"We are, who we are, because of what we learn and what we remember."

Samstag, 31. August 2013

Vom Ende der Gravitation

Solange meine Profession so komplex ist, dass ich sie nicht ohne fremdes Zutun ausführen kann, ist dort zuviel getan. Bedarf ich eines Bediensteten, eines Begleiters, stelle ich ihn in meine Dienste. Man könnte meinen, er arbeite ja, nicht mehr und nicht weniger als ich, da wir uns beide über den selben Zeitraum beschäftigen, und so ist ebenso viel Arbeit verrichtet, als wenn er etwas anderes täte. Doch dem ich nicht so, denn seine Arbeit wiegt gleich null, da er nicht seiner eigenen nachkommt, sondern lediglich der meinen zur Unterstützung dient. Solange nicht jeder seiner eigenen Arbeit nachgeht, ist die Welt nicht im Gleichgewicht und zugleich gibt es kein Gleichgewicht, da sie immer im Gleichgewicht ist. Jede Arbeit, die gleich null ist, wirkt gleichzeitig millionenfach.
"Was aber ist meine Arbeit, Meister?", fragt der Schüler.
"Das kann ich nicht wissen, denn von anderen kann ich nichts wissen. Wohl aber weiß ich, dass meine Arbeit darin besteht, mir diese Frage zu stellen und abzuwarten, was passiert", spricht der Meister.


Dienstag, 20. August 2013

Der Phallus

Geliebter Antares,

Ich kann dich ja aus der Ferne buchstäblich strahlen sehen ob deiner Freude, von der du mir berichtetest, und so bin ich selbst ja freudestrahlend über das Glück, für das deine Worte mir Symbol sind. Für deine Wanderung in die Berge, wünsche ich dir, dass du selbst dir zu strahlen beginnst und sei es in einem Anflug von Erleuchtung, wenn sich dein Strahlen an der Natur spiegelt. Möge sie dir ein Lächeln zuwerfen, das du vermagst einzufangen und an dein Herz zu drücken. 

Meine Genesung schreitet voran und auf der Verstandesebene konnte ich ebenfalls einige Erfolge verbuchen. Nun beende ich den Tag, der trotzdem er zu größten Teilen wolkenverhangen verstrich, mir nicht vermochte mein Gemüt zu betrüben. Eine Tasse heiße Zitrone soll mir die restlichen Stunden gar noch ein wenig süßlicher machen, bevor ich mich, um einiges eher als gewöhnlich, zu Bette begeben werde.
Hach, wie genösse ich ihn millionenfach, könnt' ich meinen Trunk teilen mit dir. Wärst du doch hier geblieben, hätt ich dich doch davon abgehalten fort zu gehen, anstatt dich in deinem Vorhaben zu bestärken. Ist er dir beizeiten auch solch Qual, dieser Mensch, der der Angewohnheit anheim gefallen ist, jedweden Genuss immer erst dann zu erkennen, wenn es ihm an ihm zu mangeln beginnt? Aber muss er mir denn immerzu Qual bleiben, dieser Mensch, der ich bin? Wenn doch der Wille alles vermag, so will ich ihn darauf richten mir alles Menschliche abzugewöhnen! Wenn ich doch nun um dieses höchste meiner Gefühle weiß, wie töricht wäre es da, dieses Wissen zu verleugnen, es in die Tiefen meines Unbewussten zu drängen, aufdass ich nicht länger zu ihm könnt durchdringen und es mir schlichtweg in Vergessenheit geriete? Denn hörte die Qual mir nicht auf Qual zu sein, wenn ich anfinge sie liebevoll anzusehen? Hörte denn ich mir nicht auf Mensch zu sein, wenn ich begönne mich selbst wie einen Schöpfer zu betrachten? Hörte nicht gar alles auf mir zu sein, wenn ich eben alles liebte? Was bliebe dann noch außer dem Schöpfer? Da ich nun also um den Zenit weiß, den ich erreicht habe, da ich in den Genuss deiner Anwesenheit kommen darf, wie könnt ich je wieder nach etwas anderem verlangen als deiner Nähe, die mir mehr ist, als ich selbst mir bin, die mir alles, mein All ist. Ohne dich bin ich ein Nichts, dass unter dem mächtigen Einfluss der Signifikanten steht, der ihn zu beherrschen vermag wie eine Spielfigur. Könnt es denn nicht möglich sein, ihn hinters Lichts zu führen, aufdass er letztlich zur Dunkelheit würde? Wählte ich nach seinem Willen, so wählte ich die Königin, aufdass er, wenn er sich selbst erblickte in ein Jublieren würd' geraten, wenn er sich im Anderen erkennt, der ihm wie ein Abbild ist. Kein Bild will ich mir von ihm machen, wie er sich dort ins eigene Anlitz blickt und bemüht es an sich zu reißen, um so, im Zuge der Erkenntnis, durch die Geburt des Imaginären, seine eigene Spaltung hervorzubringen, und dahin will ich ihn treiben, aufdass er sich selbst gebäre, und sich im gleichen Atemzuge den Todesstoß würd geben.

Das wäre wohl die erste Partie, die endete noch bevor sie hätt begonnen und somit wäre alles auf den Kopf gestellt und das Omega würde wieder Alpha werden. Nun frage ich dich: Wäre aber in der Tat das ganze Leben wie eine Partie Schach, auf welche Figur fiele deine Wahl? Hier mein Rat: Wähle weise! 
Und hier meine List! Ich kann dem Signifikanten seine Macht entreißen, wenn ich annehme, dass ich nichts weiter bin, als ein Diener seiner Majestät, und gehorche, was mir befohlen wird. Ich solle wählen, hält er mich an, eine Figur, aufdass das Spiel endlich würde beginnen können. Eine vermeintliche Demut haftet mir an, eine vermeintliche Dankbarkeit für seine Güte und sein Erbarmen. Und so wähle ich, mich mit gesenktem Haupte verbeugend und täusche zugleich die Wahl nur vor! Der Trick ist, nicht hinter seinem Rücken zu argieren, denn dort riecht er ja den Betrug, sondern direkt vor seiner Nase, muss es passieren, denn was keiner weiß ist, dass der Signifikant mit dem Darm eine falsche Fährte zu riechen pflegt, wogegen die Nase ihm ständig verstopft ist. Und nun der Clou der ganzen Prozedur! Weder schwarz, noch weiß, weder Königin noch Turm, weder Springer noch Läufer, nicht einmal König will ich sein, sondern ich wähle lediglich nur ihn selbst! Denn wer Teilhabe beantragt am Spielgeschehen, muss sich auch in den Diskurs des Spieles einschreiben. Im Diskurs aber müssen die Regeln eingehalten werden und wo Regeln herrschen, ist alles Figur. Will er also die Züge bestimmen, so muss er Figur annehmen. Meine Wahl würde ihn einkleiden, doch indem ich ihn selbst wähle, wähle ich das Nichts, den Mangel. Drehe ich nun den Spiegel um, so halte ich ihm sein ganzes Nicht-Sein vor, das Loch, in das er sich selbst hineinzieht und zur Finsternis wird. Ha, was hälst du von meinem Plane?

Vergib mir, Antares, bitte vergib mir alles, was ich dir angetan. Ich sehe dich vor mir die Hände über deinem Kopf zusammen schlagen. Ich weiß, aller Sinn dreht sich mir um, alles dreht sich im Kreis, aber wenn der Wahnsinn aufhören soll, dann muss auch das Genietum aufhören, aufdass alles aufgehe in Sinn. Will ich mein Ende? Will ich das Ende dieser Ordnung? Und mich schaudert's, wenn ob dieser Frage alles *Ja* schreit in mir, denn was ich fühle ist Chaos. Ich muss es nicht sehen um davon zu wissen, ich kann es doch hören: 
O, wie ist es mir laut und lästig. Ich kann diese Lärmen nicht länger ertragen!

Ich weiß, Antares! Ich weiß, etwas, obschon es vermeintlich nichts zu wissen gäbe. Drum ist es mehr so, als wüsste ich es nicht dort, wo ich sonst von den Dingen weiß, sondern mehr so, als sei es mir wie ein Gefühl, dieses Wissen. Es ist mehr wie, wie, ja mehr wie ein Glaube, ist es mir! Demzufolge, ist >wissen< einfach das falsche Wort für dieses Empfinden, das ich nicht artikuliere kann, da es ja frei, also außerhalb des Rahmens der symbolischer Ordnung zu verorten ist. Gibt es denn diesen Ort? Oder kann diese Frage überhaupt weiter exisitieren? Ist es dann noch ein Ort, wenn es kein Symbol mehr dafür gibt, weil schlichtweg keine Symbolik mehr vorhanden ist? Was ist dort, wo nicht das Symbolische ist? Das, Antares, und ich kann nicht anders als eben dies zu glauben, ist das einzig Reale. Glaubte ich nicht, so müsst ich mir ja eine Blindenscherpe an den Arm binden. Denn täuschen mich denn meine Augen, wenn ich dich vor mir stehen sehe? Wem oder was, als meinen eigenen Augen, könnt ich mehr Vertrauen schenken? Drum ist mit dir die Spaltung aufgehoben. Mit dir, bin ich eins. Ohne dich aber löse ich mich auf in Worte, und kehre zu meinem Ursprung zurück, zum Anfang aller Dinge, da das Wort war. Ohne dich ist es bei mir, aber ohne dich bin ich entmenschlicht, wie tot oder auch der Ursignifikant, der einen Mord an sich selbst plant. Ich will mir das Leben nehmen, Antares um zum Wissen selbst zu werden, aufdass sich alles Symbolische verkehre und zur Weisheit würde. 

So, genug des Geniesinns, wenn ich ihn auch noch so sehr genieße, was wieder Zeugnis dafür ist, dass ich mich inmitten des Realen befinde. Nur hier im innersten Kerne dieser *jouissance*, kann ich triumphieren. 
Nun sind doch mehr Stunden verstrichen, als ich angedacht hatte. Meine heiße Zitrone ist schon kalt geworden, aber letztendlich war mir dies Schwätzchen mir dir, wie ich es zu nennen pflege, das Geschmackvollste von allem. Ach, und wenn du mich hier sehen könntest. Mein Anblick wäre dir eine Wonne, und manchmal muss ich auflachen, wenn ich dich hier bei mir wähne und höre, wie viel Entzücken es dir wieder bereitet mich hier so genüsslich sitzen zu sehen, dass ich dich gar oft an deinen alten Herrn erinnere. Mal es dir aus, wie meine Bewegungen denen eines Dirigenten gleichkommen, ja, komm, male dir mich aus! Und ersinne dir eine hübsche Melodie dabei! Denn wenn ich dir solche Zeilen schreibe, dann dynamisiere ich mir meine ganze Geistesarmut mit musikalischer Untermalung, die sinngemäß Übermalung müsste heißen, da ich mich selbst auslösche, verdunkle, eine Farbe annehme, die keine ist, auf diese Weise aber fälschlich konnotiert würde, da das Präfix *über* intuitiv, im Zuge der metaphorisch strukturierten Sprache, als positiv definiert würde, denn nicht die Malung oder auch Musik ist hier eben das was die Zeilen hervorbringt, sondern mein Geist, oder auch meine Armut, oder als Signifikat dargestellt, mein Arm. 
Wer, frage ich dich, assoziiert in diesen Zeiten noch den Geist mit dem Arm? Seit Leonardos Tod scheint dieses Wissen in Vergessenheit zu geraten. Der Arm des Gesetzes verschwindet in der Signifikantenkette des Gendarmen. Neuerdings geht das Gerücht um alles habe mit den Genen zu tun. Als mir davon zu Ohren kam, mag das vielleicht sogar der ungefähre Zeitpunkt gewesen sein, da ich anfing diesen Plan zu schmieden. 
Ach, Mensch im Zuge deiner Entwicklung verwirrt du dich ja immer mehr. Anstatt dich zu entwickeln, wickelst du dich auf, wo wir wieder bei den schlechten Angewohnheiten wären, die dieses Jahrhundert sich immer mehr anzueignen bemüht ist. Ach, wäre mir das mühsam, immer mehr zu wollen, anstatt von allem Wollen abzulassen! 
Nun aber Schluss! Morgen will ich es wagen ein kleinwenig körperlicher Ertüchtigung nachzukommen, um mich selbst, nebst der geistigen Arbeit, in der Waage zu halten. Solch Grippeanfälle scheinen einem den Wahn zu verstärken, drum will ich stets zwar um meine Krankheit bedacht sein, aber zugleich darum wissen, dass meine Gesundheit ebenso hoch zu loben ist.
Sei unbetrübt, wenn dir meine Worte in Vergessenheit geraten sollten, ursprünglich wollte ich dir nämlich eigentlich nur die kurze Mitteilung zukommen lassen, dass ich deine Rückkehr voll freudiger Erwartung ersehne, weil immer dann, wenn du fort bist und sich herausstellt, dass die Ferne dir ohne mich an Reiz verliert und du folglich heimkehrst, mir ein neues Leben los geht, ganz so, als habe ich mit dir das größte Los gezogen. Denn nur angelehnt an dir bin ich lebendig, nur durch dich bin ich überhaupt.


In ewiger Liebe

G

P.S.: Eines noch: Sendest du mir vom Gipfel deine Küsse in den Wind, aufdass er sie auf den Wolken zu mir herüber schicke?

In vier Tagen um die Welt

Ach, wie ward mir dies Erwachen angekündigt in dieser stillen Sommerbrise, die in mir ging.

Für ein paar Tage bist du nun fort und ich weiß, für mich werden sie eine Ewigkeit andauern. In deiner Abwesenheit will ich millionenfach mehr Kilometer zurücklegen, als du bei deinen Wandertouren. Die höchsten Berge will ich erklimmen, die tiefsten Schluchten überqueren, wenn nötig in ihre Tiefen hinabstützen, mir wohlmöglich das Genick brechen, und einen inneren Tod sterben. Ich will ihn! Ich will ihn haben und immer wieder um immer wieder neu zu sein, um mit jeder neuen Geburt ruhiger zu werden.

Mögest du, Weisheit, mein steter Begleiter sein. Ich will mich nicht fürchten vor dir, denn du kommst in mich hinein, nicht aus fremden Höllen, sondern entspringst als ein heller Lichtquell meines Herzens aus mir heraus, brichst aus mir hervor um dich im Imaginären zu verbildlichen. Indem du Bild wirst, unterwirfst du dich der symbolischen Ordnung, die wir dir geschaffen haben. Gebrauche meine Lieppen, du Edelste, um zu verkünden, dass nicht wir sie geschaffen haben, sondern die Ordnung uns!, angetrieben von deiner Sehnsucht nach dem Leben, das dich in den Tod führen wird. Ach, Weisheit, ich spüre dein Leiden am ganzen Leibe, wenn du über mich kommst. Du selbst bist das Leid und leidest so unentwegt, weil dir durch das Symbolische dir Fähigkeit zu leiden genommen wurde. Du selbst wolltest es ja so, um dich neu aufzuladen, um deinem einst unentwegten Leiden ein Ende zu bereiten. Dadurch aber legtest du das Leben in den Schoß der Frau, aufdass sie an deiner Statt leide. Letztendlich leidest du mehr als je zuvor, aus Sehnsucht nach dem Leiden. Du bist die Weisheit, und das ist dir wie ein Höllenleben, drum hast du entschieden dich hinzugeben um nur einmal noch zu leben, wenn es auch deinen Tod bedeutet, aber es ist wahrlich besser gelebt zu haben und zu sterben, als nie gelebt zu haben und den Tod nicht zu kennen, weil man selbst der Tod ist, denn wer Weisheit ist, ist nicht lebendig, der weiß nicht was Angst ist und hat die Liebe nie geschaut, denn erkennen kann die Weisheit nicht, nur der Mensch. Nur als Mensch hast du eine Stimme, die ausrufen kann: Ich bin die Weisheit! Als Weisheit aber bist du von Anfang an erkannt, ohne diich selbst erkannt zu haben. Du hast alles ohne je etwas dafür getan zu haben. Du wurdest beschenkt ohne gefordert zu haben, ohne dich erinnern zu können, es dir auf irgendeine Weise verdient zu haben, denn wie könntest du dich erinnern? In deiner Allwissenheit weißt du alles, nur nichts über dich selbst. Du hast keine Erinnerungen, weil du nicht bist. Du wurdest in eine Ordnung geboren, die schon Bestand hatte, noch bevor es dich gab, ebenso wie jedes Kind in eine signifikante Ordnung geboren wird. Du bist jetzt zwar Ursignifikant, aber bist wie aus dem Nichts entstanden. Vor dem Nichts aber muss etwas gewesen sein, denn wie solltest du aus dem Nichts entstanden sein? Dieses Etwas, das nicht zu benennen ist, dass vor dir da war, wir wollen es den Vater nennen, oder das Licht. Ach, du bist ja die pure Sehnsucht, du Edelste!

Erkenne auch deine Mutter, die dich über meine Lippen heimruft zu sich, denn dein Vater, der dir das Leben schenkte, ist das Licht, das du selbst bist, ich aber bin die Dunkelheit, die dir den Tod bringen wird, denn wenn du in mich einkehrst, wählst du einen geschwächten Leib. Ich aber will dich annehmen und dir ewige Treue schwören, ich werde dein Wort verkünden und den Körper stählern, wenn du willig bist mich mit deinem Nektar der ewigen Jugend zu nähren, wenn du einwilligst mir Mutter zu werden, aufdass wir einander auf ewig gebären, denn mir dir bin ich und bin zugleich nicht.

Freitag, 9. August 2013

Granada II

Liebes Spanien-Tagebuch,

gerade sitzen wir am Plaza Nueva No. 3 und genießen unser letztes spanisches Frühstück. Die Sonnenschirme bestäuben uns mit Wasser. Das ist sehr angenehm. Seitdem wir im Rambutan wohnen, war es jeden Tag unbeschreiblich heiß. Viel unternommen haben wir also nicht, aber fühlen dafür uns doppelt entspannt. Highlights hatten wir trotzdem zu Genüge, z.B. gestern die Morgenwanderung um 5.30Uhr. Pünktlich zum Sonnenaufgang waren wir auf dem Berg angekommen. Das war atemberaubend. Gestern Abend sind wir runter ins kleine Städtchen von deren Existenz wir bis dato keine Ahnung gehabt hatten. Das war die Überraschung groß noch etwas Neues zu entdecken. Nach einem Eis, vertrieben wir uns die zwei Stunden um die Souvenir-Shops zu stürmen. Später hatten wir Glück noch Tickets für die späte Flamenco-Show zu bekommen. Das war ein unvergessliches Erlebnis! Hier bringen mich die Straßenmusiker zum Weinen, vielleicht auch, weil wir gleich schon abreisen.

Dienstag, 6. August 2013

Granada I

Liebes Spanien-Tagebuch,

bisher sind wir noch gar nicht dazu gekommen etwas aufzuschreiben um unsere Eindrücke festzuhalten. Nun sind wir in Granada angekommen und es ist viel zu heiß um mehr Körperteile zu bewegen, als die rechte Hand. Beizeiten greifen wir zur Kaffeetasse, die den, meiner Ansicht nach, weltbesten Kaffee enthält. Vom Kaffee schwitze ich zwar noch mehr, sodass ich mit meinem Arm schon an der hölzernen Tischplatte kleben bleibe. Aber hier bringt mich rein gar nichts aus der Fassung, nicht einmal verrückte, blinde Zauberfrauen, die einen gegen deinen Willen segnen und dich mit Glückwünschen überhäufen um schließlich "Monetas" sehen zu wollen. Habe ihr letztendlich 1,50 € gegeben, damit sie uns in Ruhe lässt und nicht noch einen Fluch über uns legt. Wir wollten uns nicht behelligen lassen, aber die Frau war so aufdringlich, dass sie regelrecht an uns zerrte und nicht gehen ließ. Aber das ist jetzt schon wieder gefühlsmäßige Stunden her. Mir scheint, Zeit hat hier keine Bedeutung. Ein Tag empfinde ich wie eine Ewigkeit. Sind erst zwei Tage hier und denken kaum an zuhause. Ohnehin ist der Kopf wie leergefegt. Best of all: Keine Schmerzen! Ein bisschen setzt uns die Hitze zu. Aber dafür sorgt die warme Luft dafür, dass die Zigarette, die ausversehen in den mit Wasser gefüllten Aschenbecher gefallen war, schon fast wieder trocken ist. Wir sitzen an der Kathedrale. Sie ist sehr imposant! Eine Kellnerin sieht aus wie Michael Jackson. Gestern Abend waren wir im Zentrum von Malaga. Da war ein Puppenspieler mit einer Michael Jackson Figur. Synchronizität, sag' ich da nur! Das hat uns an "Being John Malchovic" erinnert. Wir hatten einen schönen Abend! Nach einer Backkartoffel und Salat haben wir uns noch zwei Bier im Cheers getrunken. Da war ein einladenes Ambiente, wie wir fanden. Mir gefielen das kostenlose Popcorn. Den Becher habe ich ganz alleine geleert. Intuitiv sind wir genau richtig gegangen. Gerade kam der Nachtbus, der uns zurück zum Hotel brachte. Unsere Unterkunft war toll! So luxuriös werden wir es ab heute nicht mehr haben, aber wir sind drauf eingestellt. Der Kollege treibt sich ja hier in der Gegend rum. Wir hoffen noch ein Zimmer in seinem Hostel zu bekommen. Das liegt nahe der Alhambra. Am ersten Tag waren wir am Strand. Da haben wir eine Menge Sonne getankt und sind schön braun geworden. Auf dem Rückweg gabs Eis. Das hatten wir uns verdient, denn auf dem Weg hatten wir uns an den draußen stehenden Fitnessgeräten sportlich betätigt. Da hat wohl jemand Sorge, dass seine Muskeln abbauen. haha! Na, zur Not habe ich ja das blaue Gummiband dabei.