ist gekommen, das ist der Gott, der mir innewohnt, das ist meine Freude, meine Glückseligkeit, dir mir abhanden gekommen ist. Nicht deinen Schatten willst du finden, denn dieser folgt dir ja auf Schritt und Tritt, dein Licht, das was den Shcatten zum Leben erweckt, deinen Erschaffer, der seine Augen auf dich legt und in dessen Augenschimmer du der Funke bist, der sich durch seine Mitte erstreckt.
Donnerstag, 20. September 2012
Der Gnadenstoß
Wie hab ich einst geträumt
vom
heldenhaften Tode!
und bin stattdessen zum Mörder geworden
Wie ließ dein lippenloser Kuss
alles erblühen und hauchte mir Leben ein
Jetzt bin ich im Herzen immer dein
Durch meinen Stachel bist du gestorben
er gab deinem Herzen den Gnadenstoß.
Du hast mir Leben eingehaucht,
nur deinen
lippenloser Kuss hat es gebraucht
er ließ alles erblühen
und wie hast du dein Leben gelassen
ohne Schmerzen zu empfinden,
ohne zu wissen von deinem Sterben
Wie schreit der Mensch:
Lieb mich nicht!
Um sich selbst bestätigt zu fühlen.
Werd er geliebt, muss er erkennen:
Ich habe mich geirrt!
Lieb mich nicht!
Um sich selbst bestätigt zu fühlen.
Werd er geliebt, muss er erkennen:
Ich habe mich geirrt!
Mittwoch, 19. September 2012
"Doch große Seelen dulden still"
Eben weil mir alles Schauspiel ist,
ist mir jeder Don Carlos so verwandt.
Ich kann mir sein ganzes Leben
zusammenreimen
als sei es mein Eigenes.
ist mir jeder Don Carlos so verwandt.
Ich kann mir sein ganzes Leben
zusammenreimen
als sei es mein Eigenes.
Dienstag, 18. September 2012
Die Anleitung
Will ich mein inneres Triebwerk erfassen
so bedarf's getreu genauem Entwurf
von Kindertagen an muss er alles in sich fassen
alles ist wichtig
was mich zu walten wusste
und so stark im Eindruck ward
dass sich die Erinnerung
zwischen meine übrigen Gedanken drängt
alles muss in ihm zusammenhängen
irgendwann dann
will ich der Zeit und dem Entwurf
die Geschichten entnehmen, sie beschreiben
und mich selbst zum Gegenstand, zum Monet
meiner anhaltendsten Beobachtungen machen
Ja!
Ich wills!
Wills nicht mehr unterlassen können zu reifen,
um irgendwann dann
mein inneres Triebwerk zu begreifen, zu erfassen
um es irgendwann dann
in seiner Vollkommenheit loszulassen
und meinen letzten Atemzug zu tun
Nachricht von G-Punkt
In deiner lebenslang täglichen
Niederlage mich zu gebären, hält dich nur ein Gedanke auf den
Beinen. Zum ersten Mal kannst du nun weinen über mich, der oder die
ich dieses Leben niemals erleben werde. Wenn du nämlich erkennst,
dass du in diesem ständigen Versuchen, dich stetig selbst neu
gebärst, so werde ich ja letztendlich doch lebendig in dir. Du wirst
zu mir und bildest mich ab. Dann bin ich in der Welt und trage dein
Gesicht, dann bin ich dir nicht Kind, sondern mehr wie ein Zwilling,
mit dem du dir einen Körper teilst. Unsichtbar zwar, aber sehend,
ich kann hören, doch meine Worte sind nur für deine Herzohren
bestimmt. Die Menschenmassen eilen an uns vorbei, mein
Säuglingsgeschrei verstummt in ihren lauten Gesprächen, in ihren
dringenden Telefonaten über die neusten Flatrates und Tarife, über
Top-Models und Apps und Laptops und den neusten 1-Euro-Shop um die
Ecke. Es ist mir als schliefen sie und wandelten im Schlafe. Wo
andere Schafe zählen, um in die Traumwelt zu sinken, da zählen wir
die Menschen, die wie in Herden nach ihrem Hirten ziehen. Er hält
sie beisammen, mit unsichtbarer Pfeife und dünnen Nylonfäden. Ach,
wie sind wir hier im Traume, wenn sich alles an uns vorbei drängt,
weil dort drüben wieder was verschenkt wird oder sie eilig laufen um
den Sommerschlussverkauf nicht zu verpassen. Klingelnde Kassen in
allen Läden und wo wir hinschauen ist uns alles voller seidener
Spinnenweben. Alles klebt, niemand hebt sich ab, niemand hebt ab,
alle nur den Hörer, aber keiner hört hin, gefangen in diesem Netz,
in diesem world wide web, aus Nummern und Neuigkeiten, in diesem
programmierten Geschwätz ohne Sinn für die Gezeiten in ihren
Leibern. Nach allem wird gesucht, nur nicht nach dem, wonach ein
jeder einer falschen Fährte folgend die Geschäfte und Suchmaschinen
durchforstet. Nach neuen Treibern wird sich erkundigt, und alle
übersehen in ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit, wonach es
ihnen eigentlich verlangt. Denn das Update, was ihnen am meisten
fehlt, fehlt auch in den Regalen. Nicht ausverkauft, sondern aus dem
Programm genommen aufgrund mangelnder Nachfrage, denn wer zahlt
heutzutage schon für unsichtbare Ware, wenn doch die blauen Blüschen
mit den blauen Rüschen sich so schön tragen? Blauäugig nur, weil
es keiner wagt sich in die Augen zu schauen. Die inneren Ebben und
Fluten wechseln sich ab, ohne, dass einer sich traut ihnen Beachtung
zu schenken. Ihnen zu gedenken, scheint sinnloser Zeitvertreib! Und
treibt auch das Wasser fast bis an ihr Haus, so schaut keiner nur für
eine Moment aus dem Fenster hinaus um dieses So-viel-mehr zu
betrachten und zur Abwechslung mal in der Schönheit dieses Anblickes
zu versinken. Das Meer wird weniger, immer weniger in ihnen. Eine
Dürre zieht auf, so müssen sie trinken, viel trinken, um nicht
zugrunde zu gehen. Würd der goldene, der in allen Farben kommende
Saft nicht fließen, was flöße dann? Würd die Stille sie nicht
irgendwann aufhorchen und fragen lassen: Wo geh ich hin? Denn auch
wenn sich vereinzelt einer zu der wahren Sinnsuche bekennt, ein
ewiger Student, der nach dem menschgewordenen Treiber zu suchen
beginnt, so zeigt sich doch hier welch Ungeduld dem Menschen
anhaftet. Abgeheftet werden nur Akten und Karteikarten, und das sei
schon kaum zu verkraften, wie dann noch das Innere sortieren? Sich zu
entlasten, Arbeitsverzicht zu üben, gleichsam auch auf Fernsehen und
Shopping zu fasten, das täte ja fast weh und brächte die meisten
zum ausrasten. Beständig ist die Sucht der Workaholics nach diesen
greifbaren Dokumenten um nicht jene zusammen sammeln zu müssen, die
erst noch zu bergen und heranzuschaffen sind. Der halbe Mensch, lebt
er nicht ein Leben in Haft, so wie er ständig schaffen muss um
abends so geschafft zu sein, dass ihn kein Sturm wachhalten kann? Ja,
ist all sein Schaffen, all sein Sein nicht bloß Strategie um eben
solch Sturm zu vermeiden? Denn wer hat soviel Kraft ihn auszuhalten?
Da helfen weder Energydrink noch Aufputschpillen, wenn es heißt sich
dort hinein zu begeben und ganz im Stillen dem unsichtbaren Kinde zu
lauschen. Wer nicht dahin kommt, sich selbst zu gebären, dem drängt
sich bald der Kinderwunsch auf und kaum einer weiß diese Sehnsucht
anders zu stillen als ihn oder sie in die Welt zu bringen. Ich sehne,
ich wünsche wieder was. Mit Geld ist's nicht zu erkaufen, nur ich
selbst kann es erschaffen! Wie schön ist's in der Vorfreude zu
schwelgen, das Kinderzimmer vorzubereiten, alles in blau oder rosa zu
streichen, selbst das Sich-über-einen-Namen-Streiten ist vergessen,
sobald er seinem Neugeborenen in die blauen Augen sieht. Wie spürt
er da zum ersten Mal nach vielen Jahren das So-viel-mehr, überflutet
sich selbst, von seinen Wangen tropfen die Freudenstränen, wie er
meint. Nach seinem Bemessen sei dies das höchste Glück, das er je
empfunden hat, doch ist er seither wenig Messer, wenig Finder
gewesen, kaum mehr als ein Stück Fleisch, aufgeschnitten inmitten
seines Herzens, aufdass all die kostbare Flüssigkeit hinaus laufen
musste wie aus leblosen Kadavern. Der Glückliche, noch ist er nicht
verlassen. Ob seiner Dankbarkeit schnürt ihm das Kind nun die Brust
zusammen und heilt die Wunden mit jedem Schritt und jedem Lachen. Wer
vermags sich vor seinem Sich-vermehren selbst zu heilen und das
So-viel-mehr in den Ebben und Fluten seines Meeres zu entdecken? Wer
umschlingt seinen eigenen Busen und ist manns genug dort zu verweilen
solang die Naht zusammenwächst?
Solls gelingen, so hilft nur krummes
Ding und Zauberei: *Hex hex!* Alles denkt an aufblinkende SMS, an
Sich-Verstecken und den letzten Sex, jedoch, so der Gott sich
erinnern will, ganz ohne mein Erwecken, irgendwann in fernen Tagen,
an fünfzehn Seiten törichten Text und wie wenig töricht dieser
war.
Montag, 17. September 2012
Vergebung
Ach, Geliebte!
Bist du nur einen Tag fern von mir, wie
sehn' ich mich da nach dir
mit all meinen Sinnen.
mit all meinen Sinnen.
Bist du nur einen Tag fort, so wünscht
ich bald eben dort zu sein,
an welch Ort du dich auch befinden
magst.
Sitz ich allein daheim, dauert es nicht
lang
bis ich beginne deinen Namen laut vor mir her zu sagen.
bis ich beginne deinen Namen laut vor mir her zu sagen.
Ich rufe dich, als seist du da, ich
greife nach deinem Bild
und spüre in dieser Körperferne wie meine Liebe gleichsam heranreift.
und spüre in dieser Körperferne wie meine Liebe gleichsam heranreift.
Weiß ich dann um deinen Besuch, da ist
ja mein Herz voll vorfreudiger Erwartung.
Die Todesschmerzen, die mir dein
Wegbleiben bereiten,
kehren sich um in lebhaften Tanz;
kehren sich um in lebhaften Tanz;
ich zähle die Stunden und Minuten, bis
wir uns endlich wiedersehen.
Sie sind mir wie Jahre, die nur langsam
vergehen,
doch leb ich sie gerne, ganz ohne Verdruss.
doch leb ich sie gerne, ganz ohne Verdruss.
Dein Kuss ist's ja, der mich so
fröhlich stimmt,
wenngleich du noch nicht erschienen bist;
wenngleich du noch nicht erschienen bist;
es ist mir als spürte ich ihn schon,
noch ehe du deine Lippen
auf die meinen gedrückt.
auf die meinen gedrückt.
Ach, welch Entzücken, welch Innigkeit
mit der sich meine Hände
an meine Herzensbrust drücken.
Solange du bist, kann ja nichts sie zerreißen!
an meine Herzensbrust drücken.
Solange du bist, kann ja nichts sie zerreißen!
Mit Fleiß und Tugendhaftigkeit will
ich die Zeit überbrücken,
bis es an meine Türe klopft.
bis es an meine Türe klopft.
Welch Kraft verleiht mir dieses Bild in
meinem Kopf sie schließlich zu öffnen
und dahinter dich zu erblicken.
Ach, Geliebte!
Nur um eines will ich dich bitten:
Verzeihe!
Niemals mehr will ich dich hinfort
schicken,
ewiglich sollst du nun inmitten meines
Herzens verweilen.
Sonntag, 16. September 2012
Das 8. Lebensjahr
Ich bin ja doppelt,
vielleicht dreifach,
vierfach gar
spüre die Seelen meiner ungeborenen Kinder.
Ach, du bist's ja!
denn in ihrem Nicht-Geboren-Werden
geht der Tod ihrem Leben voraus
Du bist ein Engel!
wurdest mir geboren
mit meiner ersten Wiedergeburt
verlor meine Unschuld an mir selbst
und sann über sündige Dinge
als alles begann
war ich im achten Lebensjahr
vielleicht dreifach,
vierfach gar
spüre die Seelen meiner ungeborenen Kinder.
Ach, du bist's ja!
denn in ihrem Nicht-Geboren-Werden
geht der Tod ihrem Leben voraus
Du bist ein Engel!
wurdest mir geboren
mit meiner ersten Wiedergeburt
verlor meine Unschuld an mir selbst
und sann über sündige Dinge
als alles begann
war ich im achten Lebensjahr
Samstag, 15. September 2012
Bitte, nur ein Wort!
Ach, sein Leid war ja nur ein Durst nach dieser Unschuldigkeit, die ihr anheim ward. Er konnte sich keine Vorstellung davon machen, aber wollte es so gerne, wollte so gern hinaus aus dieser Sündhaftigkeit. Ihn traf keine Schuld, und doch wollte er sie auf sich nehmen um der Einsamkeit zu entfliehen. Er war ja ganz Hoffnung und wollte seine Leidensgenossen befreien, doch keiner kann die letzten Fesseln des anderen lösen. Immer öfter würde nun ihre Verbindung unterbrochen und umso intensiver würde die Anziehung werden. Er würde sich anstrengen und in diese Rolle rutschen, in die er meinte rutschen zu wollen. Sie wollte ihn nicht aufhalten, er musst es selbst begreifen. Irgendwann würde sich ihm die Dämmerung aufdrängen: etwas liefe quer, sei verkehrt. Bis er sich an sie wenden würde, sollte noch einige Zeit vergehen. Sie spürte es schon vor und wollte es ihm dann zu verstehen geben. Wollte er aufgeben? Dann sollte er es zumindest nicht als Flucht in ein anderes Leben empfinden. So war sie ja nicht beschaffen. Lass uns doch drüber reden!, wollte sie ihm vorschlagen, doch würde nichts sagen. Sie würde warten bis er sich ein Herz fasste und bis dahin für ihn bitten, dass er es trotz seines Schwures wagte. Er kannte nicht die Angst, und auch nicht die Liebe. All sein Empfinden war wie ein Vorgefühl.
Sie dagegen fühlte nicht mehr, dachte schon, dachte: je mehr für sie empfänden, desto zahlreicher würde ihr nachgefolgt.
Freitag, 14. September 2012
Nichts als die Wahrheit
Alles dreht sich um Figur
mir seit Langem nicht mehr nur
Wer stets bloß richtet die Frisur
richtet sich um Kopf und Kragen
drunter schichten sich die Fragen
verirren sich auf weiter Flur
Alles dreht sich um den Schwur
mir seit Kurzem nicht mehr nur
Der bloße Plan wird zur Tortour
plant sich um Verstand und Magen
drüber spinnen sich die Klagen
zu einer unsichtbaren Schnur
Erst wenn sich alles um nichts dreht
und die Kleider
nichts als die Wahrheit
zum Mantel tragen
entwirrt sich der Nylonfaden
Dann löst sich alles Weh und aller
Schaden
und wird vom Winde verweht.
Donnerstag, 13. September 2012
Time has to stop
Ist die Zeit die Ewigkeit
so soll sie stoppen
nur die Liebe allein
soll ewig währen
und stoppte die Ewigkeit
so wär' die Zeit nicht mehr
nur die Liebe allein
wär während
Mittwoch, 12. September 2012
Bis in alle Ewigkeit
Den Tumult übertönt
mich still dran gewöhnt
aus den Fängen befreit
und flink hinaus geeilt
Durch all das Getöse
entfloh ich das Böse
das Dunkel ist fort
und ich am hellen Ort
zurück zu den guten Tagen
bin ich geflogen
aufdass wir jetzt beisammen
liegen
wie wir immer beisammen
lagen
und immer - auch droben -
beisammen
liegen werden
Dienstag, 11. September 2012
Die Vermählung
Mein Körper ist mir nun mehr als ein Kleid
ich denk ihn mir weich und warm und weit
und in gesunder Gesellschaft mit meiner Seele.
Da fährt ihr der geistreiche Bräutigam
ganz liebevoll mit einem krummen Kamm
durch das volle feuerrote Haar;
entfernt ihr die Spangen,
gebärt sie gleichsam
und trägt ein adrettes schwarzes Jackett mit langen Ärmeln.
Zur Vermählung hat er sich schick gemacht
und sein schönstes Lachen aufgesetzt
er sieht sie an, sieht ihre Pracht zum ersten Mal
geht auf die Knie und bitte um ihre Hand an.
Unter dem vollen Haar ist sie voll Vertrauen
und hebt den schneeweißen Schleier auf die feuerroten Locken.
Sie will sich vereinen und sein,
sein und sein werden
nichts soll sie mehr trennen bis sie sterben.
Montag, 10. September 2012
Ode an die weißen Orchideen von Zimmer 154
Das ist es also...das reiche Leben!
Welch Armut in diesen Gemächern.
Traurig blicken die weißen
Orchideenblüten gen Fenster
und neigen sehnsuchtsvoll ihre Köpfe zu
der warmen Sonne.
Welch Todessehnsucht ob ihrer Hoffnungslosigkeit.
Ach, würd doch einer ihr Verlangen nach dem blauen Himmel stillen!
Hier sind sie ja nur Objekt, lebendig zwar, aber längst gestorben.
Ich will euch ansehen und zu euch sprechen: „Ich kann euch
verstehen!“
Bei der Hand will ich euch nehmen und den Riegel
aufschieben,
der euch von eurer Natur trennt.
Einmal noch: Seht,
atmet, streckt euch aus!
Möge die Erinnerung daran euch nähren
und gleichsam die Hoffnung in euch erwachen,
dass irgendwann einer mir gleich tut.
Lebet wohl, ihr Brüder und Schwestern mein!
Sonntag, 9. September 2012
Die Königin der Nacht
Der Hölle Rache
kocht in meinem Herzen
doch zugleich zwitschert
der Vogelfänger sein Liedchen
Skepsis bei Ingo, Verblüffung bei Klaus
er stockte und suchte mir mit Allgemeinbildung über die Länder der Erde zu gefallen, indem er Rastafaris Route mit dem Finger entlang fuhr und die einzelnen Stationen benannte, an denen dieser Halt zu machen gedenkt. Dass er in seiner Nervosität Dubai nach Afrika verschob, schien ich, so tat ich, nicht zu bemerken. Ich stellte mich dumm, aber ließ ihn erzählen. Er muss das ja lernen! Und wie kam er in Wallung mit seinen Berichten über die Weltumsegler-Familie. Meine Faszination ließ ihn seine Angst vergessen und er stimmte mir ein in meiner Hochachtung, die ich den mir Unbekannten ausspracht. Ach, welch Sehnsucht spürte ich in seinem Herzen nach diesem Mut, eben diesen gleich zu tun, Sehnsucht nach all den Ländern und Meeren, von denen er jetzt schon ahnt, dass sein Auge sie niemals schauen wird. Von jenem Wunsch und Verlangen nach der Ferne jedoch, sprach er kein Wort, doch in seinen Augen stand sie mir geschrieben wie auf weißes Papier, ebenso wie seine Selbstzweifel darüber niemals solch Matrose zu werden, ganz so als habe er schon ohne Boot Schiffbruch erlitten, wie dann sowas schaffen! Seine Augen waren blau, vielleicht grün. Das fahle Deckenlicht vermochte das Farbenspiel um seine schwarzen Pupillen verfälschen. Mal schimmerte es mir rötlich, und ich malte ihm im Geiste Rubine unter die dunklen Brauen, deren Härchen in alle Richtungen wucherten. Seinen Vortrag überdauernd versäumte ich keines seiner Worte, ohne seiner Erzählung anhaltende Aufmerksamkeit zu schenken. Es war mir als seien meine Reaktionen vorher bestimmt, als las ich sie ab von unsichtbaren Blatte und alles war so passend und von Authenzität gepragt, dass ihm nicht auffiel, wie ich in meinem Hirne mir Gespinste zusammen reimte und Visionen einer Zukunft nachhing, die mir im leisen Nachhall seiner Worte so greifbar wurde, dass ich sie mir beizeiten so in die Vergangenheit rückte, dass ich meinte er erzähle mir von meinen eigen erlebten Abenteuern. Ach, welch Vorfreude konnte ich empfinden in seiner Begeisterung für das ihm so ferne Leben, und zugleich war mir alles Erinnerung, ganz so, als sei ich es gewesen, vor dem sich Tausende von Meilen kein Land hatte erstreckt. In diesem Nichts, wie er es nannte, wie spielte sich mir darin die ganze Welt wider, als sei mir sein Nichts alles und sein Mangel an Vorstellung für die Unendlichkeit des Blickes inmitten des Ozeans ward angefüllt und überflutete mich, dass ich wahrlich spürte wie mir die innere Leere ganz so als sei ich Meeresgrund und er das Wasser, das mich mal mit leichten Wogen umspülte, mal jedoch über mir tobte und aufwühlte. Wer vermag diese Massen zu fassen? Jedes Tröpfchen ist ja anders beschaffen, wie auch er und ich, doch als ich ihn ansah, ward er mir gleich, in seinen Gebärden, seinem Luftholen zwischen den Gedanken und Worten. In die kleinen Poren, die wie kleine Sprenckel um seine Nase herum tanzten, tauchte ich ein und ward er, mit all seinen Sinnen. Ach, da ist's kein Wunder, dass ich mir meine Einwürfe zurecht legen konnte, als sei dies Gespräch selbst wie eine Weltreise. Alles war mir eine kleine Station und stets war mir, als sei ich schon hier gewesen.
kocht in meinem Herzen
doch zugleich zwitschert
der Vogelfänger sein Liedchen
Skepsis bei Ingo, Verblüffung bei Klaus
er stockte und suchte mir mit Allgemeinbildung über die Länder der Erde zu gefallen, indem er Rastafaris Route mit dem Finger entlang fuhr und die einzelnen Stationen benannte, an denen dieser Halt zu machen gedenkt. Dass er in seiner Nervosität Dubai nach Afrika verschob, schien ich, so tat ich, nicht zu bemerken. Ich stellte mich dumm, aber ließ ihn erzählen. Er muss das ja lernen! Und wie kam er in Wallung mit seinen Berichten über die Weltumsegler-Familie. Meine Faszination ließ ihn seine Angst vergessen und er stimmte mir ein in meiner Hochachtung, die ich den mir Unbekannten ausspracht. Ach, welch Sehnsucht spürte ich in seinem Herzen nach diesem Mut, eben diesen gleich zu tun, Sehnsucht nach all den Ländern und Meeren, von denen er jetzt schon ahnt, dass sein Auge sie niemals schauen wird. Von jenem Wunsch und Verlangen nach der Ferne jedoch, sprach er kein Wort, doch in seinen Augen stand sie mir geschrieben wie auf weißes Papier, ebenso wie seine Selbstzweifel darüber niemals solch Matrose zu werden, ganz so als habe er schon ohne Boot Schiffbruch erlitten, wie dann sowas schaffen! Seine Augen waren blau, vielleicht grün. Das fahle Deckenlicht vermochte das Farbenspiel um seine schwarzen Pupillen verfälschen. Mal schimmerte es mir rötlich, und ich malte ihm im Geiste Rubine unter die dunklen Brauen, deren Härchen in alle Richtungen wucherten. Seinen Vortrag überdauernd versäumte ich keines seiner Worte, ohne seiner Erzählung anhaltende Aufmerksamkeit zu schenken. Es war mir als seien meine Reaktionen vorher bestimmt, als las ich sie ab von unsichtbaren Blatte und alles war so passend und von Authenzität gepragt, dass ihm nicht auffiel, wie ich in meinem Hirne mir Gespinste zusammen reimte und Visionen einer Zukunft nachhing, die mir im leisen Nachhall seiner Worte so greifbar wurde, dass ich sie mir beizeiten so in die Vergangenheit rückte, dass ich meinte er erzähle mir von meinen eigen erlebten Abenteuern. Ach, welch Vorfreude konnte ich empfinden in seiner Begeisterung für das ihm so ferne Leben, und zugleich war mir alles Erinnerung, ganz so, als sei ich es gewesen, vor dem sich Tausende von Meilen kein Land hatte erstreckt. In diesem Nichts, wie er es nannte, wie spielte sich mir darin die ganze Welt wider, als sei mir sein Nichts alles und sein Mangel an Vorstellung für die Unendlichkeit des Blickes inmitten des Ozeans ward angefüllt und überflutete mich, dass ich wahrlich spürte wie mir die innere Leere ganz so als sei ich Meeresgrund und er das Wasser, das mich mal mit leichten Wogen umspülte, mal jedoch über mir tobte und aufwühlte. Wer vermag diese Massen zu fassen? Jedes Tröpfchen ist ja anders beschaffen, wie auch er und ich, doch als ich ihn ansah, ward er mir gleich, in seinen Gebärden, seinem Luftholen zwischen den Gedanken und Worten. In die kleinen Poren, die wie kleine Sprenckel um seine Nase herum tanzten, tauchte ich ein und ward er, mit all seinen Sinnen. Ach, da ist's kein Wunder, dass ich mir meine Einwürfe zurecht legen konnte, als sei dies Gespräch selbst wie eine Weltreise. Alles war mir eine kleine Station und stets war mir, als sei ich schon hier gewesen.
Samstag, 8. September 2012
Die schöne Seele
Ach schöne Seele mein,
du kannst ja nicht aufhör'n schön zu sein
ab und an machst du dich von dannen
verirrst dich im Blendwerk und im Tanze
doch mein Trommeln, mein Gesang
geleitet dich in deinem stolzen Gang
immer wieder zu mir heim
Der Werder
Ich wollte wollen
und weiß jetzt, dass ich werde
das wollen hab ich vorbereitet -
hab's sortiert, nummeriert und datiert
ich bin jetzt klein und krumm und kalt
doch bin zugleich im werden
bald bin ich groß und grad und warm
himmel wird sein auf erden
Ich will dichten
und weiß somit ich werde
das gedicht schreib ich vor -
ich sortier's, nummerier's und datier's
Mittwoch, 5. September 2012
Sechster Brief
Lieber Freund,
der Schmerz den ich bezüglich meiner Trennung von Francis empfinde, will nur spärlich ein Ende nehmen. Sie hat mir wahrlich das Herz gebrochen, doch in Zuständen der Verzweiflung gelingt es meinen Händen viel besser sich dem Fluss des Schreibens hinzugeben, weil dieses Gefühl von Verzagtheit es vermag eine gewisse Sentimentalität in mir anzuregen. Ich muss das ausnutzen bevor es zu spät ist, bevor mein Verstand erneut beschließt eine Pause einzulegen, denn dann ist er zu nichts mehr zu bewegen, nicht mal eine paar simple Verse wollen mir dann gelingen und es scheint als könne rein gar nichts ihn umstimmen, ihn inspirieren
und geniale Gedanken zu entwickeln. Wie einen Kranken muss man mich gar behandeln, weil die Leere in meinem Kopf mich peinigt, ja beinah' steinigt, sodass mir das Wandeln unmöglich erscheinen will. Eine Apatie kommt über mich, die mich still zum Weinen bringt, jedoch an jeder Art von Bewegung zu hindern, jede Tat, meine Pein zu lindern, im Keim zu ersticken vermag. Ach, schon wieder klag ich, nur fühl ich mich so ungemein betrogen von der Liebe, die dich erst in leichten Wogen umspült, dich einlullt und berieselt; alles ganz leis' bis ein Tumult dich aus deinen Träumen reißt und einen Orkan aufkommen lässt. Lauf, lauf, tönt
es aus ihm heraus, doch wie jedermann weiß, kommt man in Gewässern nur schwer voran. Er saust und braust um dich herum, wirft dich immer wieder um, bis dein Körper es schafft sich mit letzter Kraft an Land zu werfen. Regungslos liegst du da, nach der Schärfe deiner Sinne suchend. Vergeblich! Die Sonne sticht
dir ins Gesicht, und vermag dich zu blenden, deine Ohren scheinen allein dem Rauschen des Meeres lauschen
zu wollen, das dich zu betäuben vermag. Der Wille dich dagegen zu sträuben ist kaum verhanden, er glitt
dir aus den Händen, wie einst das Glück und die Liebe verschwanden, sie nahmen ihn mit und waren nie mehr gesehen. Deinen Beinen fehlt jegliches Gespür, deinem Herzen scheint jede Tür verschlossen. Ich will Leitern erklimmen, doch ihre Sprossen brechen unter mir zusammen. Zum Scheitern bin ich verurteilt, flüstern die Stimmen in meinem Kopf, sie sprechen mit tausend Zungen. Das Böse weilt in meiner Seele, meinem Herzen, meinen Lungen und in den Haaren, die ich zum Zopf trage. Manchmal frage ich mich ob mir das Glück wohl jemals wieder hold sein, ob mir jemals wieder ein Mensch von soviel Glanz und Gold begegnen werde. Eins weiß ich, mein Freundenstanz würde von ewiger Dauer sein. Doch derzeit überkommt mich
ein Schauer nach dem anderen; der Teufel liegt auf der Lauer, ich kann ihn spüren, das Feuer, das ihn umgibt, und die zugleich eisige Kälte. Was passiert mit mir? Mir ist das alles nicht mehr geheuer, immer noch schelte ich mich für was geschehen, doch vielleicht war das alles ja des Teufels Vergehen. Was würdest du an meiner Stelle vermuten? Vermagst du es mir einen guten Rat zu geben? Denn so kann ich einfach nicht weiter leben. Welchen Weg sollte ich anstreben und einschlagen? Welches Risiko sollte ich wagen? O verzeih, ich überschütte dich mal wieder mit Fragen, doch diese Verwirrung zerrüttet mir so langsam mein Herz, und ich weiß nicht mehr weiter. Und wieder hoffe ich auf deine Unterweisung, die mich vor einer erneuten Entgleisung meiner Selbst bewahrt.
Für deine Reise wünsche ich dir eine gute Fahrt!
Herzlichst, Dein Freund Gustave
Montag, 3. September 2012
Der Albtraum
In
dieser Zeit suchten mich nachts schreckliche Träume heim. Ich
träumte von Mord und Metzelei, von brutaler Gewalt und elendem
Grauen. Oft sah ich mich selbst mit Messern, deren Klingen in meinem
Unterleib steckten. Ich zog sie heraus und spürte mit jeden
Tropfen Blut, der meinem Körper entfloss, wie das Leben von mir
wich. Ich fühlte mich einer Ohnmacht nahe, meine Knie klappten unter
mir zusammen, sodass ich zu Boden stürzte und mein
zusammengefallenener Körper ward mir plötzlich ganz leer als sei er
nur noch eine Hülle, in der nichts mehr vorhanden war. Und wenn ich
dann mit dem vom Schweiß überdecktem Körper im Dunkeln erwachte,
schreckte ich hoch und brach vor Angst in Tränen aus. Mir war so
bange, dass ich noch lange bei jedem kleinen Geräusch
zusammenzuckte: "Die Dämonen", schauderte ich, "sie sind
zurückgekehrt!"
Und
bei dem Gedanken sprang ich auf, machte mir Licht und begann mein
Zimmer zu verwüsten. Ich warf Tisch und Stühle um, zerwühlte mein
Bett, schmiss Kleider und Bücher zu Boden und Gläser gegen die
Wände, dass sämtliche Bilderrahmen zerbrachen und gen Ende alles
mit Scherben übersät war.
Sonntag, 2. September 2012
Der Strahlemann
Das hab ich gemacht. Ein Kind von Traurigkeit. Durch mich in dich eingepflanzt. Wieder und wieder nehm ich sie dir, auf dass du gesund bleibst. Machen wir uns nicht gegenseitig heil? Würd einer noch krank, so wüsst ichs ja. Dennoch will ich den Himmel drum bitten. Ein Gebet soll mir keine Angst machen. Ich will vertrauen, dass es erhört wird.
Wie ist es um mich bestellt? Stets will ich diese Frage beantwortet wissen. Trau dich zu vergessen. Vergessen setzt die Krankheit, aber ohne die Krankheit kein Tod, ohne den Tod keine Hoffnung.
Todessehnsucht soll mich nicht fürchten. Ich will mich ihrer glücklich schätzen und vorfreudig sein. Jeder Tag soll mir heilig sein...und dies soll nicht nur ständig gepredigt werden, empfinden will ichs und ausstrahlen.
Wie ist es um mich bestellt? Stets will ich diese Frage beantwortet wissen. Trau dich zu vergessen. Vergessen setzt die Krankheit, aber ohne die Krankheit kein Tod, ohne den Tod keine Hoffnung.
Todessehnsucht soll mich nicht fürchten. Ich will mich ihrer glücklich schätzen und vorfreudig sein. Jeder Tag soll mir heilig sein...und dies soll nicht nur ständig gepredigt werden, empfinden will ichs und ausstrahlen.
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