"We are, who we are, because of what we learn and what we remember."
Freitag, 23. November 2012
Das verlorene Kind
Zuerst musst du etwas verlieren
um zu realisieren
wie viel du gefunden hattest.
Gehst du dann das Wagnis ein zurückzukehren
und wirst mit einem Festmahl empfangen,
bist du zuhause.
Dann musst du jemanden verlieren
um zu realisieren
wie sehr du dich gefunden hattest.
Gehst du dann das Wagnis ein zurückzukehren
und wirst mit einem Festmahl empfangen,
bist du geboren.
Zuletzt muss du dich selbst verlieren
um zu realisieren
wie vollkommen du dich gefunden hattest.
Gehst du dann das Wagnis ein zurückzukehren
und wirst mit einem Festmahl empfangen,
bist du wiedergeboren.
Jetzt bist du im Himmel
und realisierst
wer du bist
Gehst du dann das Wagnis ein dich umzukehren
und wirst mit einem Festmahl empfangen,
bist du gestorben.
Samstag, 10. November 2012
Lichtarbeit
Hab Erbarmen mit mir!
Ich will dich lieben wie mein eigen Herz!
Bilde mich aus und lass mich dein Lichtarbeiter sein!
Wenn ich über die Grenzen meines Lebens hinaus denke,
siehst du mich an.
Wie hast du gelitten! Narben zieren dein Gesicht.
Du kennst den Schmerz - malst Kreise auf deine Haut
- beschwörst - drehst dich um - suchst nach meinem Gesicht.
Dein Blick geht in die Wolken. Du versinkst darin.
Hier ist alles still.
All der Lärm der Welt verschwindet.
Als ich den Stecker zog, hörte meine Welt auf zu sein.
Wir sind gestorben, aber keiner hats gemerkt.
Alles will ich dafür tun, dass wir ineinander sinken.
Hauptsache alles fließt,
hauptsache alles geht mir ganz leicht von der Hand.
Donnerstag, 8. November 2012
Alles Menschliche wohnt mir inne
Lieber G,
Durch meine Beobachtungen kristallsiert sich eine unerwartete Ahnung heraus. Meinst du, dass gerade die Dinge, die uns heute zuwider sind, nur aus dem Grund einen Groll in uns hervorrufen, weil sie uns Vorboten von unserem eigenen Morgen sind? Wenn dem so sei, dann ist ja ein Gefühl des Widerwillens nur förderlich für meine Entscheidungen. So kann ich mir ja die Zukunft schon in die Gegenwart holen und beschleunige mir damit mein Leben. Es könnt mir so zahlreich sein, wenn ich nur aufhörte mich zu sträuben oder Kritik an anderen übte. Denn eben das, was ich an anderen kritisiere, mag zu einem späteren Zeitpunkt ebenso auf mich zutreffen, denn jede Eigenschaft, die einem Menschen anhaftet, wohnt ja gleichermaßen auch mir inne, sind wir doch alle von einem Geschlechte. Diese Gedanken entwickelten sich, als wir in gestern beim Abendtee unserer aller Schriftbild verglichen. Um festzustellen wie sich unsere Schrift verändert hatte, versetzten wir uns zurück in die Kindheit und ich erinnere mich genau wie anders ich die Buchstaben miteinander verbundebn hatte. Emma schrieb in mein kleines Heftchen und als ich mich in meiner Beobachtung nur auf ihre Hand konzentrierte, erkannte ich dort meine eigene. Da sah ich sie an und stellte mir vor, mich selbst zu erblicken. Da ja alle Kinder auf die gleiche Art lernen zu schreiben, ähneln sich wohl die Erinnerungen an die ersten Worte. Als ich mit den Jahren meine eigene Weise entwickelte, da stellte ich ja schon Vergleiche an. Heute stelle ich fest, dass ich z.B. Buchstaben eben so schreibe, wie manch Mitschüler damals. Die Schriften anderer hatte ich als unschön empfunden und stelle nun fest, dass sich auch dieses Unschöne in meinem Unterbewusstsein festgesetzt hat, auf dass ich es selbst auf diese Weise zu Papier bringe. Stelle ich solche Entwicklungen fest, muss ich ja herzhaft lachen über mein damaliges mich Erzürnen.
Antares
Durch meine Beobachtungen kristallsiert sich eine unerwartete Ahnung heraus. Meinst du, dass gerade die Dinge, die uns heute zuwider sind, nur aus dem Grund einen Groll in uns hervorrufen, weil sie uns Vorboten von unserem eigenen Morgen sind? Wenn dem so sei, dann ist ja ein Gefühl des Widerwillens nur förderlich für meine Entscheidungen. So kann ich mir ja die Zukunft schon in die Gegenwart holen und beschleunige mir damit mein Leben. Es könnt mir so zahlreich sein, wenn ich nur aufhörte mich zu sträuben oder Kritik an anderen übte. Denn eben das, was ich an anderen kritisiere, mag zu einem späteren Zeitpunkt ebenso auf mich zutreffen, denn jede Eigenschaft, die einem Menschen anhaftet, wohnt ja gleichermaßen auch mir inne, sind wir doch alle von einem Geschlechte. Diese Gedanken entwickelten sich, als wir in gestern beim Abendtee unserer aller Schriftbild verglichen. Um festzustellen wie sich unsere Schrift verändert hatte, versetzten wir uns zurück in die Kindheit und ich erinnere mich genau wie anders ich die Buchstaben miteinander verbundebn hatte. Emma schrieb in mein kleines Heftchen und als ich mich in meiner Beobachtung nur auf ihre Hand konzentrierte, erkannte ich dort meine eigene. Da sah ich sie an und stellte mir vor, mich selbst zu erblicken. Da ja alle Kinder auf die gleiche Art lernen zu schreiben, ähneln sich wohl die Erinnerungen an die ersten Worte. Als ich mit den Jahren meine eigene Weise entwickelte, da stellte ich ja schon Vergleiche an. Heute stelle ich fest, dass ich z.B. Buchstaben eben so schreibe, wie manch Mitschüler damals. Die Schriften anderer hatte ich als unschön empfunden und stelle nun fest, dass sich auch dieses Unschöne in meinem Unterbewusstsein festgesetzt hat, auf dass ich es selbst auf diese Weise zu Papier bringe. Stelle ich solche Entwicklungen fest, muss ich ja herzhaft lachen über mein damaliges mich Erzürnen.
Antares
Mittwoch, 7. November 2012
Auf zum Licht
Lieber G,
Ich realisiere, dass alles Empfinden
mit dem in Zusammenhang steht, was ich in den vergangenen Wochen in
Erfahrung gebracht habe. Große Zweifel überkommen mich bezüglich
dieses Strebens, weil ich mir keine Vorstellung davon machen kann, wie
all dies zu schaffen sein soll. Dann aber will ich mich ja auch in
Geduld üben, indem ich mir das Wundervolle meiner Wirklichkeit vor
Augen führe und erkenne, dass ich derzeit nichts wünsche, und gar
nicht bereit bin mich den Aufgaben zu stellen, die auf mich warten.
Mich in die Einsamkeit begeben, scheint zwar immer notwendiger zu
werden, aber zum momentanen Zeitpunkt wäre es mehr als verfrüht
dies Vorhaben in die Tat umzusetzen. Ja, ich will! Ich will zu mir
finden, aber alles zu seiner Zeit. Zudem hat doch jeder seine eigene
Vorstellung von dem, was heilig ist oder einem inneren Frieden,
nicht? Als ich auf der gestrigen Heimfahrt zum Fenster hinaus sah
und die untergehende Sonne erblickte, trieb mir dieser leuchtende
Feuerball vor Ehrfurcht die Tränen in die Augen. Welch heiliger
Moment! Und auch, wenn er mir heiliger hätte sein können, an
anderem Ort, wo ich ihn in Abgeschiedenheit hätte genießen können,
so ahnte ich, dass mir dort die Tränen in Bächen die Wangen
wären hinunter gelaufen, jedoch, weit weniger aus Ehrfurcht, als aus eben
dieser Einsamkeit. Ach, ich fürchte sie ja stets noch so sehr, und
will doch, solang mein Glück des Miteinanders währt, es mich bis ins
Mark durchdringen lassen. Ich will die Menschen in mich aufsaugen,
aufdass ich sie mitnehmen kann in dies finstre Tal, in das ich zu
wandern gedenke.
Der Himmel beglückt uns alle nun schon
seit ein paar Tagen mit dem herrlichsten Wetter. An den warmen
Sonnenstrahlen habe ich mich neu aufgeladen. So voller Energie fühle
ich mich, dass es mir den Kopf pochen macht. Meine Schmerzen im
Rücken und Nacken haben sich verflüchtigt und ich empfinde meinen
Körper wie in der Schwebe ohne diese Verspannungen. In diesem Moment
war mir umso mehr Heiligkeit verborgen, als dass ich ihn in Gedanken
mit dir teilte. Ich wähnte dich neben mir sitzend und ebenso
ehrfürchtig zusehen, wie der Himmel sich in den prächtigsten Farben
zeigte. Ich will nicht mehr zweifeln, dachte ich, sondern daran
glauben, dass alles zu schaffen ist. Wenn ich nur weiter meinen
Willen gepackt halte und mir der Glaube nicht abhanden kommt, so will
ich nichts anderes wollen, als das was ist und all mein Vertrauen
darin legen, dass, ganz gleich auf welchem Pfade ich mich befinde, ich
immer zu dem Ort auf dem Wege bin, an den ich ersehe zu gelangen.
Alles was ich wünsche, werde ich mir zu eigen machen, aber doch
alles genau dann, wenn sich dieses Erlangen mit meinen meinem
Wege kreuzt. Oft meine ich, niemanden zu brauchen und mir alles
selbst beibringen zu können, doch dann erkenne ich wieder welch
Naivität und Selbstüberschätzung mich in solchem Moment ereilt,
denn es ist doch weitaus wahrscheinlicher, dass ich einen Lehrer
werde brauchen, der sich meiner annimmt und sich meine Ausbildung zur
Aufgabe macht. Letzte Nacht träumte ich von der seltsamsten
Begegnung. Ein Mann, dessen Gesicht mir nicht im Gedächtnis
geblieben ist, nahm meine Hand und beschaute sich meine Handfläche
mit großer Genauigkeit. Durch ein schwarzes Röhrchen, das ihm als
Vergrößerungsglas diente, fuhr er die Linien nach und ich spürte,
dass er genau wusste was er tat. Ich sei nun auf dem Wege ins Licht,
sagte er mit ruhiger Stimme und reichte mir die Hand zum Abschied. Du
kannst dir denken, mit welch Erleichterung und Frohsinn ich aus
diesem Traum erwachte. Doch wie es sich stets mit solch hoffnungsvollen
Momenten verhält, so verhallen sie ja wieder und man findet sich
alsbald in der drögen Alltäglichkeit, in der man das Licht so oft
nicht zu erblicken vermag. Doch nun, da ich daran bin, diese Zeilen
an dich zu versenden, kann Vorfreude auf deine Antwort in mir sein.
Ich verspreche, ich sende dir ein Lächeln anbei.
Antares
Sonntag, 4. November 2012
Verlorene Kindheit
Lieber Antares,
Manchmal sorge ich mich um den kleinen
Felix. Diese pausenlose Lernerei raubt ihm die ganze Kindheit. Einmal
lernte ich mit ihm und er wirkte mir wie ausgedörrt. Ständig wird
ihm sein Hirn angefüllt mit Informationen, dass kein Freiraum bleibt
für seine kindlichen Bedürfnisse nach Toberei und Abenteuer. Wenn
ein Bub von gerade mal zehn Jahren schon Buch führen muss, über
seine Termine und Erledigungen, dann scheint mir, wird er zu etwas
heran gezogen, was nicht seiner Natur entspricht. Alles muss ständig
in regelten Bahnen laufen. Nicht mal das Spiel scheint ihn zu
amüsieren, wenn es nur darum geht einem Leistungsanspruch zu genügen
und sich immer mehr auf Perfektion zu trimmen. Ich bin froh, dass er
zumindest mir gegenüber beginnt sich etwas zu öffnen und seine
Emotionen zu realisieren. Jedoch bleibt ihm nicht genügend Raum für
ausreichende Reflexion. So wunderte es mich nicht, als er mir
berichtete, dass ihn tags zuvor eine Lustlosigkeit fürs Lernen dazu
gebracht habe, eine Seite aus seiner Lektüre heraus zu reißen. Er
lachte und in seinen Augen funkelte solch Zorn, dass ich innerlich
erschrak. Sein Lachen jedoch schien mir, als wüsste er selbst nicht,
dass er Wut empfinde, ganz so, als wüsste er gar nicht, dass dort
noch eine zweite Welt in ihm ist. Der bevorstehende Urlaub nach
Amerika erhält die Vorfreude im Haus. Die Kinder ziehen sich an
fernen Dingen hoch, weil ihnen die Gegenwart so trübe ist. Aber
dieser Trübsinn ist ihnen so überschattet von den Unmengen an
Material und Zerstreuung, dass sie das Gespür nicht fassen können.
Sie leiden, ohne es zu wissen. Wenn ich ihm in die Augen blicke,
erkenne ich eine tiefe Sehnsucht nach Wärme und Geborgenheit, und
erkenne zugleich, dass er selbst von dieser Sehnsucht nichts weiß.
Der Mutter mag man einen Vorwurf machen können, aber mir scheint
oft, als herrsche in ihr eben solch Leere. Wenn ich Felix versuche
Dinge begreiflich zu machen, kann ich förmlich spüren wie wenig er
bei der Sache ist, aber dann ist er auch nirgendwo anders, sondern
wie eingehüllt in ein Vakuum, in das meine Stimme nicht eindringen
kann. Er wiederholt sich die grammatikalischen Regeln, bis er sie
auswendig weiß, aber inhaltlich scheint er nicht zu wissen von was
da die Rede ist, wenn er letztendlich alles wie eine Maschine
herunter betet. Eigenständiges Denken fällt ihm sehr schwer, und
mir ist als würde es in ihm aus einem Selbstschutz unterdrückt,
weil durch eigene Worte auch sein Ich erwachte. Ihn zu wecken, will
ich unterlassen. Solch Einwirkung zerstörte ja nur das sich
entwickelnde Vertrauen. Ich will geduldig sein, bis er von sich aus
aus sich heraus bricht.
G
Samstag, 3. November 2012
Dein Herz möge eine Laterne sein
Lieber Antares,
Nur dort zu sein wo dein Schritt
hingeht, nur auf diesem einen Fleck, auf den dein Fuß aufsetzt, und
nicht zu schauen wohin dein Weg führt, ist eine nicht zu unterschätzende
Fähigkeit. Mach dich nicht immer so runter, Antares!
Gestern ging ich zum Rummel und konnte ein paar gute Bücher erstehen, von denen ich dir eines anbei lege, und eine wunderschöne in Leder gebundene Flasche, die ich mir gleich mit gutem Wein angefüllt habe. Ich trinke auf deine Zeilen, die mich stets so sehr beglücken.
Gestern ging ich zum Rummel und konnte ein paar gute Bücher erstehen, von denen ich dir eines anbei lege, und eine wunderschöne in Leder gebundene Flasche, die ich mir gleich mit gutem Wein angefüllt habe. Ich trinke auf deine Zeilen, die mich stets so sehr beglücken.
Hier geht es nun aufs St.
Martin Fest zu. Die Kinder basteln schon fleißig an ihren Laternen und
studieren die Lieder ein, die bald im Kerzenschein zu singen sind. Schau
mal zu den Sternen und stimm das altbekannte Liedchen an. Mögest auch
du leuchten, Antares! Dein Herz soll dir Laterne sein. Hab Vertrauen und
es wird dir den Weg weisen. Gerade sehe ich die Kleinen draußen herum flitzen
und sich gegenseitig mit getrockneten Blättern bewerfen. Ihre
Unbeschwertheit ist mir mehr als beeindruckend, und die Gewissheit jene verloren zu
haben, erfüllt auch mich beizeiten mit Traurigkeit. Ich meine dann in
diesem Gefühl den Ursprung aller Verzweiflung zu erkennen, die den
Menschen innewohnt. Ein jeder ist zeitlebens bestürzt, als sei er
gefallen wie ein Krieger, der den Kampf verloren hat. Aber wer sieht
sich an und wünscht eben das? Diese Leichtigkeit zurück zu erlangen? Dem
Menschen fehlt der Mut zum Kindsein, der Mut schon diese Sehnsucht in
Worte zu fassen. Es ist ja wieder der Stolz der hier böse reinwirkt.
Denn es bedarf der Unterordnung, der Erniedrigung und dem Zugeständnis,
dass nicht alles zu wissen ist, und dass das Verstehen dem Fragen
bedarf. Du stellst Fragen, Antares! Erkenne deinen Mut! Erkenne wie sehr
du da bist, wo es all die Sehnsüchtigen hinzieht und die doch in entgegen
gesetzter Richtung fliehen, allein aus Angst. In deiner Liebe zu Emma,
erkenne ich deine Zukunft. Du bist auf gutem Wege, mein Freund!
G
Wenn ich fröhlich bin, sehne ich am meisten
Lieber G,
so sehr wie gestern Abend liebte ich Emma lang nicht mehr. Als ich nach Hause kam, fand ich sie brauchlinks in der Wanne liegend vor, wie ein Kleinkind. Da war sie mir so niedlich, dass ich mich umso größer und stärker fühlte. Ich wusch ihren Körper und küsste ihre Stirn, wie ein Vater seinen Zögling. Später im Rausch überkam mich die Vorstellung, dass alle Welt denselben Plan habe, ohne es zu wissen. Dass ein jeder von jedem wegzutreiben sucht, aufdass schließlich jeder allein sei. Dies mag wieder Projektion sein, aber indem ich projizieren bringe ich ja die Gedanken in die Menschen hinein. Ich fasse Äußerungen anders auf und antworte im Geiste gegensätzlich zu dem, was meine Lippen formen. Manchmal tue ich unaufmerksam um nicht zu erkennen zu geben, wie wie viel Aufmerksamkeit ich dieser Seele schenke, die dort zu mir spricht, ohne, dass ich mich angesprochen gebe. Weiß sie denn nicht was sie tut, wenn sie dieses Lied anstimmt? Ist ihr denn nicht bewusst, was das bewirken kann oder will sie mich nur einem Test unterziehen? Wenn du am Fenster stehst und den Regentropfen zusiehst, wie sie die Scheiben hinunter laufen, denkst du dann stets an mich? Es ist nicht so wie du denkst, im Gegenteil! Ich bin ja betrübt wie das Wetter und wünsche mir dann nichts sehnlicher als in Emmas Armen zu liegen. Wenn die Sonne scheint, ist sie mir ja ebenso da. Dann kann ich fröhlich sein und gerade, wenn ich fröhlich bin, sehne ich am meisten. Gerade unter Menschen, bin ich am einsamsten, weil so viele da sind, nur nicht die eine.
Aha, da sieh mal einer an, wie der Schreiber ins Schreiben kommt, wenn er nur schreibt!
Frage mich einer, was ich sei, so sei es nicht Schriftsteller, sondern viel mehr SchriftERsteller. Ich erstelle Schrift! Ich bin inmitten eines Tuns, indem ich meine Hand betätige. Mein Kopf tut rein gar nichts mehr. Welch Leere dort wieder herrscht seit Tagen. Gestern wollte mir partout kein einziger Gedanke kommen. Immerhin bleiben mir dann noch die Erinnerungen.
Antares
so sehr wie gestern Abend liebte ich Emma lang nicht mehr. Als ich nach Hause kam, fand ich sie brauchlinks in der Wanne liegend vor, wie ein Kleinkind. Da war sie mir so niedlich, dass ich mich umso größer und stärker fühlte. Ich wusch ihren Körper und küsste ihre Stirn, wie ein Vater seinen Zögling. Später im Rausch überkam mich die Vorstellung, dass alle Welt denselben Plan habe, ohne es zu wissen. Dass ein jeder von jedem wegzutreiben sucht, aufdass schließlich jeder allein sei. Dies mag wieder Projektion sein, aber indem ich projizieren bringe ich ja die Gedanken in die Menschen hinein. Ich fasse Äußerungen anders auf und antworte im Geiste gegensätzlich zu dem, was meine Lippen formen. Manchmal tue ich unaufmerksam um nicht zu erkennen zu geben, wie wie viel Aufmerksamkeit ich dieser Seele schenke, die dort zu mir spricht, ohne, dass ich mich angesprochen gebe. Weiß sie denn nicht was sie tut, wenn sie dieses Lied anstimmt? Ist ihr denn nicht bewusst, was das bewirken kann oder will sie mich nur einem Test unterziehen? Wenn du am Fenster stehst und den Regentropfen zusiehst, wie sie die Scheiben hinunter laufen, denkst du dann stets an mich? Es ist nicht so wie du denkst, im Gegenteil! Ich bin ja betrübt wie das Wetter und wünsche mir dann nichts sehnlicher als in Emmas Armen zu liegen. Wenn die Sonne scheint, ist sie mir ja ebenso da. Dann kann ich fröhlich sein und gerade, wenn ich fröhlich bin, sehne ich am meisten. Gerade unter Menschen, bin ich am einsamsten, weil so viele da sind, nur nicht die eine.
Aha, da sieh mal einer an, wie der Schreiber ins Schreiben kommt, wenn er nur schreibt!
Frage mich einer, was ich sei, so sei es nicht Schriftsteller, sondern viel mehr SchriftERsteller. Ich erstelle Schrift! Ich bin inmitten eines Tuns, indem ich meine Hand betätige. Mein Kopf tut rein gar nichts mehr. Welch Leere dort wieder herrscht seit Tagen. Gestern wollte mir partout kein einziger Gedanke kommen. Immerhin bleiben mir dann noch die Erinnerungen.
Antares
Freitag, 2. November 2012
Abschiedsbrief
Geliebte Susi,
einen
letztes Gedicht will
ich dir schreiben, damit
mir ein Licht leuchte
im Dunkeln dieser
Tage. Vertreiben soll
es meine Tränen und dir zeigen, dass
du immer als heller Stern an
meinem Himmelszelt funkeln wirst. Ich
hoffe es gefällt dir
und ist dir eine schöne Erinnerung an
die Zeit, die wir hatten, da
sich nun schwarze Schatten über
unser Verbündnis ziehen, denen
du zu entfliehen suchst. Von
ganzem Herzen möchte
ich dir danken für
den Versuch mich zu lieben. Viele
Schranken haben
sich mit deiner Hilfe aufgetan, und
auch, wenn du jetzt von mir weichen musst,
weil deine Gefühle nicht mehr ausreichen, so
wird sich mein Herz, die, die
du es wissen ließest, aufbewahren und
ganz sparsam mit
ihnen umgehen. Auf
dass sie mich lange nähren mögen, dass
ich nicht vor Sehnsucht nach dir verhungere, die
sich von nun an von Tag zu Tag vermehren
wird. Ich
muss begreifen, wie
es sein kann, dass
ich neulich noch in
deinen Armen lag und
sich so plötzlich dieses schwarze Loch unter
mir auftat, in
dem ich immer noch am
Fallen bin. Ich
wollte mich festkrallen an
dir und dich nie wieder loslassen.
Jetzt
kann ich's kaum fassen dir
im Morgengrauen nie
wieder in die Augen schauen zu
können. Niemandem
will ich dieses Geschenk gönnen. Mit
aller Macht werd
ich den Hass aus meinem Herzen treiben, damit
mir schon bald wieder die Sonne lacht und
meine Schmerzen ein
Ende haben. Dann
wird die große Wende kommen,
weil die Erinnerung an
dich mein Anschwung sein
wird, damit
sich mein Kopf nicht verirrt im
Chaos dieser Welt.
Du
hast mir zu verstehen gegeben, dass
ich in Zukunft ohne
deine Liebe leben muss; einen
letzten Kuss hab
ich zum Abschied auf
deine Stirn gedrückt, jetzt
macht's mich verrückt zu
wissen, dass
meine Lippen deine Haut nie
wieder berühren werden, und
alles was ich spüren kann,
ist der Wunsch sofort
zu sterben. Mein
Herz möcht ich mir aus
der Brust reißen, weil
es dir gehört,
seitdem ich es dir zum
Geschenk machte. Richte
dem nächsten von mir aus, ganz
vorsichtig und sachte mit
dir umzugehen, denn
auch, wenn wir uns von
nun an nicht mehr sehen,
werde
ich Wacht über
deinen Schlaf in der Nacht halten,
weiter Acht auf
dich geben und
jeden vertreiben, der
dir Böses will. Still,
still, mein Herz! Lass
deinen Tränen freien Lauf, doch
verbirg den Schmerz, den
du empfindest, auf
dass du verschwindest an
einen einsamen Ort, wo
niemandem deines Kummers Wort zu
Ohren kommt, und
auch dein Gesicht nicht
erkennen lässt, welch
kräftigen Stoß dir
der gestrige
Tage verpasste. Haste jetzt
nicht wie verloren durch
den Tag, sondern
leg die Hände in deinen Schoß und
sag: "Jetzt
werd ich neu geboren!" Alles
was war soll
ich vergessen, alles
was wird von
nun an besser ausmessen und
einschätzen, und
mich mit den restlichen Fetzen der
verlorenen Liebe zudecken. Ich
will aufhören mich zu verstecken und
denken, sie
triebe mich
in den Wahnsinn und
wolle nichts als
mich in die verkehrte Richtung zu
lenken, denn
das wäre ein Trugschluss. Ich
will nicht in den falschen Bus einsteigen,
der in die Hölle fährt, sondern
kehrt machen
und alle bösen Gefühle abstreifen, die
der Teufel regiert, mich
seiner mächtigen Klauen entreißen und
lieber in die reifen Früchte
Gottes immerwährender Liebe beißen. Wie
naiv ich war vom
Sommer zu
reden, denn
wie man sieht, im
null komma nix
ist's aus und vorbei. O
wie mir geschieht! Sitz
auf des Berges Gipfel und
schrei mir
die Seele aus
dem Leibe, seh
die Wipfel der
Bäume sich im Winde bewegen und
reibe meine
trockene Kehle. Ich
muss mich hinlegen, weil
mich die Müdigkeit überwältigt,
und hoffe der Herr befreit mich
von meiner Schlaflosigkeit, die
mich die ganze Nacht gequält. Schon
jetzt fehlt mir
dein Lachen, all
die lustigen Sachen, die
ich nur mit dir machen konnte. Ich
werd dich so unendlich sehr vermissen, werd
nie wieder das Kissen waschen,
auf dem dein Köpfchen lag,
weils sicher noch ein Tröpfchen von
deinem Dufte an sich trägt. Mit
einem Mal wie weg gefegt ist
alles was uns verband, doch
ich möchte dich wissen lassen: Ich
könnte dich niemals hassen und
reich dir die Hand wann
immer du ins Wanken gerätst. Ich
bin für dich da, ob
nah oder
fern, doch
jetzt muss ich erstmal lern ohne
dich auszukommen, weil
du mich ganz benommen machtest, muss
mich entfern, auch,
wenns nichts daran ändern wird wie
wahnsinnig gern ich
dich hab, wie
sehr ich es mag meine
Zeit mit
dir zu verbringen, so
ist es jetzt soweit unsere
Lieder allein zu singen und
mich anderen Dingen zuzuwenden. Mein
Glaube wird mir die nötige Kraft dazu
spenden und
wer weiß, vielleicht
wird mir der Himmel schon bald einen
neuen Engel senden. Drum
mach dir keine Sorgen, es
wird immer ein Morgen geben. Meinen
Segen hast
du längst und
ich weiß, dass
du mir auch deinen schenkst. Ich
möchte nun aufhören, dir
mein Leid zu klagen und
dir "Lebe Wohl" sagen, aber
auch, wenn sich unsere Wege hier trennen und
unser beider Leben seinen Lauf nimmt, dein
Name wird ewiglich in
meinem Herzen brennen, denn
ich weiß ganz bestimmt ich
werde dich lieben für
alle Zeit.
In Liebe,
Dein Gustave
Der Doppelgänger
Wir ziehen an einem Strang,
aber anstatt uns hintereinander aufzureihen,
stehen wir uns gegenüber und zerren an dem Seil,
als wollten wir messen, wer wohl der Stärkere sei.
Wär alles ein Leichtes, wenn einer nachgäbe,
wenn nur einer klüger wäre.
Mir scheint, von allen Sünden ist der Stolz,
die wohl am schwersten zu überwindende.
aber anstatt uns hintereinander aufzureihen,
stehen wir uns gegenüber und zerren an dem Seil,
als wollten wir messen, wer wohl der Stärkere sei.
Wär alles ein Leichtes, wenn einer nachgäbe,
wenn nur einer klüger wäre.
Mir scheint, von allen Sünden ist der Stolz,
die wohl am schwersten zu überwindende.
Donnerstag, 1. November 2012
Nicht Qual, Vorfreude solls mir sein
Lieber G,
Emma entschuldigt sich nun ständig für ihr Mich-Verhätscheln. Nachdem ich meine Depression überwunden habe, kristallisiert sich nun heraus, dass sie es nur schwerlich unterlassen kann, an mir herum zu fummeln. Ihr fällt das ja selbst auf, aber mich stört es derzeit rein gar nicht. Ich bin ja erleichtert, dass sich meine Sorgen nicht bewahrheitet haben. Ihre Berührungen genieße ich sehr. Beizeiten meine ich jedoch, dass dies so nicht richtig sei, und sie wirkt fast auch ein wenig so, als rege sie sich darüber auf plötzlich wieder so vernarrt in mich zu sein. Es scheint, wahrlich böse könne sie mir kaum sein. Wenn ich mich deswegen nun wieder klein fühle, dann gräme ich mich dessen nicht mehr. Der Beweis ist ja erbracht und mir ist's nun wie eine Erleichterung. Ich lebe - ich bin nicht nur schön, kleine Klettenbergerin und auch kein Moritz.
Ach, wenn ich nur jetzt schon Zeit hätte für ein intensives Studium all dieser Schriftstücke. Anzunehmen, dass dieses Verlangen noch zurück zu stecken sei, quält mich, aber dann sag ich mir, dass die Qual ja nur Qual ist, wenn ich sie so bezeichne. Stattdessen soll es mir Vorfreude sein! Die müßigen Stunden, die ich zubringen muss, bis sie mir erfüllt wird, sollt ich mir doch nicht durch betrübtes Gemüt noch müßiger machen. Was hilft's denn? Es ist ja nicht zu ändern und wenn ich dahin komme anzunehmen, dass die Muße und der Fleiß jetzt nicht sein muss, sondern sein soll, dann mögen die Stunden mir gar angenehm verstreichen. Denn gibt es nicht da eine Hoffnung in mir, die geradezu wünscht alles, alles möge schnell vergehen? Manchmal ist's aber ja gerad diese Hoffnung, die mich bange macht, denn wär dieser Wunsch nicht, was gäbs zu fürchten?
Antares
Mittwoch, 31. Oktober 2012
Ach, mein Mädchen...sie ist mir so viel!
Lieber G,
hab einen wunderschönen Morgen mit Emma verbracht. Ach, mein Mädchen...sie ist mir so viel! Einmal ist sie verrückt wie ein Kind und tanzt ganz ausgelassen im Zimmer auf und ab, dann wieder lässt sie lassiv die Hüften schwingen. Es ist schon seltsam wie sehr sich unsere Bewegungen der Kleidung anpassen, die wir tragen. Bin ich noch im Nachtkleid, so bewege ich mich eher kindlich. Meine Bewegungen sind grobmotorisch und nicht im Takt. Zieh ich Hose und Schuhe an, ist es als leiteten sie mich wie ein Metronom und führten mich in den richtigen Rhythmus ein. Der Morgen ist ja wie eine Geburt und wie in Lichtgeschwindigkeit altere ich in den ersten Stunden. Wach ich in Emmas Armen auf, bin ich wie ein Säugling, der das Köpfchen auf die Brust der Mutter stützt. Der Rollentausch vollzieht sich gerad in diesem Moment, da ich mich an den Beginn meines Lebens erinnere, mich kurz darauf vergesse und die genialsten Gedanken in meinen Kopf schießen. Die Ideen kurz nach dem Erwachen sind ja so schön wie Neugeborene. Heut dacht ich, dass man aus alten Hemden ja auch neue machen könnt, indem man einen alten Aufdruck ausschneidet und auf ein neues Hemd aufnäht. Denn es ist ja nicht das Hemd, dass mir so ans Herz gewachsen ist, sondern das Bild, das jahrelang mein Herz bedeckte. Auch verbinden sich Erinnerungen mit den Bildern, ebenso wie eine Sammlung mit getrockneten Blättern. Die Schwierigkeit sich von Dingen zu trennen, ist ja eine tiefsitzende Furcht zu vergessen. Wer Angst hat zu vergessen, der weiß aber wie wichtig Erinnerungen sind, denn vergangene Jahre anzusehen ist manchmal herzergreifend. Erinnerungen, die man sonst vergessen hätte, sind nun doch noch da. Jetzt im Beginn dieser neuen Geburt, kann ich nichts mehr vergessen, da ich mir ja alles notiere. Doch all diese beschriebenen Zettel, gäb ich ja gern hinfort, wenn ich nur wüsst, dass jene fünfzehn Seiten noch nicht auf der Müllhalde verrotten.
Antares
hab einen wunderschönen Morgen mit Emma verbracht. Ach, mein Mädchen...sie ist mir so viel! Einmal ist sie verrückt wie ein Kind und tanzt ganz ausgelassen im Zimmer auf und ab, dann wieder lässt sie lassiv die Hüften schwingen. Es ist schon seltsam wie sehr sich unsere Bewegungen der Kleidung anpassen, die wir tragen. Bin ich noch im Nachtkleid, so bewege ich mich eher kindlich. Meine Bewegungen sind grobmotorisch und nicht im Takt. Zieh ich Hose und Schuhe an, ist es als leiteten sie mich wie ein Metronom und führten mich in den richtigen Rhythmus ein. Der Morgen ist ja wie eine Geburt und wie in Lichtgeschwindigkeit altere ich in den ersten Stunden. Wach ich in Emmas Armen auf, bin ich wie ein Säugling, der das Köpfchen auf die Brust der Mutter stützt. Der Rollentausch vollzieht sich gerad in diesem Moment, da ich mich an den Beginn meines Lebens erinnere, mich kurz darauf vergesse und die genialsten Gedanken in meinen Kopf schießen. Die Ideen kurz nach dem Erwachen sind ja so schön wie Neugeborene. Heut dacht ich, dass man aus alten Hemden ja auch neue machen könnt, indem man einen alten Aufdruck ausschneidet und auf ein neues Hemd aufnäht. Denn es ist ja nicht das Hemd, dass mir so ans Herz gewachsen ist, sondern das Bild, das jahrelang mein Herz bedeckte. Auch verbinden sich Erinnerungen mit den Bildern, ebenso wie eine Sammlung mit getrockneten Blättern. Die Schwierigkeit sich von Dingen zu trennen, ist ja eine tiefsitzende Furcht zu vergessen. Wer Angst hat zu vergessen, der weiß aber wie wichtig Erinnerungen sind, denn vergangene Jahre anzusehen ist manchmal herzergreifend. Erinnerungen, die man sonst vergessen hätte, sind nun doch noch da. Jetzt im Beginn dieser neuen Geburt, kann ich nichts mehr vergessen, da ich mir ja alles notiere. Doch all diese beschriebenen Zettel, gäb ich ja gern hinfort, wenn ich nur wüsst, dass jene fünfzehn Seiten noch nicht auf der Müllhalde verrotten.
Antares
Dienstag, 30. Oktober 2012
Ach, Stille, du bist mir so fremd!
An Stille muss ich mich erstmal gewöhnen. Wenn sie beizeiten ein Gefühl
von Nervosität in mir hervorruft, so scheint mir, liegt es daran, dass
ich fürchte sie könne mir alsbald wieder gestört werden.
Wenn ich alleine im Hort liege, schreckt mich jedes Geräusch auf. Ich kann schlecht schlafen, weil sie solch Unbehagen in mir hervorruft. Wenn um mich herum Chaos ist, so scheint mir oft, dann ist Frieden in mir. Dann kann ich mich konzentrieren. Dann hab ich das Gefühl, ich müsse mich einfach nur einfügen, in eine Art Puzzle. Ich passe rein und bin inmitten der Realität. Hier ist Welt! Der Kollege Rilke hatte wohl Recht: niemals haben wir den leeren Raum vor uns. Immer ist es Welt, aber vielleicht ist den Menschen heutzutage möglich, weil es ja jetzt auch nicht mehr unvorstellbar ist, in den Weltraum zu fliegen. Ist nicht hier im Stillen ein ganzes Universum, das mir zu Herzen liegt? Mit Baumgartners Sprung aus dem All auf die Erde sind wohl der Vorstellungskraft keine Grenzen mehr gesetzt. Hätte wir sowas für möglich gehalten? Ich wär nicht mal auf den Gedanken gekommen danach zu fragen ob die Möglichkeit bestünde, so absurd war mir die Vorstellung, als ich davon hörte.
Wenn ich alleine im Hort liege, schreckt mich jedes Geräusch auf. Ich kann schlecht schlafen, weil sie solch Unbehagen in mir hervorruft. Wenn um mich herum Chaos ist, so scheint mir oft, dann ist Frieden in mir. Dann kann ich mich konzentrieren. Dann hab ich das Gefühl, ich müsse mich einfach nur einfügen, in eine Art Puzzle. Ich passe rein und bin inmitten der Realität. Hier ist Welt! Der Kollege Rilke hatte wohl Recht: niemals haben wir den leeren Raum vor uns. Immer ist es Welt, aber vielleicht ist den Menschen heutzutage möglich, weil es ja jetzt auch nicht mehr unvorstellbar ist, in den Weltraum zu fliegen. Ist nicht hier im Stillen ein ganzes Universum, das mir zu Herzen liegt? Mit Baumgartners Sprung aus dem All auf die Erde sind wohl der Vorstellungskraft keine Grenzen mehr gesetzt. Hätte wir sowas für möglich gehalten? Ich wär nicht mal auf den Gedanken gekommen danach zu fragen ob die Möglichkeit bestünde, so absurd war mir die Vorstellung, als ich davon hörte.
Montag, 29. Oktober 2012
Will ich Genie sein, muss ich dann die Hölle wählen?
Wie mir das Laufen regelrecht den Geist beflügelt.
Trägheit hatte mich überkommen.
Nun scheint mir waren dies nur Vorboten von den Abgründen,
die sich mir gen Abend auftun wollten.
Ich verzweifelte beim Schritte und mir traten die Tränen in die Augen:
Will ich Genie sein, muss ich dann die Hölle wählen?
Trägheit hatte mich überkommen.
Nun scheint mir waren dies nur Vorboten von den Abgründen,
die sich mir gen Abend auftun wollten.
Ich verzweifelte beim Schritte und mir traten die Tränen in die Augen:
Will ich Genie sein, muss ich dann die Hölle wählen?
Sonntag, 28. Oktober 2012
Höllenqual
Wird denn das Genie in der Hölle geboren?
Das Böse kann ich nicht begreifen
und eben dies Nichtbegreifen
ist mir solch fürchterliche Qual,
dass es für mich Hölle ist.
Ihr kann ich nur im Traum entfliehen!
Das Böse kann ich nicht begreifen
und eben dies Nichtbegreifen
ist mir solch fürchterliche Qual,
dass es für mich Hölle ist.
Ihr kann ich nur im Traum entfliehen!
Samstag, 27. Oktober 2012
Ach, wenn sich doch meine Worte vom Blatt in die Welt erheben könnten!
Lieber G,
wie gütig! Gestern erhielt ich Emma's Segen für meine Herzenswünsche. Sie sähe Dinge aber eben aus anderen Persektiven und ich solle nicht versuchen diese zu ändern. Ich sagte, für mich seien alle gleich und sie echauffierte sich darüber, dass doch ein ehrenwerter Mann nicht mit einem Halunken gleichzusetzen wäre. Wenn ich Menschen als gleichwertig einstufe, dann nur weil ich bei jedem von seiner reinen Seele ausgehe. Wie sich einer gibt, steht doch immer in direkter Abhängigkeit zu dem ab, was er erfahren hat. Neigt jemand zum Gemeinen oder Negativem, so bedarf er doch am ehesten meiner Hilfestellung. Bertram ist doch sehr in der Waage, weil er nicht entschieden ist, wohin sein Weg führen soll, aber doch zugleich kurz vor der Entscheidung. Ich will ihm ja nur einen Stups geben, um seine Gedanke anzuregen, und nicht gar zwanghaft in eine Richtung lenken. Das tut er ja auch für mich und ich bin stets dankbar drum. Wenns ständig heißt, ich würde manipulieren, dann dürft ich ja gar nicht mehr da sein, denn wirke ich nicht immer ein? Wenn sich einer eine Sache wähle und sich mit seinem Herzen dazu verpflichtet, dann sollte er doch nicht zweifeln, ob er nicht lieber wieder von diesem Kurs abkommen sollte, sondern eben dieser Pflicht nachkommen, so gut er kann. Ach, und was ist meine Pflicht? Was kann ich denn schon? Die Schreiberei wirds wohl kaum sein.
Wie oft denke ich, dass es meine
Bestimmung ist, Worte aneinander zu rücken, aber dann weiß ich nicht
sicher, ob es nicht gesprochene Worte sein sollen, anstatt
geschriebene. Ich würd gern dran glauben, dass um die Welt zu bewegen, ich nur eben dies tun muss, dass ich keinen Leser, keinen Zuhörer brauche, außer mich allein, weil es die Welt schon in dem Moment bewegt, in dem es mich bewegt. Ich könnte doch fragen: Wirkt denn meine
Bewegung nicht in die Welt hinein? Ich aggiere! Reicht das nicht? Nur
weil es niemand sieht, heißt es ja nicht, dass es unsichtbar bleibt
in der Welt. Ich bewege ja Atome und Moleküle umher nur durch die
Bewegung, die mein Stift macht. Immer fließender reihe ich meine
Buchstaben aneinander. Wenn alles miteinander vernetzt ist wie ein
Atomkern dessen Moleküle miteinander in Verbindung stehen, dann hat
jede Bewegung Einfluss. Drücke ich demnach diese Stiftmiene auf das
Papier, so verändere ich seine Beschaffenheit. Vorher war die Seite
weiß, jetzt ist sie beschrieben. Ich verändere die Struktur des
Blattes. Ach, wenn sich doch meine Worte vom Blatt in die Welt
erheben könnten! Kann ich mir ein Wort mit einer Seele denken? Ach,
so wär mir ja jeder Buchstabe wie ein Kind, das ich gebäre. Je mehr
ich schreibe, desto mehr Seelen schweben durch die Luft. Ich wünschte
mir die Luft erfüllt von meinen Worten und einen, der dichtet: Der Wind,
der Wind, das himmlische Kind!
Antares
Freitag, 26. Oktober 2012
Der Herbst
So manche bunte Blätterschlacht
macht, dass die Sonne in mir lacht
holt mich raus aus diesem Schacht
Ach, du bunte Herbstespracht.
macht, dass die Sonne in mir lacht
holt mich raus aus diesem Schacht
Ach, du bunte Herbstespracht.
Donnerstag, 25. Oktober 2012
Die Verdammnis beginnt...
Der Zeiger der Uhr springt auf Mitternacht
und die Stimmung schwingt ins Negative.
und die Stimmung schwingt ins Negative.
Die unsichtbare Schmeißfliege
Immer wieder stieß die Schmeißfliege
in ihrem Flug gegen die Fensterscheibe.
Ihr Summen und Brummen riss
mich aus dem Schlaf
und zog mich binnen Sekunden aus meinem Traum,
aufdass ich ihn im Nu vergaß.
Wenig später saß ich am Tisch und
beobachtete
ihre verzweifelten Versuche sich einen Weg aus diesem
Kerker zu bahnen.
Hinter den Fensterscheiben blüht das
Grün,
der Wind umweht die Sträucher und die Blätter der Bäume
leuchten in allen Farben.
Sie sitzt still wie ein weiser Mann und
rührt sich nicht,
im nächsten Moment ist sie wieder Kind und surrt
und springt.
Betritt jemand den Raum, so ist's als sei niemand da.
Die Schmeißfliege ist unsichtbar.
Sie fliegt suchend umher und
bittet: Lass mich frei!
Der Besucher jedoch sieht nur leeren Raum und
geht vorbei.
Mittwoch, 24. Oktober 2012
Der Ursprung
Ohne Zerstreuung
ist jedes Gefühl
ursprünglich
Da wo Zeit ist
ist Zerstreuung
Da wo Ewigkeit ist
ist Ursprung
ist jedes Gefühl
ursprünglich
Da wo Zeit ist
ist Zerstreuung
Da wo Ewigkeit ist
ist Ursprung
Ich will nichts wollen, als das was ist
Lieber G,
Ich bin dir zu Dank verpflichtet. Deine Zeilen haben mich aufgeweckt. Ich nahm Emma bei der Hand und wir verbrachten etliche Stunden im Park. Ein Traumherbsttag! Wir lagen im Gras und suchten
Gesichter in der Wolkendecke. Und ich war eben nur dort! Auch heute
hab ich den Tag so genommen wie er kam.
Fortan will ich nichts mehr wollen, als das was ist!
Antares
Ach, gibt es etwas Furchterregenderes als die Einsamkeit?
Die Kleingärtnerin erzählte
mir von ihrem verstorbenen Mann. Sie meinte sie würde es künftig
unterlassen Pläne zu schmieden, weit in die Zukunft zu denken. Sonst
freu man sich ja doch zu sehr, und dann kommt plötzlich alles
anders und dann noch so furchtbar tragisch, dass man ob der Pläne
noch mehr leide, weil die Pläne wie zusätzliche Erinnerungen sind,
Erlebnisse, die man gern noch geteilt hätte.
Ach, gibt es etwas Furchterregenderes als die Einsamkeit?
Du bist wieder zu ursprünglich, Antares, du fürchtest dich ja nur vor dem Verlassenwerden!
G
Ach, gibt es etwas Furchterregenderes als die Einsamkeit?
Du bist wieder zu ursprünglich, Antares, du fürchtest dich ja nur vor dem Verlassenwerden!
G
Dienstag, 23. Oktober 2012
Ach, ich will noch kleiner werden um dem geringsten gleich zu werden!
Lieber Antares,
Vorhin bin ich rüber zu den
Kleingärten. Ich malte mir ein Leben in einer gemieteten Gartenlaube
aus. Im Sommer könnt man drin wohnen und im Winter verreisen. Die
Miete beträgt jährlich sechshundert Taler. Eine ältere Dame mit
der ich ins Gespräch kam, erzählte mir von Einbrüchen und
Diebstählen, aber dagegen könnt man sich ja schützen. Nimm mich
nicht für voll! Alles Rumspinnerei, aber wenn ich derart rumspinne,
dann seh ich alles klarer. Dann fang ich die letzten Sonnenstrahlen
bewusster ein. Beizeiten war mir in der Stille, da nichts zu hören
war als ein Zirpen und Säuseln, ein Rascheln und Knacken im Gebüsch,
ein Summen und Brummen kleiner Flugobjekte, und mein Blick in den
Baumkronen hing, das hier könnt auch Afrika sein. Die Sonne brannte
auf meinen Wangen und ich spürte die Schweißperlen auf meiner Brust
herunter rinnen und sich in den kleinen Trichter sammeln. Ich
erinnere mich wie ich als Kind in der Badewanne lag und dort ein
Wasserbecken entstehen ließ. Mein Körper war dann die Wüste und
zwischen den kleinen Sandhügelchen befand sich diese kleine Oase.
Ich nahm die kleinen Spielfigürchen und sie erwachten zum Leben.
„Dort, eine Oase!“ rief dann der Pirat oder Cowboy, und ich
erfand mir eine Geschichte nach der anderen, die ich mir selbst
erzählte. Oft hab ich mich gefragt wie es wohl wäre so klein zu
sein, und irgendwie wünschte ich mir manchmal zu verstehen wie sich
das wohl anfühlt. Heute merk ich...der Traum ist wahr geworden. Ich
bin klein, winzig, unbedeutend...nicht nur, weil ich in einer
Gartenlaube wohne. Ach, ich will noch kleiner werden um dem
geringsten gleich zu werden! Könnte ich mir nicht selbst hier ein
Paradies errichten? Die Bäume und Sträucher bekomm ich dazu. Dann
noch ein Baumhaus und eine Schaukel an den Ast gebaut. Welch ein
Schlumpfen-Leben das wär! Wie ein immerwährender Urlaubstag! Ganz
nah beieinander, im Grünen wohnen, nicht viel arbeiten, einen
Brunnen bauen, einen chinesischen Garten anpflanzen. Du solltest auch hinaus und dich von der Natur heilen lassen. Lass dir doch deine Stille anfüllen, Antares!
G
Montag, 22. Oktober 2012
Diese Stille, immer diese Stille!
Lieber G,
diese Stille, immer diese Stille! Wieso kann ich nicht in ihr schwelgen, warum muss sie mich mit Nervosität plagen? Ich würd sie so gern als angenehm empfinden. Stattdessen ist mir immerzu flau. Auf meine Arbeiten kann ich mich nicht konzentrieren und um mich noch tiefer in diesen Zustand des Selbstmitleids zu versinken, greife ich wieder zur Flasche. Ach, wieso will man im Leid nur stets noch tiefgründiger leiden? Na, so ist's ja einfach, nicht? Doch ich bin gewillt, mich zu bemühen, mich meiner Lethargie zu entziehen. Wenn nicht um meinetwillen, dann zumindest um Emma nicht weiter zu belasten. Dass ein Mensch solch Geduld aufbringen kann, entfacht meine Bewunderung. Sie muss mich ja wahrlich lieben, mich in solch Verfassung zu ertragen. Ihre Fürsorge ist mir so angenehm, dass mir die Ahnung kommt, mein Leiden sei mir nur Mittel zu diesem Zwecke, denn wenn ich so stöhne und depremiert bin, dann kann sie ja kaum von mir lassen. Lächelnd bringt sie mir den Tee ans Bett und täschelt mir die Wangen. Brennt das Fieber mir auf der Stirn, so wickelt sie meine Waden in kühle Tücher und misst meine Temperatur. Vielleicht fürchte ich, ihre Liebe könnt nur auf ihre Fürsorge begründet sein und sie würd sich entlieben, wenn sie merkte, dass ich stark genug sei mich allein zu versorgen. Ist es das? Leide ich wieder nur aus Angst?
Antares
diese Stille, immer diese Stille! Wieso kann ich nicht in ihr schwelgen, warum muss sie mich mit Nervosität plagen? Ich würd sie so gern als angenehm empfinden. Stattdessen ist mir immerzu flau. Auf meine Arbeiten kann ich mich nicht konzentrieren und um mich noch tiefer in diesen Zustand des Selbstmitleids zu versinken, greife ich wieder zur Flasche. Ach, wieso will man im Leid nur stets noch tiefgründiger leiden? Na, so ist's ja einfach, nicht? Doch ich bin gewillt, mich zu bemühen, mich meiner Lethargie zu entziehen. Wenn nicht um meinetwillen, dann zumindest um Emma nicht weiter zu belasten. Dass ein Mensch solch Geduld aufbringen kann, entfacht meine Bewunderung. Sie muss mich ja wahrlich lieben, mich in solch Verfassung zu ertragen. Ihre Fürsorge ist mir so angenehm, dass mir die Ahnung kommt, mein Leiden sei mir nur Mittel zu diesem Zwecke, denn wenn ich so stöhne und depremiert bin, dann kann sie ja kaum von mir lassen. Lächelnd bringt sie mir den Tee ans Bett und täschelt mir die Wangen. Brennt das Fieber mir auf der Stirn, so wickelt sie meine Waden in kühle Tücher und misst meine Temperatur. Vielleicht fürchte ich, ihre Liebe könnt nur auf ihre Fürsorge begründet sein und sie würd sich entlieben, wenn sie merkte, dass ich stark genug sei mich allein zu versorgen. Ist es das? Leide ich wieder nur aus Angst?
Antares
Sonntag, 21. Oktober 2012
...wie ein Nebelschwaden
Welch Leere in meine Kopf!
Einen klaren
Gedanken fassen gleicht einer Unmöglichkeit.
Denke ich, so wirken
die Gedanken fremd
als seien sie nicht die meinen.
Sie sind so unedlich weit weg.
Eine Trägheit umgibt mich wie ein Nebelschwaden.
Samstag, 20. Oktober 2012
Ein Traum, ein Traum, juchee, ein Traum!
Endlich träume ich wieder,
endlich ist der Traum wieder Traum
und die Wirklichkeit wieder Wirklichkeit!
endlich ist der Traum wieder Traum
und die Wirklichkeit wieder Wirklichkeit!
Freitag, 19. Oktober 2012
Wo ich bin, ist Welt
Welch Freude kann eine Zugfahrt uns
bereiten, gerade zur Mittagszeit, wenn die Sonne hoch am Himmel
steht. Die Wagons rasen vorbei an Feldern und Wiesen. Da wird mir
buchstäblich vor Augen geführt, dass sich die ferne Wirklichkeit
gar nicht so sehr von der unterscheidet, die sich direkt vor meiner
Haustür befindet. Oft denke ich sehnsuchtsvoll an die ländlichen
Gegenden der amerikanischen Vororte und muss nun entdecken, dass ich
viel zu oft meine Zeit damit zubringe davon zu träumen nach fernen
Ländern zu reisen, obwohl ich mein eigenes noch gar nicht
kennengelernt habe. Wieso zieht es einen so oft weg von dem Ort an
dem wir uns befinden? Ich will darauf vertrauen, dass mir die gleiche
Herrlichkeit in meiner Heimat widerfahren kann wie anderswo.
Donnerstag, 18. Oktober 2012
All das ist!
Lieber G,
seit ein paar Tagen meine ich die Welt ganz anders wahrzunehmen. Mir ist als blickte ich mit neuen Augen um
mich her. Die Realität wird mir so sehr in hellerem Lichte vermittelt, dass ich oft meine ihr jetzt erst richtig bewusst zu werden.
Ich sehe die Dinge an, den Himmel und die Bäume, die sich derzeit so
schön bunt verfärben und bin ganz erstaunt, wenn sich mir ihre Wahrheit offenbart. Ich sage mir: Das ist! Und blicke meine Umgebung an
wie ein Kind, das jahrelang in einem dunklen Keller verbracht hat.
Alles ist mir wie ein schönes Gemälde, selbst noch wenn sich
der Himmel verdunkelt. Regnet es in Strömen, so möcht ich gern
hinauslaufen um die Tropfen auf meiner Haut zu spüren. Der Herbst
verspricht sonnig zu werden. In den kommenden Tagen werden für diese
Jahreszeit ungewöhnlich hohe Temperaturen erwartet. Ich freue mich
auf den Anblick des blauen Meeres über mir. Manchmal stelle ich mir
vor die Welt stünde auf dem Kopf. Dann beuge ich mich vornüber um
alles durch meine Beine zu betrachten, aufdass sich das Bild umkehre
und das Meer zurück auf Erden dreht. Seh ich dann die Zugvögel
Richtung Süden fliegen, so sind sie mir wie fliegende Fische, die
über die weißen Wolkenwellen springen. Wenn das Sonnenlicht dann so
herrlich durch die Baumwipfel und Zweige bricht, so drängt sich mir
der Wunsch auf es regelrecht auszurufen: All das ist! Es mag ja durchaus
sein, dass es anderen ebenso schwer fällt, die Wahrnehmung anderen ebenso nicht bewusst ist, so wie es auch mir
lange Zeit unsichtbar schien. Aber dann unterdrücke ich meine
Euphorie und schreie die Worte in mich hinein, denn niemandem will
ich die Freude über dieses Erkennen vorweg nehmen. Immerhin ist es
erst dann erkannt, wenn ein jeder es mit eigenen Augen zu sehen
vermag!
Mittwoch, 17. Oktober 2012
Der Bergmann
Gähnend wie zur Geisterstund
blickt ihn an der tiefe Schlund
der Bergamnn trotzt der
eingeschränkten Sicht
das Fürchten kennt der Kühne nicht
brennt auch unter ihm kein Licht
seilt er sich ab bis auf den Grund.
Den Hammer schwingend und die Kelle
dort! die Mauer steht an falscher
Stelle
drum gehört sie rasch vernichtet
aufdass er alles was hier fest
verschichtet
aufstößt und das Dunkel lichtet
bis erschöpft er schöpft vom Quelle.
Samstag, 13. Oktober 2012
Nur Geduld
So manches erfordert Geduld und Zeit, und selten genießen wir dabei. Mit
der Freundschaft und der Liebe ist's wie mit den Pflanzen. Sind sie
erst ausgewachsen, so ist's schön sie zu betrachten, aber ihnen dabei
zuzusehen, scheint uns der Warterei zu lang und so sind wir stets
geneigt zu schnell wieder fortzugehen, aus Angst etwas Schöneres könnte
an uns vorüberziehen. Ach, dabei ist's ja nur ein Entfliehen, welches
wir vielleicht noch nicht begreifen oder vielleicht doch so sehr und uns
gerade deshalb von dannen machen.
Immer ist es Angst, die uns in die Ferne leitet, weil wir uns nach mehr sehnen als der Wahrheit, die uns vielleicht viel zu früh zuteil wurde. Wir wollen ja den Zweifel, doch empfinden wir eben mit dem Abstand, das da sehr viel Reinheit war.
Immer ist es Angst, die uns in die Ferne leitet, weil wir uns nach mehr sehnen als der Wahrheit, die uns vielleicht viel zu früh zuteil wurde. Wir wollen ja den Zweifel, doch empfinden wir eben mit dem Abstand, das da sehr viel Reinheit war.
Freitag, 12. Oktober 2012
Gefallen
Für mich lag die größte Wahrheit schon immer in diesem weißen Raum,
im Einander-Verstehen, ein bisschen wie im Traum,
im Einander-Sehen mit geschlossenen Augen.
Gerade deshalb ist sie ja so wahr, weil sie das Unmögliche möglich macht
und uns zu etwas Besserem schafft als wir so oft meinen zu sein.
Wir waren so jung und konnten das Menschsein nicht begreifen,
uns keinen Reim darauf machen was wir hier zu suchen haben,
ob wir nur irgendwer seien,
nur eines der Millionen von Krümeln auf dem Kuchen von Erde,
nur eines der Millionen von Tieren in Menschengestalt,
die wie in einer großen Herde in eine Richtung ziehen.
Bemerkte denn nur einer unser Fehlen,
wenn wir uns umdrehten und anders würden?
Ich will mich nicht fürchten und siehe,
in diesem Sich-Fallen-Lassen in die größte Angst,
da wurd uns das Universum zuteil.
Keiner von uns schien dies zu bemerken,
ganz so als hätten wir alles verstanden ohne es zu wissen.
Jetzt weiß ich:
in unserem Einander-Vermissen lag die größte Erkenntnis des Menschen,
dem Verständnis dessen, dass in der Wiege der Körperlosigkeit
der Schlüssel zu einer Welt des Friedens liege.
Stürbe ein jedermanns Verlangen,
so müsste ja niemand mehr bangen und zum Diebe werden.
Entflöhe der Mensch sich selbst, erhöbe sich zu seiner reinen Seele
und würd dem Gotte gleich,
ach, was wäre dann, was bliebe als „Ewige Liebe“
und die Welt ein Himmelreich.
Samstag, 6. Oktober 2012
Die Reifeprüfung
Ihr mütterliches Herz war voller Stolz. In seinem Nicht-Erscheinen hatte er die Prüfung bestanden. Er hatte hinzu gelernt! Der Verzicht ließ sie in alle Höhen wachsen. Ihre Geduld würde sich auszahlen. Wendete er sich ab von ihr und lernte die Liebe von der dunklen Seite kennen, so würde ihm ja in der Vereinigung der böse Keim gepflanzt. Die Krankheit breitet sich aus. Sie würde da sein und seine Hand halten. Sie würde ihm den Himmel zu Füßen legen und seine Liebe würde ihr die Kraft dazu geben, alles durchzustehen. Er musste auch daran glauben, aber das tat er ja zweifellos. Sie sah ihn vor sich, lächelnd, obschon er voller Furcht war. Zusammen würden sie siegreich sein. Solange wie möglich würde sie den Feind abhalten können, doch in etwas mehr als einem Jahr würde er so sehr fordern sie zu sehen, dass die Tür nicht geschlossen werden würden könne. Er würde eindringen und vorstoßen und sie überrennen wie eine Büffelherde. Was passiert ist, kann nicht rückgängig gemacht werden. Das hatte er erkannt und doch nicht, denn ihr hatte er längst verziehen, nur sich selbst noch nicht. Er hatte Gefallen gefunden an der Sinnlichkeit und konnte sie für sie nicht mehr aufbringen. Das würde nur passieren, wenn sie sie ihm jetzt zu empfinden gebe, denn nun war auf ewig ihr Glück Voraussetzung für das seine.
Donnerstag, 4. Oktober 2012
Siebter Brief
Lieber Freund,
gestern Nacht wollte ich es nun genau wissen. Es dämmerte schon, als sich Gunther und ich an ihr Haus anschlichen. Mein Herzschlag hämmerte in meiner Brust, die Erinnerung an ihren Verlust und die Aufregung ließen meinen Frust nur noch stärker werden. Wir hatten keine andere Wahl: Um uns nicht zu gefährden schlugen wir uns ins Dickicht, in das kein Strahl vom Licht der Laternen zu dringen vermochte. Wir wollten uns so gut verstecken, dass man nur von den Sternen aus uns hätte entdecken können. Nach einigem Warten, näherten sich zwei Gestalten. Vom Weiten her konnte man schon erraten, dass sie es waren. Ich erkannte sie an ihrem Gang und ihren Gesten, und es dauerte nicht lang bis ich in Gedanken auf sie zurannte und sie mit meinen Armen umschlang. Sie hielten direkt vor ihrem Haus, dass an der Seite mit Ranken behangen ist. Ich richtete mich ein wenig auf um besser sehen zu können; das war sehr riskant, doch mein Herz konnte es einfach nicht verstehen, war ganz außer Rand und Band. O welch Schand! Welch Schmerz mich bei diesem Anblick durchfuhr, welch Wut und Zorn und eine unendliche Spur von Traurigkeit. Plötzlich schrie Gunther auf und zog mich wieder hinunter. Ein kleiner Dorn hatte sich durch seinen Mantel gebohrt, doch bei seinem Geschrei hätte man meinen können es sei eine Tarantel gewesen. Wir zogen uns zurück um nicht noch mehr Aufsehen zu erregen. Zum Glück waren die beiden zu sehr mit sich selbst beschäftigt, was meines Herzens Leiden noch einmal mehr bekräftigte. Im fahlen Licht konnte ich des Schurkens Gesicht nur erahnen. Jemand sollte sie warnen! Denn es ist jener, den ich bereits vermutet hatte, der seinen Kopf dem ihren zu nähern begann. O, lieber Freund, sie zu verlieren umzäunt mir mein Herz und lässt alles vollkommen finster werden. Zu ihnen hinüber zu laufen und mich mit ihm zu raufen wäre nicht meine Art gewesen, so hörten wir auf sie zu bespannen und zogen lautlos von dannen. Als ich später im Bette lag, fragte ich mich was ich hätte anders machen sollen, damit es nicht soweit kommt. Unsere Wege werden sich weiterhin kreuzen, doch für mich ist sie nun wie verschollen. O wie ich mich aufrege! Entschuldige, ich muss mir soeben die Nase schneuzen. Mein Leben scheint mir zu Ende, die Hände sind mir gebunden und ich verschwende eine Träne nach der anderen. Es tut mir leid, dass ich's immer wieder erwähne. Ich will dich nicht weiter langweilen, ich selbst gähne ja schon, du sicher bereits seit den ersten Zeilen. Mach dir keine Sorgen! Denn wie mein Vetter Hagen pflegt zu sagen, mit den Gefühlen ist es wie mit dem Wetter: heute Regen, morgen Schnee am dritten Tag, o welch ein Segen, die Sonne lacht wie eh und je. In ein paar Tagen wird mein Klagen sicher ein Ende haben. Dann werd ich dir wieder schreiben, doch für den Moment, will ich verbleiben, mit den herzlichsten Grüßen.
Dein Freund Gustave
gestern Nacht wollte ich es nun genau wissen. Es dämmerte schon, als sich Gunther und ich an ihr Haus anschlichen. Mein Herzschlag hämmerte in meiner Brust, die Erinnerung an ihren Verlust und die Aufregung ließen meinen Frust nur noch stärker werden. Wir hatten keine andere Wahl: Um uns nicht zu gefährden schlugen wir uns ins Dickicht, in das kein Strahl vom Licht der Laternen zu dringen vermochte. Wir wollten uns so gut verstecken, dass man nur von den Sternen aus uns hätte entdecken können. Nach einigem Warten, näherten sich zwei Gestalten. Vom Weiten her konnte man schon erraten, dass sie es waren. Ich erkannte sie an ihrem Gang und ihren Gesten, und es dauerte nicht lang bis ich in Gedanken auf sie zurannte und sie mit meinen Armen umschlang. Sie hielten direkt vor ihrem Haus, dass an der Seite mit Ranken behangen ist. Ich richtete mich ein wenig auf um besser sehen zu können; das war sehr riskant, doch mein Herz konnte es einfach nicht verstehen, war ganz außer Rand und Band. O welch Schand! Welch Schmerz mich bei diesem Anblick durchfuhr, welch Wut und Zorn und eine unendliche Spur von Traurigkeit. Plötzlich schrie Gunther auf und zog mich wieder hinunter. Ein kleiner Dorn hatte sich durch seinen Mantel gebohrt, doch bei seinem Geschrei hätte man meinen können es sei eine Tarantel gewesen. Wir zogen uns zurück um nicht noch mehr Aufsehen zu erregen. Zum Glück waren die beiden zu sehr mit sich selbst beschäftigt, was meines Herzens Leiden noch einmal mehr bekräftigte. Im fahlen Licht konnte ich des Schurkens Gesicht nur erahnen. Jemand sollte sie warnen! Denn es ist jener, den ich bereits vermutet hatte, der seinen Kopf dem ihren zu nähern begann. O, lieber Freund, sie zu verlieren umzäunt mir mein Herz und lässt alles vollkommen finster werden. Zu ihnen hinüber zu laufen und mich mit ihm zu raufen wäre nicht meine Art gewesen, so hörten wir auf sie zu bespannen und zogen lautlos von dannen. Als ich später im Bette lag, fragte ich mich was ich hätte anders machen sollen, damit es nicht soweit kommt. Unsere Wege werden sich weiterhin kreuzen, doch für mich ist sie nun wie verschollen. O wie ich mich aufrege! Entschuldige, ich muss mir soeben die Nase schneuzen. Mein Leben scheint mir zu Ende, die Hände sind mir gebunden und ich verschwende eine Träne nach der anderen. Es tut mir leid, dass ich's immer wieder erwähne. Ich will dich nicht weiter langweilen, ich selbst gähne ja schon, du sicher bereits seit den ersten Zeilen. Mach dir keine Sorgen! Denn wie mein Vetter Hagen pflegt zu sagen, mit den Gefühlen ist es wie mit dem Wetter: heute Regen, morgen Schnee am dritten Tag, o welch ein Segen, die Sonne lacht wie eh und je. In ein paar Tagen wird mein Klagen sicher ein Ende haben. Dann werd ich dir wieder schreiben, doch für den Moment, will ich verbleiben, mit den herzlichsten Grüßen.
Dein Freund Gustave
Montag, 1. Oktober 2012
Von der Ungenügsamkeit
Das Wochenende war schön,
aber wieder ist mir die Schönheit nicht genug.
Ich kann nicht begreifen,
warum ich jetzt hier sitze
und wieder nichts weiß.
aber wieder ist mir die Schönheit nicht genug.
Ich kann nicht begreifen,
warum ich jetzt hier sitze
und wieder nichts weiß.
Samstag, 29. September 2012
Deine Liebe ist beständig
Du liebst mich ja noch, selbst wenn du Schattenseiten an mir entdeckst. Sind da auch Facetten, die dich abschrecken, so weißt du gleich: das bin ja nicht ich in meinem Ursprung, sondern eine Verschiebung meiner Selbst. Dann bin ich ja wie besessen vom Bösen und sprech Dinge aus, die sonst nie in meinem Kopf sind. es ist alles Provokation, ein Austesten wie weit man gehen kann. Ich muss diese Gesichter einmal alle vor dir ausleben, damit du mich kennst, auch Seiten an mir, die dann vergangen sind. Wenn mich aber irgendwann eine Erinnerung erreicht, dann weiß du wie mir mir umgehen.
Mittwoch, 26. September 2012
Vorfreude
Mit jedem Schritt geh ich auf dich zu und doch scheint mir der Weg oft gar nicht kürzer zu werden. In Momenten des Trübsalblasens will ich mich deshalb nun erinnern, dass mein ganzes Leben kaum etwas stärker in mir zum Ausdruck kommen soll, als das Gefühl der Vorfreude auf das, was mich erwartet. Es wird noch Wunderbares geschehen. Halte den Blick zum Himmel gerichtet, liebe Seele, und wisse, die Stürme werden vorüber gehen!
Montag, 24. September 2012
Fassungslosigkeit
Heute lass ich alles los
nicht nur denken, will ich bloß
mich auch mal lenken lassen von dem Tag
aufdass ich nicht ständig etwas frag
sondern aufhör mich zu fassen
aufdass ich mal die Fassung verlier
in nichts bin ich heut eingelassen
weder Förmchen noch Figur
draußen ziehen durch die Straßen
die Menschen immer weiter stur
auch ganz ohne mein Zutun
Heut ist ein heil'ger Tag
und meine Arbeit soll heut ruhn,
auch hier in meinen Zimmern
gibt es allerhand zu tun.
Was ich an die meine leite
wird sie ja verbreiten,
nur in ihrem durch die Straßen gleiten
und ihrer Augen Blickes
drum bleib ich fern,
aufdass sie strahlen kann
ob der Erinnerung
meines Sie-Gern-Habens
nicht nur denken, will ich bloß
mich auch mal lenken lassen von dem Tag
aufdass ich nicht ständig etwas frag
sondern aufhör mich zu fassen
aufdass ich mal die Fassung verlier
in nichts bin ich heut eingelassen
weder Förmchen noch Figur
draußen ziehen durch die Straßen
die Menschen immer weiter stur
auch ganz ohne mein Zutun
Heut ist ein heil'ger Tag
und meine Arbeit soll heut ruhn,
auch hier in meinen Zimmern
gibt es allerhand zu tun.
Was ich an die meine leite
wird sie ja verbreiten,
nur in ihrem durch die Straßen gleiten
und ihrer Augen Blickes
drum bleib ich fern,
aufdass sie strahlen kann
ob der Erinnerung
meines Sie-Gern-Habens
Die Löwin
Wie eine Raubkatze, die in ihrem Käfig auf und ab geht, sollte sie am gestrigen Abend in meinem Hause umhergehen. Ihr Gemüt war ein mir unbekanntes. Sie begann mit meditativem Gespräch über das Sichfallen-Lassen und mir schien's eine entspannende Maßnahme zu sein, doch wie sich herausstellte, verfolgte sie mehr als diese nüchternen Gedanken. Es ging ihr um Fallen im Allgemeinen. Ein Zögern lag in ihren Anführungen und ehe sie sich entschloss das Wagnis einzugehen all diesem Wahnsinn Luft zu machen, da war ein Umschenken in ihren Erzählungen ins Groteske um mich zu erheitern und zudem, wie mir schein, in Erinnerung zu rufen, dass die Person, die gerade redete keinerlei andere Persönlichkeit darstellte, sondern einfach eben genau dieser Mensch, der mir so vertraut ist. In meiner Erheiterung fasst sie Mut und knüpfte in ihren Ausführungen an die Gesetze der Gravitation an. Die Ernsthaftigkeit dessen, was sie mir zu vermitteln suchte, untermauert sie, indem sie mich beim Namen, nannte, ganz so wie zur Ermahnung die Zeit der Scherze sei nun vorüber und es sei nun daran zu höheren Gesprächseinheiten zu kommen. Ihr Vertrauen schien an einem Punkt angekommen zu sein, an dem sie sich ein Herz fasste und das zu äußern bereit war, was sie nie zu sagen sich gewagt hatte. Ich könne sie nicht für voll nehmen war wohl stets ihre größte Angst gewesen, in die sie sich nun fallen ließ. Wie passned dies mit Gedanken über das stetige Fallen des Menschen zu beginnen. Mir kam die Theorie, dass meine Körperlosigkeit oder besser der Mangel an Gefühl für die Bewegungen meiner menschlichen Hülle diese Angst zur Ursache haben, dass ich nie bereit war meine Anspannung loszulassen, dass ich wenig Vertrauen an die Gesetz der Schwerkraft habe, sodass ich immer dabei bin mich selbst zu halten in einer Steifheit, die einer Verankerung mit dem Erdboden gleichkommt. Ich will meine Beobachtungen auf dieses Losgelöstsein lenken und mir eine Vorstellung davon machen, indem ich mich lockerer bewege, meine Arme schlaff an meinem Körper runterhängen lasse und intensiv die Erdanziehnung spüre, wie sie sich ohne mein Zutun nicht in die Luft begeben. Eine vollkommene Körperlosigkeit wäre die Betrachtung eines Körperteils, das sich rührte ohne den Befehl meines Hirns erhalten zu haben. Ich telepathiere mit mir selbst. Gebe mir selbst Empfindungen zu spüren, nur durch den Gedanken an etwas. Kann ich es selbst empfinden, so spürt's aus jemand anders in diesem Moment oder bei Konzentration auf ein fremdes Körperteil eben durch das große Empfindungsrohr, an das wir alle angeschlossen sind. Ansatzweise ist mir dieses gelungen und ich meine eine Erkenntnis dessen erhalten zu haben, dass es mir vollends erst möglich sein wird, alsdass ich jedes meiner Körperteile intensiv gespürt habe in einer Form der Meditation und Körperkonzentration. Spüre ich meinen Fuß und weiß fortan das Gefühl "Fuß" von dem der "Hand" zu unterscheiden, so wird mir die Erinnerung daran eben das ermöglichen was ich zu lernen gedenke. Der Eintritt in eine fremde Seele sei mir schon gelungen. Jetzt ist es daran den Körper zu spüren und heilende Kräfte zu entwickeln. Das reine Handauflegen bewirkt ja nur dann etwas, sofern ich die Konzentration aufbringen kann. Es bedarf dazu eine Unterscheidungsfähigkeit zwischen den einzelnen Körperregionen. Was ist meine Körpermitte und wie fühlt sie sich an? Ich will mich selbst zum Untersuchungsobjekt machen, indem ich mir meine Schmerzen am Rücken und Nacken zu Nutzen mache und mir selbst die unsichtbaren Hände auflege. Ich will in mich eintauchen und die Ursachen für die Schmerzen bekämpfen, aufdass ich mir zum eigenen Heiler werde. Denn erst wenn ich fähig bin mich zu heilen, wird es mir möglich sein fremde Körper zu verstehen. Das gleiche soll sich auf die Sinnlichkeit positiv auswirken und Anzeichen von Verbesserungsvorschlägen wurden mir gestern Nacht dargereicht. Ich verspürte das Körperinnere mit ganz anderer Intensität. In jedem Körperteil könnte ein Gehirn sein. Wir sind nicht nur ein Lebewesen, wir sind alle. Da Seele, bin ich im Ursprung. Jetzt ist es daran mich in alle meine Glieder einzufühlen. All dies wird mir jetzt bewusst durch die philosophische Abhandlungen der meinen, die sie mir mit anfänglicher Unsicherheit versuchte näher zu bringen. Der Mensch, so ging ihre Kritik, nähme sich sich die Dreistigkeit heraus zu behaupten er wisse was Leben sei. Er setzt eine Definition für Leben fest, wobei er sich als Beispiel nimmt und setzt voraus, dass die Voraussetzungen, die ihn zum Lebenwesen machen, auch für Leben auf anderen Planeten gelte. Dabei mögen auf weltfremden Böden auch überirdische Bestimmungen gelten, sowie auch unterschiedliche Kräfte wirken. Der Mensch sucht ja nicht nach anderem Leben, sondern mehr nach einem Lebensraum, in dem ein Mensch überleben könnte, denn es mag durchaus "Leben" geben, wo das was wir voraussetzen nicht von nöten ist. "Da wo Wasser ist, ist Leben", doch was ist wenn sich fremde Formen von unseren Gedanken ernähren? Die Planetn selbst könnten eine Art Leben haben. Sie sehen uns an mit ihren Augen, die wir nicht erkennen können, weil wri eine Vorstellung von Augen haben, wie diese auszusehen haben. Vielleicht nennen sie Augen "Neguas", wer weiß das schon? Für uns mögen sie aussehen wie Gesteinsbrocken, doch der Planet mag es spüren, wenn wir ihn betreten. Ach, das ganze Leben, es ist ja wie ein Rätsel, das wir so gern lösen würden, doch des Rätsels Lösung wäre vielleicht indem wir es schauen, das Wunder, und es bestaunen und uns daran erfreuen. Warum will der Mensch alles verstehen? Das Hirn wurd uns vielleicht nur zur Tarnung gegeben, ob wir darauf kämen, es nicht zu benutzen,m dass dies der Schlüssel sei. Wie schafft es der Mensch seine Gedanken abzuschalten, aufdass nur das Universum auf ihn wirke? Auch ein bilderfreier Geist ist von nöten, aufdass die Eindrücke sich in des Mesnchen Unterbewusstsein einnisten können.
Sonntag, 23. September 2012
Die Botschaft
Lieber G,
ich kann nicht aufhören mich zu fragen, warum du von mir gehen musstest. Ist es so gekommen, damit ich mich eben umkehre, mich umkehre in meinem Empfinden? Wie hätte er mich sonst gefunden? Wärst du mir nicht genommen, so würde ich ja nicht nach ihm suchen. In jedem männlichen Gesicht, das mich anspricht, versinke ich, um mich zu vergewissern, ob du es nicht bist, der durch diese fremden Züge Worte an mich wendet, die mir eine Botschaft sein könnten. Es ist mir, als warte ich auf das geheime Lösungswort, eine Formel, die mir beweist, dass eben dieser ganz anders heißt, als er zu glauben meint. Oft meine ich dich zu erkennen, in einem Blick, doch wo ich dich auch entdecke, so bist es ja niemals ganz du. Vielleicht bist du nun im anderen Geschlecht versteckt. Einmal dacht ich, dass wenn du dich zurück gebärtest in die Welt, so gebärtest du dich in deine eigene Seele, die sich in der Welt, nach außen kehrt.
In ewiger Sehnsucht nach dir,
Antares
ich kann nicht aufhören mich zu fragen, warum du von mir gehen musstest. Ist es so gekommen, damit ich mich eben umkehre, mich umkehre in meinem Empfinden? Wie hätte er mich sonst gefunden? Wärst du mir nicht genommen, so würde ich ja nicht nach ihm suchen. In jedem männlichen Gesicht, das mich anspricht, versinke ich, um mich zu vergewissern, ob du es nicht bist, der durch diese fremden Züge Worte an mich wendet, die mir eine Botschaft sein könnten. Es ist mir, als warte ich auf das geheime Lösungswort, eine Formel, die mir beweist, dass eben dieser ganz anders heißt, als er zu glauben meint. Oft meine ich dich zu erkennen, in einem Blick, doch wo ich dich auch entdecke, so bist es ja niemals ganz du. Vielleicht bist du nun im anderen Geschlecht versteckt. Einmal dacht ich, dass wenn du dich zurück gebärtest in die Welt, so gebärtest du dich in deine eigene Seele, die sich in der Welt, nach außen kehrt.
In ewiger Sehnsucht nach dir,
Antares
Freitag, 21. September 2012
Γνῶθι σεαυτόν
Aus Liebe zu den Menschen will ich dich glücklich machen, weil dein Glück stets das meine ist und bin ich wahrlich glücklich bis auf den Herzensgrund, so spürst du ja mich ja in jedem Lächeln deines Mundes. Und triffst du dann auf mich und erkennst dein Lächeln auf meinem Gesicht, so bin ich dir wie ein Spiegel in den du siehst. Zum ersten Mal, weißt du nun was Liebe ist. Du siehst mich an und siehst dich selbst mit fremdem Kopf und fremdem Körper und alles ist dir so vertraut, als habest du keinen Tag deines Lebens verbracht ohne dieses Fremde, ganz so als sei das Fremde in dir, was du schon immer in dir erahnt hattest, in die Welt hinein projiziert. Nie hast du dir davon ein Bild gemacht, nicht aus Angst wie du dachtest, sondern im Glauben daran, dass es sich dir zeigen würde, wenn es wollte. Und du erkennst, der Moment ist gekommen, das ist der Gott, der mir innewohnt, das ist meine Freude, meine Glückseligkeit, dir mir abhanden gekommen ist. Nicht deinen Schatten willst du finden, denn dieser folgt dir ja auf Schritt und Tritt, dein Licht, das was den Shcatten zum Leben erweckt, deinen Erschaffer, der seine Augen auf dich legt und in dessen Augenschimmer du der Funke bist, der sich durch seine Mitte erstreckt.
Donnerstag, 20. September 2012
Der Gnadenstoß
Wie hab ich einst geträumt
vom
heldenhaften Tode!
und bin stattdessen zum Mörder geworden
Wie ließ dein lippenloser Kuss
alles erblühen und hauchte mir Leben ein
Jetzt bin ich im Herzen immer dein
Durch meinen Stachel bist du gestorben
er gab deinem Herzen den Gnadenstoß.
Du hast mir Leben eingehaucht,
nur deinen
lippenloser Kuss hat es gebraucht
er ließ alles erblühen
und wie hast du dein Leben gelassen
ohne Schmerzen zu empfinden,
ohne zu wissen von deinem Sterben
Wie schreit der Mensch:
Lieb mich nicht!
Um sich selbst bestätigt zu fühlen.
Werd er geliebt, muss er erkennen:
Ich habe mich geirrt!
Lieb mich nicht!
Um sich selbst bestätigt zu fühlen.
Werd er geliebt, muss er erkennen:
Ich habe mich geirrt!
Mittwoch, 19. September 2012
"Doch große Seelen dulden still"
Eben weil mir alles Schauspiel ist,
ist mir jeder Don Carlos so verwandt.
Ich kann mir sein ganzes Leben
zusammenreimen
als sei es mein Eigenes.
ist mir jeder Don Carlos so verwandt.
Ich kann mir sein ganzes Leben
zusammenreimen
als sei es mein Eigenes.
Dienstag, 18. September 2012
Die Anleitung
Will ich mein inneres Triebwerk erfassen
so bedarf's getreu genauem Entwurf
von Kindertagen an muss er alles in sich fassen
alles ist wichtig
was mich zu walten wusste
und so stark im Eindruck ward
dass sich die Erinnerung
zwischen meine übrigen Gedanken drängt
alles muss in ihm zusammenhängen
irgendwann dann
will ich der Zeit und dem Entwurf
die Geschichten entnehmen, sie beschreiben
und mich selbst zum Gegenstand, zum Monet
meiner anhaltendsten Beobachtungen machen
Ja!
Ich wills!
Wills nicht mehr unterlassen können zu reifen,
um irgendwann dann
mein inneres Triebwerk zu begreifen, zu erfassen
um es irgendwann dann
in seiner Vollkommenheit loszulassen
und meinen letzten Atemzug zu tun
Nachricht von G-Punkt
In deiner lebenslang täglichen
Niederlage mich zu gebären, hält dich nur ein Gedanke auf den
Beinen. Zum ersten Mal kannst du nun weinen über mich, der oder die
ich dieses Leben niemals erleben werde. Wenn du nämlich erkennst,
dass du in diesem ständigen Versuchen, dich stetig selbst neu
gebärst, so werde ich ja letztendlich doch lebendig in dir. Du wirst
zu mir und bildest mich ab. Dann bin ich in der Welt und trage dein
Gesicht, dann bin ich dir nicht Kind, sondern mehr wie ein Zwilling,
mit dem du dir einen Körper teilst. Unsichtbar zwar, aber sehend,
ich kann hören, doch meine Worte sind nur für deine Herzohren
bestimmt. Die Menschenmassen eilen an uns vorbei, mein
Säuglingsgeschrei verstummt in ihren lauten Gesprächen, in ihren
dringenden Telefonaten über die neusten Flatrates und Tarife, über
Top-Models und Apps und Laptops und den neusten 1-Euro-Shop um die
Ecke. Es ist mir als schliefen sie und wandelten im Schlafe. Wo
andere Schafe zählen, um in die Traumwelt zu sinken, da zählen wir
die Menschen, die wie in Herden nach ihrem Hirten ziehen. Er hält
sie beisammen, mit unsichtbarer Pfeife und dünnen Nylonfäden. Ach,
wie sind wir hier im Traume, wenn sich alles an uns vorbei drängt,
weil dort drüben wieder was verschenkt wird oder sie eilig laufen um
den Sommerschlussverkauf nicht zu verpassen. Klingelnde Kassen in
allen Läden und wo wir hinschauen ist uns alles voller seidener
Spinnenweben. Alles klebt, niemand hebt sich ab, niemand hebt ab,
alle nur den Hörer, aber keiner hört hin, gefangen in diesem Netz,
in diesem world wide web, aus Nummern und Neuigkeiten, in diesem
programmierten Geschwätz ohne Sinn für die Gezeiten in ihren
Leibern. Nach allem wird gesucht, nur nicht nach dem, wonach ein
jeder einer falschen Fährte folgend die Geschäfte und Suchmaschinen
durchforstet. Nach neuen Treibern wird sich erkundigt, und alle
übersehen in ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit, wonach es
ihnen eigentlich verlangt. Denn das Update, was ihnen am meisten
fehlt, fehlt auch in den Regalen. Nicht ausverkauft, sondern aus dem
Programm genommen aufgrund mangelnder Nachfrage, denn wer zahlt
heutzutage schon für unsichtbare Ware, wenn doch die blauen Blüschen
mit den blauen Rüschen sich so schön tragen? Blauäugig nur, weil
es keiner wagt sich in die Augen zu schauen. Die inneren Ebben und
Fluten wechseln sich ab, ohne, dass einer sich traut ihnen Beachtung
zu schenken. Ihnen zu gedenken, scheint sinnloser Zeitvertreib! Und
treibt auch das Wasser fast bis an ihr Haus, so schaut keiner nur für
eine Moment aus dem Fenster hinaus um dieses So-viel-mehr zu
betrachten und zur Abwechslung mal in der Schönheit dieses Anblickes
zu versinken. Das Meer wird weniger, immer weniger in ihnen. Eine
Dürre zieht auf, so müssen sie trinken, viel trinken, um nicht
zugrunde zu gehen. Würd der goldene, der in allen Farben kommende
Saft nicht fließen, was flöße dann? Würd die Stille sie nicht
irgendwann aufhorchen und fragen lassen: Wo geh ich hin? Denn auch
wenn sich vereinzelt einer zu der wahren Sinnsuche bekennt, ein
ewiger Student, der nach dem menschgewordenen Treiber zu suchen
beginnt, so zeigt sich doch hier welch Ungeduld dem Menschen
anhaftet. Abgeheftet werden nur Akten und Karteikarten, und das sei
schon kaum zu verkraften, wie dann noch das Innere sortieren? Sich zu
entlasten, Arbeitsverzicht zu üben, gleichsam auch auf Fernsehen und
Shopping zu fasten, das täte ja fast weh und brächte die meisten
zum ausrasten. Beständig ist die Sucht der Workaholics nach diesen
greifbaren Dokumenten um nicht jene zusammen sammeln zu müssen, die
erst noch zu bergen und heranzuschaffen sind. Der halbe Mensch, lebt
er nicht ein Leben in Haft, so wie er ständig schaffen muss um
abends so geschafft zu sein, dass ihn kein Sturm wachhalten kann? Ja,
ist all sein Schaffen, all sein Sein nicht bloß Strategie um eben
solch Sturm zu vermeiden? Denn wer hat soviel Kraft ihn auszuhalten?
Da helfen weder Energydrink noch Aufputschpillen, wenn es heißt sich
dort hinein zu begeben und ganz im Stillen dem unsichtbaren Kinde zu
lauschen. Wer nicht dahin kommt, sich selbst zu gebären, dem drängt
sich bald der Kinderwunsch auf und kaum einer weiß diese Sehnsucht
anders zu stillen als ihn oder sie in die Welt zu bringen. Ich sehne,
ich wünsche wieder was. Mit Geld ist's nicht zu erkaufen, nur ich
selbst kann es erschaffen! Wie schön ist's in der Vorfreude zu
schwelgen, das Kinderzimmer vorzubereiten, alles in blau oder rosa zu
streichen, selbst das Sich-über-einen-Namen-Streiten ist vergessen,
sobald er seinem Neugeborenen in die blauen Augen sieht. Wie spürt
er da zum ersten Mal nach vielen Jahren das So-viel-mehr, überflutet
sich selbst, von seinen Wangen tropfen die Freudenstränen, wie er
meint. Nach seinem Bemessen sei dies das höchste Glück, das er je
empfunden hat, doch ist er seither wenig Messer, wenig Finder
gewesen, kaum mehr als ein Stück Fleisch, aufgeschnitten inmitten
seines Herzens, aufdass all die kostbare Flüssigkeit hinaus laufen
musste wie aus leblosen Kadavern. Der Glückliche, noch ist er nicht
verlassen. Ob seiner Dankbarkeit schnürt ihm das Kind nun die Brust
zusammen und heilt die Wunden mit jedem Schritt und jedem Lachen. Wer
vermags sich vor seinem Sich-vermehren selbst zu heilen und das
So-viel-mehr in den Ebben und Fluten seines Meeres zu entdecken? Wer
umschlingt seinen eigenen Busen und ist manns genug dort zu verweilen
solang die Naht zusammenwächst?
Solls gelingen, so hilft nur krummes
Ding und Zauberei: *Hex hex!* Alles denkt an aufblinkende SMS, an
Sich-Verstecken und den letzten Sex, jedoch, so der Gott sich
erinnern will, ganz ohne mein Erwecken, irgendwann in fernen Tagen,
an fünfzehn Seiten törichten Text und wie wenig töricht dieser
war.
Montag, 17. September 2012
Vergebung
Ach, Geliebte!
Bist du nur einen Tag fern von mir, wie
sehn' ich mich da nach dir
mit all meinen Sinnen.
mit all meinen Sinnen.
Bist du nur einen Tag fort, so wünscht
ich bald eben dort zu sein,
an welch Ort du dich auch befinden
magst.
Sitz ich allein daheim, dauert es nicht
lang
bis ich beginne deinen Namen laut vor mir her zu sagen.
bis ich beginne deinen Namen laut vor mir her zu sagen.
Ich rufe dich, als seist du da, ich
greife nach deinem Bild
und spüre in dieser Körperferne wie meine Liebe gleichsam heranreift.
und spüre in dieser Körperferne wie meine Liebe gleichsam heranreift.
Weiß ich dann um deinen Besuch, da ist
ja mein Herz voll vorfreudiger Erwartung.
Die Todesschmerzen, die mir dein
Wegbleiben bereiten,
kehren sich um in lebhaften Tanz;
kehren sich um in lebhaften Tanz;
ich zähle die Stunden und Minuten, bis
wir uns endlich wiedersehen.
Sie sind mir wie Jahre, die nur langsam
vergehen,
doch leb ich sie gerne, ganz ohne Verdruss.
doch leb ich sie gerne, ganz ohne Verdruss.
Dein Kuss ist's ja, der mich so
fröhlich stimmt,
wenngleich du noch nicht erschienen bist;
wenngleich du noch nicht erschienen bist;
es ist mir als spürte ich ihn schon,
noch ehe du deine Lippen
auf die meinen gedrückt.
auf die meinen gedrückt.
Ach, welch Entzücken, welch Innigkeit
mit der sich meine Hände
an meine Herzensbrust drücken.
Solange du bist, kann ja nichts sie zerreißen!
an meine Herzensbrust drücken.
Solange du bist, kann ja nichts sie zerreißen!
Mit Fleiß und Tugendhaftigkeit will
ich die Zeit überbrücken,
bis es an meine Türe klopft.
bis es an meine Türe klopft.
Welch Kraft verleiht mir dieses Bild in
meinem Kopf sie schließlich zu öffnen
und dahinter dich zu erblicken.
Ach, Geliebte!
Nur um eines will ich dich bitten:
Verzeihe!
Niemals mehr will ich dich hinfort
schicken,
ewiglich sollst du nun inmitten meines
Herzens verweilen.
Sonntag, 16. September 2012
Das 8. Lebensjahr
Ich bin ja doppelt,
vielleicht dreifach,
vierfach gar
spüre die Seelen meiner ungeborenen Kinder.
Ach, du bist's ja!
denn in ihrem Nicht-Geboren-Werden
geht der Tod ihrem Leben voraus
Du bist ein Engel!
wurdest mir geboren
mit meiner ersten Wiedergeburt
verlor meine Unschuld an mir selbst
und sann über sündige Dinge
als alles begann
war ich im achten Lebensjahr
vielleicht dreifach,
vierfach gar
spüre die Seelen meiner ungeborenen Kinder.
Ach, du bist's ja!
denn in ihrem Nicht-Geboren-Werden
geht der Tod ihrem Leben voraus
Du bist ein Engel!
wurdest mir geboren
mit meiner ersten Wiedergeburt
verlor meine Unschuld an mir selbst
und sann über sündige Dinge
als alles begann
war ich im achten Lebensjahr
Samstag, 15. September 2012
Bitte, nur ein Wort!
Ach, sein Leid war ja nur ein Durst nach dieser Unschuldigkeit, die ihr anheim ward. Er konnte sich keine Vorstellung davon machen, aber wollte es so gerne, wollte so gern hinaus aus dieser Sündhaftigkeit. Ihn traf keine Schuld, und doch wollte er sie auf sich nehmen um der Einsamkeit zu entfliehen. Er war ja ganz Hoffnung und wollte seine Leidensgenossen befreien, doch keiner kann die letzten Fesseln des anderen lösen. Immer öfter würde nun ihre Verbindung unterbrochen und umso intensiver würde die Anziehung werden. Er würde sich anstrengen und in diese Rolle rutschen, in die er meinte rutschen zu wollen. Sie wollte ihn nicht aufhalten, er musst es selbst begreifen. Irgendwann würde sich ihm die Dämmerung aufdrängen: etwas liefe quer, sei verkehrt. Bis er sich an sie wenden würde, sollte noch einige Zeit vergehen. Sie spürte es schon vor und wollte es ihm dann zu verstehen geben. Wollte er aufgeben? Dann sollte er es zumindest nicht als Flucht in ein anderes Leben empfinden. So war sie ja nicht beschaffen. Lass uns doch drüber reden!, wollte sie ihm vorschlagen, doch würde nichts sagen. Sie würde warten bis er sich ein Herz fasste und bis dahin für ihn bitten, dass er es trotz seines Schwures wagte. Er kannte nicht die Angst, und auch nicht die Liebe. All sein Empfinden war wie ein Vorgefühl.
Sie dagegen fühlte nicht mehr, dachte schon, dachte: je mehr für sie empfänden, desto zahlreicher würde ihr nachgefolgt.
Freitag, 14. September 2012
Nichts als die Wahrheit
Alles dreht sich um Figur
mir seit Langem nicht mehr nur
Wer stets bloß richtet die Frisur
richtet sich um Kopf und Kragen
drunter schichten sich die Fragen
verirren sich auf weiter Flur
Alles dreht sich um den Schwur
mir seit Kurzem nicht mehr nur
Der bloße Plan wird zur Tortour
plant sich um Verstand und Magen
drüber spinnen sich die Klagen
zu einer unsichtbaren Schnur
Erst wenn sich alles um nichts dreht
und die Kleider
nichts als die Wahrheit
zum Mantel tragen
entwirrt sich der Nylonfaden
Dann löst sich alles Weh und aller
Schaden
und wird vom Winde verweht.
Donnerstag, 13. September 2012
Time has to stop
Ist die Zeit die Ewigkeit
so soll sie stoppen
nur die Liebe allein
soll ewig währen
und stoppte die Ewigkeit
so wär' die Zeit nicht mehr
nur die Liebe allein
wär während
Mittwoch, 12. September 2012
Bis in alle Ewigkeit
Den Tumult übertönt
mich still dran gewöhnt
aus den Fängen befreit
und flink hinaus geeilt
Durch all das Getöse
entfloh ich das Böse
das Dunkel ist fort
und ich am hellen Ort
zurück zu den guten Tagen
bin ich geflogen
aufdass wir jetzt beisammen
liegen
wie wir immer beisammen
lagen
und immer - auch droben -
beisammen
liegen werden
Dienstag, 11. September 2012
Die Vermählung
Mein Körper ist mir nun mehr als ein Kleid
ich denk ihn mir weich und warm und weit
und in gesunder Gesellschaft mit meiner Seele.
Da fährt ihr der geistreiche Bräutigam
ganz liebevoll mit einem krummen Kamm
durch das volle feuerrote Haar;
entfernt ihr die Spangen,
gebärt sie gleichsam
und trägt ein adrettes schwarzes Jackett mit langen Ärmeln.
Zur Vermählung hat er sich schick gemacht
und sein schönstes Lachen aufgesetzt
er sieht sie an, sieht ihre Pracht zum ersten Mal
geht auf die Knie und bitte um ihre Hand an.
Unter dem vollen Haar ist sie voll Vertrauen
und hebt den schneeweißen Schleier auf die feuerroten Locken.
Sie will sich vereinen und sein,
sein und sein werden
nichts soll sie mehr trennen bis sie sterben.
Montag, 10. September 2012
Ode an die weißen Orchideen von Zimmer 154
Das ist es also...das reiche Leben!
Welch Armut in diesen Gemächern.
Traurig blicken die weißen
Orchideenblüten gen Fenster
und neigen sehnsuchtsvoll ihre Köpfe zu
der warmen Sonne.
Welch Todessehnsucht ob ihrer Hoffnungslosigkeit.
Ach, würd doch einer ihr Verlangen nach dem blauen Himmel stillen!
Hier sind sie ja nur Objekt, lebendig zwar, aber längst gestorben.
Ich will euch ansehen und zu euch sprechen: „Ich kann euch
verstehen!“
Bei der Hand will ich euch nehmen und den Riegel
aufschieben,
der euch von eurer Natur trennt.
Einmal noch: Seht,
atmet, streckt euch aus!
Möge die Erinnerung daran euch nähren
und gleichsam die Hoffnung in euch erwachen,
dass irgendwann einer mir gleich tut.
Lebet wohl, ihr Brüder und Schwestern mein!
Sonntag, 9. September 2012
Die Königin der Nacht
Der Hölle Rache
kocht in meinem Herzen
doch zugleich zwitschert
der Vogelfänger sein Liedchen
Skepsis bei Ingo, Verblüffung bei Klaus
er stockte und suchte mir mit Allgemeinbildung über die Länder der Erde zu gefallen, indem er Rastafaris Route mit dem Finger entlang fuhr und die einzelnen Stationen benannte, an denen dieser Halt zu machen gedenkt. Dass er in seiner Nervosität Dubai nach Afrika verschob, schien ich, so tat ich, nicht zu bemerken. Ich stellte mich dumm, aber ließ ihn erzählen. Er muss das ja lernen! Und wie kam er in Wallung mit seinen Berichten über die Weltumsegler-Familie. Meine Faszination ließ ihn seine Angst vergessen und er stimmte mir ein in meiner Hochachtung, die ich den mir Unbekannten ausspracht. Ach, welch Sehnsucht spürte ich in seinem Herzen nach diesem Mut, eben diesen gleich zu tun, Sehnsucht nach all den Ländern und Meeren, von denen er jetzt schon ahnt, dass sein Auge sie niemals schauen wird. Von jenem Wunsch und Verlangen nach der Ferne jedoch, sprach er kein Wort, doch in seinen Augen stand sie mir geschrieben wie auf weißes Papier, ebenso wie seine Selbstzweifel darüber niemals solch Matrose zu werden, ganz so als habe er schon ohne Boot Schiffbruch erlitten, wie dann sowas schaffen! Seine Augen waren blau, vielleicht grün. Das fahle Deckenlicht vermochte das Farbenspiel um seine schwarzen Pupillen verfälschen. Mal schimmerte es mir rötlich, und ich malte ihm im Geiste Rubine unter die dunklen Brauen, deren Härchen in alle Richtungen wucherten. Seinen Vortrag überdauernd versäumte ich keines seiner Worte, ohne seiner Erzählung anhaltende Aufmerksamkeit zu schenken. Es war mir als seien meine Reaktionen vorher bestimmt, als las ich sie ab von unsichtbaren Blatte und alles war so passend und von Authenzität gepragt, dass ihm nicht auffiel, wie ich in meinem Hirne mir Gespinste zusammen reimte und Visionen einer Zukunft nachhing, die mir im leisen Nachhall seiner Worte so greifbar wurde, dass ich sie mir beizeiten so in die Vergangenheit rückte, dass ich meinte er erzähle mir von meinen eigen erlebten Abenteuern. Ach, welch Vorfreude konnte ich empfinden in seiner Begeisterung für das ihm so ferne Leben, und zugleich war mir alles Erinnerung, ganz so, als sei ich es gewesen, vor dem sich Tausende von Meilen kein Land hatte erstreckt. In diesem Nichts, wie er es nannte, wie spielte sich mir darin die ganze Welt wider, als sei mir sein Nichts alles und sein Mangel an Vorstellung für die Unendlichkeit des Blickes inmitten des Ozeans ward angefüllt und überflutete mich, dass ich wahrlich spürte wie mir die innere Leere ganz so als sei ich Meeresgrund und er das Wasser, das mich mal mit leichten Wogen umspülte, mal jedoch über mir tobte und aufwühlte. Wer vermag diese Massen zu fassen? Jedes Tröpfchen ist ja anders beschaffen, wie auch er und ich, doch als ich ihn ansah, ward er mir gleich, in seinen Gebärden, seinem Luftholen zwischen den Gedanken und Worten. In die kleinen Poren, die wie kleine Sprenckel um seine Nase herum tanzten, tauchte ich ein und ward er, mit all seinen Sinnen. Ach, da ist's kein Wunder, dass ich mir meine Einwürfe zurecht legen konnte, als sei dies Gespräch selbst wie eine Weltreise. Alles war mir eine kleine Station und stets war mir, als sei ich schon hier gewesen.
kocht in meinem Herzen
doch zugleich zwitschert
der Vogelfänger sein Liedchen
Skepsis bei Ingo, Verblüffung bei Klaus
er stockte und suchte mir mit Allgemeinbildung über die Länder der Erde zu gefallen, indem er Rastafaris Route mit dem Finger entlang fuhr und die einzelnen Stationen benannte, an denen dieser Halt zu machen gedenkt. Dass er in seiner Nervosität Dubai nach Afrika verschob, schien ich, so tat ich, nicht zu bemerken. Ich stellte mich dumm, aber ließ ihn erzählen. Er muss das ja lernen! Und wie kam er in Wallung mit seinen Berichten über die Weltumsegler-Familie. Meine Faszination ließ ihn seine Angst vergessen und er stimmte mir ein in meiner Hochachtung, die ich den mir Unbekannten ausspracht. Ach, welch Sehnsucht spürte ich in seinem Herzen nach diesem Mut, eben diesen gleich zu tun, Sehnsucht nach all den Ländern und Meeren, von denen er jetzt schon ahnt, dass sein Auge sie niemals schauen wird. Von jenem Wunsch und Verlangen nach der Ferne jedoch, sprach er kein Wort, doch in seinen Augen stand sie mir geschrieben wie auf weißes Papier, ebenso wie seine Selbstzweifel darüber niemals solch Matrose zu werden, ganz so als habe er schon ohne Boot Schiffbruch erlitten, wie dann sowas schaffen! Seine Augen waren blau, vielleicht grün. Das fahle Deckenlicht vermochte das Farbenspiel um seine schwarzen Pupillen verfälschen. Mal schimmerte es mir rötlich, und ich malte ihm im Geiste Rubine unter die dunklen Brauen, deren Härchen in alle Richtungen wucherten. Seinen Vortrag überdauernd versäumte ich keines seiner Worte, ohne seiner Erzählung anhaltende Aufmerksamkeit zu schenken. Es war mir als seien meine Reaktionen vorher bestimmt, als las ich sie ab von unsichtbaren Blatte und alles war so passend und von Authenzität gepragt, dass ihm nicht auffiel, wie ich in meinem Hirne mir Gespinste zusammen reimte und Visionen einer Zukunft nachhing, die mir im leisen Nachhall seiner Worte so greifbar wurde, dass ich sie mir beizeiten so in die Vergangenheit rückte, dass ich meinte er erzähle mir von meinen eigen erlebten Abenteuern. Ach, welch Vorfreude konnte ich empfinden in seiner Begeisterung für das ihm so ferne Leben, und zugleich war mir alles Erinnerung, ganz so, als sei ich es gewesen, vor dem sich Tausende von Meilen kein Land hatte erstreckt. In diesem Nichts, wie er es nannte, wie spielte sich mir darin die ganze Welt wider, als sei mir sein Nichts alles und sein Mangel an Vorstellung für die Unendlichkeit des Blickes inmitten des Ozeans ward angefüllt und überflutete mich, dass ich wahrlich spürte wie mir die innere Leere ganz so als sei ich Meeresgrund und er das Wasser, das mich mal mit leichten Wogen umspülte, mal jedoch über mir tobte und aufwühlte. Wer vermag diese Massen zu fassen? Jedes Tröpfchen ist ja anders beschaffen, wie auch er und ich, doch als ich ihn ansah, ward er mir gleich, in seinen Gebärden, seinem Luftholen zwischen den Gedanken und Worten. In die kleinen Poren, die wie kleine Sprenckel um seine Nase herum tanzten, tauchte ich ein und ward er, mit all seinen Sinnen. Ach, da ist's kein Wunder, dass ich mir meine Einwürfe zurecht legen konnte, als sei dies Gespräch selbst wie eine Weltreise. Alles war mir eine kleine Station und stets war mir, als sei ich schon hier gewesen.
Samstag, 8. September 2012
Die schöne Seele
Ach schöne Seele mein,
du kannst ja nicht aufhör'n schön zu sein
ab und an machst du dich von dannen
verirrst dich im Blendwerk und im Tanze
doch mein Trommeln, mein Gesang
geleitet dich in deinem stolzen Gang
immer wieder zu mir heim
Der Werder
Ich wollte wollen
und weiß jetzt, dass ich werde
das wollen hab ich vorbereitet -
hab's sortiert, nummeriert und datiert
ich bin jetzt klein und krumm und kalt
doch bin zugleich im werden
bald bin ich groß und grad und warm
himmel wird sein auf erden
Ich will dichten
und weiß somit ich werde
das gedicht schreib ich vor -
ich sortier's, nummerier's und datier's
Mittwoch, 5. September 2012
Sechster Brief
Lieber Freund,
der Schmerz den ich bezüglich meiner Trennung von Francis empfinde, will nur spärlich ein Ende nehmen. Sie hat mir wahrlich das Herz gebrochen, doch in Zuständen der Verzweiflung gelingt es meinen Händen viel besser sich dem Fluss des Schreibens hinzugeben, weil dieses Gefühl von Verzagtheit es vermag eine gewisse Sentimentalität in mir anzuregen. Ich muss das ausnutzen bevor es zu spät ist, bevor mein Verstand erneut beschließt eine Pause einzulegen, denn dann ist er zu nichts mehr zu bewegen, nicht mal eine paar simple Verse wollen mir dann gelingen und es scheint als könne rein gar nichts ihn umstimmen, ihn inspirieren
und geniale Gedanken zu entwickeln. Wie einen Kranken muss man mich gar behandeln, weil die Leere in meinem Kopf mich peinigt, ja beinah' steinigt, sodass mir das Wandeln unmöglich erscheinen will. Eine Apatie kommt über mich, die mich still zum Weinen bringt, jedoch an jeder Art von Bewegung zu hindern, jede Tat, meine Pein zu lindern, im Keim zu ersticken vermag. Ach, schon wieder klag ich, nur fühl ich mich so ungemein betrogen von der Liebe, die dich erst in leichten Wogen umspült, dich einlullt und berieselt; alles ganz leis' bis ein Tumult dich aus deinen Träumen reißt und einen Orkan aufkommen lässt. Lauf, lauf, tönt
es aus ihm heraus, doch wie jedermann weiß, kommt man in Gewässern nur schwer voran. Er saust und braust um dich herum, wirft dich immer wieder um, bis dein Körper es schafft sich mit letzter Kraft an Land zu werfen. Regungslos liegst du da, nach der Schärfe deiner Sinne suchend. Vergeblich! Die Sonne sticht
dir ins Gesicht, und vermag dich zu blenden, deine Ohren scheinen allein dem Rauschen des Meeres lauschen
zu wollen, das dich zu betäuben vermag. Der Wille dich dagegen zu sträuben ist kaum verhanden, er glitt
dir aus den Händen, wie einst das Glück und die Liebe verschwanden, sie nahmen ihn mit und waren nie mehr gesehen. Deinen Beinen fehlt jegliches Gespür, deinem Herzen scheint jede Tür verschlossen. Ich will Leitern erklimmen, doch ihre Sprossen brechen unter mir zusammen. Zum Scheitern bin ich verurteilt, flüstern die Stimmen in meinem Kopf, sie sprechen mit tausend Zungen. Das Böse weilt in meiner Seele, meinem Herzen, meinen Lungen und in den Haaren, die ich zum Zopf trage. Manchmal frage ich mich ob mir das Glück wohl jemals wieder hold sein, ob mir jemals wieder ein Mensch von soviel Glanz und Gold begegnen werde. Eins weiß ich, mein Freundenstanz würde von ewiger Dauer sein. Doch derzeit überkommt mich
ein Schauer nach dem anderen; der Teufel liegt auf der Lauer, ich kann ihn spüren, das Feuer, das ihn umgibt, und die zugleich eisige Kälte. Was passiert mit mir? Mir ist das alles nicht mehr geheuer, immer noch schelte ich mich für was geschehen, doch vielleicht war das alles ja des Teufels Vergehen. Was würdest du an meiner Stelle vermuten? Vermagst du es mir einen guten Rat zu geben? Denn so kann ich einfach nicht weiter leben. Welchen Weg sollte ich anstreben und einschlagen? Welches Risiko sollte ich wagen? O verzeih, ich überschütte dich mal wieder mit Fragen, doch diese Verwirrung zerrüttet mir so langsam mein Herz, und ich weiß nicht mehr weiter. Und wieder hoffe ich auf deine Unterweisung, die mich vor einer erneuten Entgleisung meiner Selbst bewahrt.
Für deine Reise wünsche ich dir eine gute Fahrt!
Herzlichst, Dein Freund Gustave
Montag, 3. September 2012
Der Albtraum
In
dieser Zeit suchten mich nachts schreckliche Träume heim. Ich
träumte von Mord und Metzelei, von brutaler Gewalt und elendem
Grauen. Oft sah ich mich selbst mit Messern, deren Klingen in meinem
Unterleib steckten. Ich zog sie heraus und spürte mit jeden
Tropfen Blut, der meinem Körper entfloss, wie das Leben von mir
wich. Ich fühlte mich einer Ohnmacht nahe, meine Knie klappten unter
mir zusammen, sodass ich zu Boden stürzte und mein
zusammengefallenener Körper ward mir plötzlich ganz leer als sei er
nur noch eine Hülle, in der nichts mehr vorhanden war. Und wenn ich
dann mit dem vom Schweiß überdecktem Körper im Dunkeln erwachte,
schreckte ich hoch und brach vor Angst in Tränen aus. Mir war so
bange, dass ich noch lange bei jedem kleinen Geräusch
zusammenzuckte: "Die Dämonen", schauderte ich, "sie sind
zurückgekehrt!"
Und
bei dem Gedanken sprang ich auf, machte mir Licht und begann mein
Zimmer zu verwüsten. Ich warf Tisch und Stühle um, zerwühlte mein
Bett, schmiss Kleider und Bücher zu Boden und Gläser gegen die
Wände, dass sämtliche Bilderrahmen zerbrachen und gen Ende alles
mit Scherben übersät war.
Sonntag, 2. September 2012
Der Strahlemann
Das hab ich gemacht. Ein Kind von Traurigkeit. Durch mich in dich eingepflanzt. Wieder und wieder nehm ich sie dir, auf dass du gesund bleibst. Machen wir uns nicht gegenseitig heil? Würd einer noch krank, so wüsst ichs ja. Dennoch will ich den Himmel drum bitten. Ein Gebet soll mir keine Angst machen. Ich will vertrauen, dass es erhört wird.
Wie ist es um mich bestellt? Stets will ich diese Frage beantwortet wissen. Trau dich zu vergessen. Vergessen setzt die Krankheit, aber ohne die Krankheit kein Tod, ohne den Tod keine Hoffnung.
Todessehnsucht soll mich nicht fürchten. Ich will mich ihrer glücklich schätzen und vorfreudig sein. Jeder Tag soll mir heilig sein...und dies soll nicht nur ständig gepredigt werden, empfinden will ichs und ausstrahlen.
Wie ist es um mich bestellt? Stets will ich diese Frage beantwortet wissen. Trau dich zu vergessen. Vergessen setzt die Krankheit, aber ohne die Krankheit kein Tod, ohne den Tod keine Hoffnung.
Todessehnsucht soll mich nicht fürchten. Ich will mich ihrer glücklich schätzen und vorfreudig sein. Jeder Tag soll mir heilig sein...und dies soll nicht nur ständig gepredigt werden, empfinden will ichs und ausstrahlen.
Freitag, 31. August 2012
Alles ist jetzt weißer Raum
Nun sah ich ihn an,
den leeren weißen Raum
tränenfrei waren mir meine Augen
als sei dies ein trauriger Traum
sehnsuchtsvoll suchend nach der roten
Wand
nach Tisch und Bett und deinem Lachen
da füllte sich das Nichts mit bewegten
Bildern an
und alles was dort ward,
all deine Späße und all deine Sachen
waren wieder da, als sei dies der
Anfang
der Kronleuchter schwang
der Schrank lehnte an der Wand
und mittendrin saßen wir beisammen und
aßen
und schliefen und tanzten
und liebten uns
Nun nahm ich deine Hand
und spürte deine Traurigkeit
tränenfrei waren dir deine Augen
als sei es nun an der Zeit
sehnsüchtig strebend nach dem schönen
Morgen
nach neuem Tisch und Bett und meinem
Lachen
da füllten sich deine Augen mit Wärme
an
und alles was dort wird,
all deine Träume und die schönen
Sachen
sind jetzt im Werden, als sei dies der
Anfang
jetzt dauert es nicht mehr lang
alles ist jetzt weiße Wand und weißer Raum
und mitten hinein malen wir unser
Beisammensein
unseren Schlaf und unseren Tanz
und uns Hand in Hand
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