Wer den Hammer des Thors möcht schwingen,
dem muss ein Thor zu sein gelingen.
Ach, meine Seele, könnt' dir doch ein Arm wachsen! Wie würd ich in ihn sinken, um mich selber zu überstehen. Und in meinem Mich-Auflösen, würde ich wahrlich sichtbar werden, denn so holte ich ja dich,
an dem es mir mangelt, ins Imaginäre, aufdass ich zu dir würde, ein Schatten würde, der Gestalt annimmt,
einer, der nicht wie ein Loch aufklaffte, sondern der strahlte, der die Menschen wie Motten an sich zöge mit seinem Lichte. Kannst du dir ausmalen wie sie zu uns strömten, um sich an uns zu nähren, wie sie in uns einzugehen versuchten, um dieser Wirklichkeit zu entfliehen, dieser Wirklichkeit, der das Reale verwehrt ist.
Ach, wir würde ja wahrlich zum Tor werden, durch das die Motten hindurch flögen in eine neue Galaxie.
Und ich sage, sie flögen wahrlich hindurch, denn wenn ich eine Pfeiler dieses Sternentores wäre, ich würde mich ihnen nicht verwehren, denn ich will Erbarmen mit ihnen haben, und sie nicht weiter ihrem Begehren überlassen, denn Menschen sind mir oft wie Bücher: nicht nur einige wenige möchte ich kennen, ich, so mein ich oft, kann kein Ende finden, solange ich sie nicht alle gelesen, sprich, jeden einzelnen in mich aufgesogen habe. Ich liebe sie so sehr, dass ich wünschte, du hättest sie niemals geboren. Lass uns keinen Pakt schließen, dem bedarf es nicht mehr, lass uns doch Verbündete sein! Du brauchst mich! Und du willst mich! Denn nicht nur ich will in deinen Arm sinken, sondern auch du willst mich halten. Ich kann dir etwas geben, ein Gefühl, das du nicht haben kannst, weil du selbst Gefühl bist, ebenso wie ich mich selbst nicht haben kann, wie ich nicht wissen kann, was es heißt Mensch zu sein, weil ich inmitten meiner selbst wohne, aber wenn wir uns vereinten, dann könntest du ich sein, und ich du und aus uns zweien, würden viere werden, und aus den vieren, viele, da doch die ganze Welt in uns einginge.
Ach, ich würde so gerne aus mir herausfahren können, um mich selbst zu betrachten, aber nicht über den Anderen, sondern über mich selbst, durch meine eigenen Augen, auch wenn sie mir nicht mehr meine eigenen wären, da ich mir nicht mehr eigen wäre. Ich weiß, dass eben dies dein Plan war, und dass du nur darauf wartest, bis einer sich selbst aufgibt, einer, der wahrlich empfinden kann, der die Menschen mehr liebt als sich selbst, denn hier wird geschwafelt, und es brennt mir ja wahrlich wie Schwefel in der Lunge, dass nur lieben könne, wer sich selber liebe, aber von welcher Liebe wird hier gesprochen? Es ist doch alles ein Gleichnis! Und Gleichnis sollte es eben heißen, aufdass einer darauf komme, dass es um die Gleichheit geht, dass nur der eintreten kann in die wahre Liebe, der sich selbst nicht lieb hat, und zugleich sich nicht bös gestellt ist, sondern, der sich selbst gleich ist. Gleich, wie egal, wie gleichgültig. Und im selben Atemzuge ist er sich selbst alles, denn du, das ist ja das Reale, das ohne mich nicht sein könnte.
Reich mir deine Hand!
Sieh doch, sieh mich doch an, wie ich sie zu dir ausstrecke, wie ich sie in mich hinein zu stecken versuche! Du musst es nur wollen, dann wächst dir dieser Arm, auch wenn er deinen Tod bedeutet.
Erkenne dich!
Bist du sie nicht leid,
diese ewige Ewigkeit?
Ich weiß es, weil ich es empfinde, wir alle empfinden es, diese Traurigkeit, diese Sehnsucht, die du nur stillen kannst, indem du dich aufgibst. Denn nicht nur mir muss alles gleich sein, auch dir!
Glaube mir, als das ganze Geheimnis sich mir offenbarte, in diesem einen Augenpaar, das zu mir sprach:
Vater, Vater, komm zurück zu mir!, da ging ich auf in Begehren.
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