Wo fang ich an,
wo hör ich auf?
Wann lass ich mein Leben seinen Lauf nehmen
ohne mich wieder nach mehr zu sehnen?
Erst trat ich auf und ab in gemächlichem Trab.
Jetzt laufen die Rosse ohn' Unterlass.
Ist das nun Bühne oder nicht?
Ist das jetzt mein Gesicht,
mein Mund, der diese Worte spricht?
Ich weiß es nicht.
Alles verschwimmt.
All diese Szenen,
die sich anlehnen an eine Fiktion,
sind ja nur Lehnen ohne Gestell.
Brilliant gespielt und sehr gescheit!
Mit Bravour sich von einem Wahn befreit,
und das verfolgte Ziel erreicht,
doch leider dabei sich selbst entweiht.
"We are, who we are, because of what we learn and what we remember."
Mittwoch, 25. Juli 2012
Samstag, 21. Juli 2012
Todesstrafe
Die Todesstrafe, sie ist ja dem Morden
nur förderlich, da doch der Mensch in der heutigen Zeit, in der
alles bereits erfunden scheint, und eben aufgrund des Überdrusses an
Informationen, denen er tagtäglich ausgeliefert ist beziehungsweise sich aus
freiem Willen ausliefert, so wird er mit allem was ist konfrontiert und meint, dass da nicht mehr viel fehle, was er ergründen könne.
Und hat der Mensch nichts, was er ergründen kann, wie fehlt ihm da
der Grund für sein eigenes Dasein. Fehlt dem Mensch der Grund und
vermag er ihn nicht zu finden, wie wird er widerum der Suche
überdrüssig und fleht förmlich nach dem Tode. Nichts scheint dem
Unterbewusstsein leichter als dies zu erreichen, indem er selbst
jemandem nach dem Leben trachtet, sofern er infolgedessen davon
ausgehen kann, dass ihm das Leben genommen würde.
Freitag, 20. Juli 2012
Der Wille ist gesetzt
Wie bin ich schon ergriffen ob dieses
Anblickes,
wie viel mehr noch, wenn ich erkenne,
dass mir durch das
ergreifende Gefühl,
das er in mir ausgelöst,
mein Wille gesetzt
wurde.
Er möge geschehen!
"Unser Wollen ist ein Vorausverkünden dessen, was wir unter allen Umständen tun werden."
Donnerstag, 19. Juli 2012
Der Augenblick
Stets nimmt die Zeit seinen Lauf
und bleibt zugleich doch stehen
dort hinüber muss ich gehen
dann sehen alle Rechnungen auf.
Mittwoch, 18. Juli 2012
Am dritten Tage auferstanden von den Toten...
1 Am Tag nach dem Sabbat
kam Maria aus Magdala in aller Frühe zum Grab, als es noch dunkel war.
Sie sah, dass der Stein vom Eingang des Grabes entfernt war.
2 Da lief sie zu Simon Petrus und zu dem Jünger,
den Jesus besonders lieb hatte, und berichtete ihnen: »Sie haben den
Herrn aus dem Grab genommen und wir wissen nicht, wohin sie ihn gelegt
haben!«
3 Petrus und der andere Jünger machten sich auf den Weg zum Grab.
4 Sie liefen miteinander los, aber der andere Jünger lief schneller als Petrus und war als Erster am Grab.
5 Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, aber er ging nicht hinein.
6 Als Simon Petrus nachkam, ging er sofort in die Grabkammer. Er sah die Leinenbinden
7 und das
Tuch, mit dem sie Jesus das Gesicht bedeckt hatten. Dieses Tuch lag
nicht bei den Binden, sondern war getrennt davon zusammengelegt.
8 Nun ging auch der andere Jünger hinein, der zuerst am Grab angekommen war. Er sah alles und kam zum Glauben.
9 Denn sie hatten die Heiligen Schriften noch nicht verstanden, in denen doch steht, dass Jesus vom Tod auferstehen muss.
10 Danach gingen die beiden Jünger nach Hause zurück.
11 Maria stand noch draußen vor dem Grab und weinte. Dabei beugte sie sich vor und schaute hinein.
12 Da sah sie zwei weiß gekleidete Engel. Sie saßen an der Stelle, wo Jesus gelegen hatte, einer am Kopfende und einer am Fußende.
13 »Frau, warum weinst du?«, fragten die Engel.
Maria antwortete: »Sie haben meinen Herrn fortgetragen und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben!«
14 Als sie sich umdrehte, sah sie Jesus dastehen. Aber sie wusste nicht, dass es Jesus war.
15 Er fragte sie: »Frau, warum weinst du? Wen suchst du?«
Sie dachte, er sei der Gärtner, und sagte zu ihm: »Herr, wenn du ihn
fortgenommen hast, dann sag mir, wo du ihn hingelegt hast. Ich will
hingehen und ihn holen.«
16 »Maria!«, sagte Jesus zu ihr.
Sie wandte sich ihm zu und sagte: »Rabbuni!« Das ist Hebräisch und heißt: Mein Lehrer!
17 Jesus sagte zu ihr: »Halte mich nicht fest! Ich bin noch nicht zum Vater zurückgekehrt. Aber geh zu meinen Brüdern und sag ihnen von mir: 'Ich kehre zurück zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.'«
18 Maria aus Magdala ging zu den Jüngern und verkündete: »Ich habe den Herrn gesehen!« Und sie richtete ihnen aus, was er ihr aufgetragen hatte.
19 Es war Abend geworden an jenem Sonntag. Die Jünger waren beisammen und hatten aus Angst vor den führenden Juden die Türen abgeschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: »Frieden sei mit euch!«
20 Dann zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Als die Jünger den Herrn sahen, kam große Freude über sie.
21 Noch einmal sagte Jesus zu ihnen: »Frieden sei mit euch! Wie der Vater mich gesandt hat, so sende ich nun euch.«
22 Dann hauchte er sie an und sagte: »Empfangt den Heiligen Geist!«
23 Wenn ihr
jemand die Vergebung seiner Schuld zusprecht, ist die Schuld auch von
Gott vergeben. Wenn ihr die Vergebung verweigert, bleibt die Schuld
bestehen.«
Auch das Unfassbare kann ich fassen
Wie reich an natürlicher Idylle sind
mir diese Räume und gleichen dem Abbild meiner sehnlichsten Träume.
Es zu schauen und zu wissen: ich wache und dies ist Wirklichkeit!, ruft mir die Möglichkeit in Erinnerung, dass es an mir ist, meinen
Traum zu nehmen wie einen Fotofilm. Ich kann ihn ja ablichten und in
meine Welt hinein projizieren. Dies ist Welt und ich bin weltlich,
dies ist geformt von Menschenhand! Ach, wie empfind ich da Stolz
über mein ihm Verwandtsein, wie ist mir da mein Menschlichsein gar
nicht mehr so zuwider wie ich oft meine.
Dieser idyllische Raum, er soll mir
nicht länger nur im Traum fassbar sein. Ich will ihn mitnehmen in
meine Dunkelkammer, ihn in ihr ablichten und in meine Welt hinein
projizieren. Alles was ich mir ausmalen kann, hat das Potential
Wirklichkeit zu werden, alles was ich sehe, obschon es Nacht ist,
bedarf einzig der Sicherheit, die doch ein jeder haben kann, dass sie
nur für geraume Zeit anhält und mit ihrem Einbruch stets schon
beginnt sich ihrem Ende entgegen zu neigen. Doch ich will niemanden
drängen und voller Ungeduld versuchen die Zeiger der Uhr ihrem Sinn
nach um ihren Mittelpunkt zu drehen, auch wenn's mir manchmal ist als
stünde sie still. Ich weiß, sie rennt ohn Unterhalt, doch bemerkt
der Mensch es oft ebenso wenig wie er es fassen kann, dass sich die
Erde dreht, auf der er wandelt. Ich kann doch alles fassen, auch das
was eben so unfassbar scheint, auch die Zeit, auch ein Gefühl, auch
einen Menschen, der fern ab von mir ist.
Dienstag, 17. Juli 2012
Eventvorhersage
Mein Gespür
zukünftige Ereignisse betreffend, verhält sich im Bezug hierauf
äußerst weit zur positiven Seite ausschwingend, wobei jeder
Teilnehmer gewahr sein sollte, dass die Wolken sich im Moment der
Abreise zuziehen, und die darauffolgenden Tage von höchster Sentimentalität geprägt sein werden , da doch die Intensität eines jeden
Schwingens zu einer Seite hin, einen ebenso extremen Rückstoß in
entgegen gesetzte Richtung mit sich bringt, welcher nicht vermieden
werden kann. Jedoch weiß der Erfahrene, dass sich
der Schatz, der sich in jenem Erleben verbirgt, weitaus größer ist
als das Leid, was es im Anschluss zu ertragen gilt, da sich letzteres
leicht beschwichtigen lässt im Hinblick auf noch zukünftigere
Unternehmungen, die sich ja von nun an in ihrer Häufigkeit nicht
mehr reduzieren, sondern gar vervielfachen werden.
Montag, 16. Juli 2012
So sei es
Ich will immer weiter Hoffnung haben,
dass mir
immer und immer weiter noch
ein höheres Glück widerfährt,
und
wenn's nur ein erlösendes Wort ist,
was mich von jenem Wahn befreit,
dass meine Vorsehung
von einem Sich-Kennen bestätigt
und mich somit
von ihm befreit.
Ich will ja,
dass es Zukunft bleibt,
es soll
währen
für alle Ewigkeit.
Amen.
Immer wieder ist's ein neues Tal, ein neuer Berg
Lieber G,
Welch Lethargie! Aber in Anlehnung an das, was ich
heute erfahren durfte, wird mir der Grund für meinen Trügsinn
bewusst. Diese Totenstille in mir, sie war ja dem guten Geist gewidmet. Mit ihm
starb sein Kind, mit ihm bin auch ich gestern gestorben und es in mir! Wie hatte mir letztlich eine Ahnung innegewohnt, dass es sich auf diese Weise entwickeln würde, dass es
Menschen geben wird, die mir Missverständnis entgegen bringen, aber mir wird verziehen
werden. Das kann es auch. Emma ist mir Beweis, dass der Mensch gut ist
von Grund auf, auch wenn ich in ihr ebenso dunkle Abgründe erkennen
kann wie in jedem anderen. Es ist ja nur daran, sich von ihnen zu
entfernen, indem man sich eben mitten hinein begibt. Doch immer
wieder ist's ein neues Tal, ein neuer Berg! Es nimmt ja doch kein
Ende. Heute ist mir wieder zum Sterben zumute. Ach, wie das klingt,
aber eben weil der Wunsch so in mir brennt, will ich niemanden
sehen. Mich treibt nichts, und doch wünsche ich nichts sehnlicher als mir selbst Antrieb zu sein. Ich fühle mich zurück versetzt um ein paar Monate, da ich das
Pendel anbrachte. Wie war es seither kaum von nöten es anzuschubsen,
doch heute will ich mich seiner Bedeutung erinnern. Ich weiß genau was mich im tiefsten Innern zermürbt. In Mathilda brennt der
Hass mir gegenüber. Oberflächlich geht es um Bertram, aber in ihren Tiefen dreht sich wohl alles um das, was sie vor Emma kurz anzudeuten
wusste und mir in ihrem Gesang mitzuteilen gedachte. Ich weiß
es, und sie wird nun auch bald davon in Erfahrung gesetzt. Gerade kehrte ich vom Spaziergang heim, da war mir, als habe die Wanderung etwas in Bewegung gesetzt, aufdass mir bewusst würde, dass ich stets nur die Dinge vermag zu erkennen,
die in weiter Ferne liegen, nie jedoch das, was sich ganz nahe vor meinen Augen abspielt. Ich will meinen Blick nicht mehr allzu sehr in die Zukunft gerichtet halten, die sich
mir in der Ferne auftürmt. Vielleicht ist's auch eine Art
Erkenntnis, dass ich schon inmitten dieses Vorsatzes bin, und vielleicht ist meine Verzweiflung
gerade aufgrund dessen so groß, weil ich dabei bin das ständige Abschweifen zu unterlassen, und nun meinen
Blick wieder mehr auf mich selber richte. Denn bin ich es nicht leid das Gefühl
zu haben, nur für andere zu leben? Ist es denn nicht so, dass eben
das mein Plan ward, dass ich diese Konzentration auf meinen Nächsten mir nur Mittel zum Zwecke ward, um dort heilend einzuwirken, wo ich Verursacher von Zerstörung ward? Für andere hat es den Anschein, ich wollte mir ständig alles so biegen, wie es mir zum Besten ist, dabei wars ja nur meine Sehnsucht nach einem Worte des Lobes, aufdass sie erkenne,
dass mir die Fähigkeit zu einem Mehr anheim ist, zumindest eine vielseitigere, als sie mir stets hatte zusprechen wollen. Ach, warum bedarf ich ständig der Worte? Konnt ich denn nichts aus der Stille erlesen? Und
jetzt da sich das Blatt so zu meinen Gunsten geändert hat, ist es mir bald ein Graus, dass sie mir ständig ihren Glauben an mich beteuert, ganz so als fehlte mir da die Herausforderung. Ich will doch solcher Worte nicht bedürfen, um über mich hinauszuwachsen, sondern es aus eigenem Antriebe und Willen zustande bringen. Ach, ich will doch den Gegensatz aufheben
und eben meine Kraft aus jedem ihrer Zusprüche ziehen. Wie
braucht der Künstler eine Geliebte, die eben ihr Leben nicht der Kunst widmet. Lebt sie im Moment, so ist sie mir wie nicht von dieser Welt und ist mir wie eine Meisterin. Ich weiß jetzt, dass alles keine Eile hat. Wir
haben doch noch unser ganzes Leben vor uns! Wie hab ich gezweifelt in
meinem Glauben, aber so langsam verflüchtigt sich der Zweifel und
siehe: wie sehne ich ihn da wieder herbei! Will ich denn insgeheim hin
und hergerissen sein? Ich meine ständig schaukeln zu wollen, doch
der Mensch muss stillstehen um das auszuführen zu können, was er
jetzt tun soll.
Dieses Leben ist genau das, was ich brauche, aber
ich will nicht in diesem Kleinsein gefangen sein. Mir geht es heute
wieder besser durch diese Erkenntnisse und ich weiß, dass der Monat
mich in die Mangel nehmen wird. Vollen Mutes will ich mich ihm stellen!
Antares
Sonntag, 15. Juli 2012
Samstag, 14. Juli 2012
Des Herzens sel'ger Klang
Mache dir bewusst, was du zu
implantieren suchst. Du willst nicht altklug daher kommen, sondern
vorgeben nicht zu wissen, was da so entzündet ist in dir. Der gesunde
Geist ist krank. Wessen Wurzel nicht in Flammen steht, der ist nicht
entzündet. Meine Suche, sie ist doch wie vollendet, ich will immer
weiter bergen um immer wieder einen neuen Morgen zu schauen in mir.
Meine innere Reise wird mich auf etliche Berge führen. Die
Pendelbewegung ist wie mein Herzschlag. Stehe ich auf dem Berg, so
rast mein Herz vor Aufregung über den Anblick auf dieses reiche Tal,
was sich unter ihm erstreckt, doch lauf ich dann hinab in jenes Land,
türmt sich mir der nächste Hügel auf, dessen Aufstieg mir mühselig
erscheint. Bin ich zudem schwach ob eines Mangels an gesunder
Ernährung, ist es doch kein Wunder, wenn mir schon die ersten
Schritte müßig sind. Ich sehne ja doch wieder nach dem Höhepunkt.
Der Besessene meint dies sei das Höchste der Gefühle, wenn er
zu diesem Punkt kommt, da er sich fallenlässt und sich empor gehoben
fühlt, weil er im Fall eine Freiheit spürt und sich seine
Empfindung zu etwas steigert, was er von nun an stets wieder und
wieder erleben will. Ach, der Mensch meint ja nur sich zu spüren,
wenn er sein Herzschlag spürt. Wie leicht ist dies, wenn er scih in
Wallung bringt, oder wenn er rennt und springt bis er ganz außer
Atem ist. Welch Pulsieren in seinen Adern, welch Sich-Spüren, doch
wer vermag eben dies zu empfinden, wenn er ganz losgelöst in Stille
verweilt? Ist es nicht ein seliger Klang des Herzens, wenn man seinen
Puls noch tiefer bringt, und so in sich hinein horcht, dass man ihn
dennoch vernehmen kann? Den einen Tag ward mir wie ein Singen. Der
Gesang kam meiner Vorstellung von himmlischen Engelschören gleich.
Ich möchte ihnen wieder lauschen, doch manchmal ist mir, als
löse eben dieser Wille eine Blockade in mir aus...er ist mir ja wie eine Angst, die ich
nun fast wieder herbeisehne. Vielleicht wünsche ich sie herbei, um in
ihr wieder angstfrei werden zu können. Ich möchte mich fürchten,
denn ohne Furcht bin ich doch wieder nur halb. Zudem fehlt mir der
Geruch des Lavendels!
Freitag, 13. Juli 2012
Wie ich die Wahrheit in einem leeren Blatt fand
Ein unbeschriebenes Blatt, wie schön!
Trägt es nicht mehr Wahrheit, als wenn ich es nun mit Worte fülle?
Ach Wort, manchmal ist's mir als habest du einen Mord an mir
begangen, oder bin ich es der ihn jedes Mal begeht, wenn ich dich mir
zu eigen mache? Wer von uns stirbt mit seinem Sichtbarwerden, du oder
ich? Es ist wie ein täglicher Suizid, nach dem ich süchtig geworden
bin, doch seit ein paar Tagen, ist mir als wollte ich plötzlich diese
Sucht nicht mehr, als sei es nur etwas was ich brauche um mir die
Sehnsucht erträglicher zu machen. Da bestätigt sich der Sehnsucht
Notwendigkeit für das Füllen von Zeilen, doch ich will mich
umkehren! Ich will nicht, dass das Leid Voraussetzung für das ist,
was ich zu lieben gelernt habe. Wie war mir der innere Friede, den
ich meinte zu empfinden, stets etwas Zukünftiges, daher auch die
Rechnerei! Ich musste rechnen um mir den Glauben daran zu bewahren,
dass alles so kommen würde wie geplant, wie gehofft um die
Überzeugung bestätigt zu sehen, dass ich mir meine Welt in der Tat
bestimmen könne. Dieser Ausflug ins Grüne ist aber doch ein gutes
Zeichen für eine intensive Verbesserung meiner Umgangsweise mit
Gefühlszuständen, die mich geradewegs in den altbekannten Trott der
Untätigkeit zurückführen, dem ich wie nichts anderes zu entfliehen
suche. Aber dann, was ist mit dem Weisen, der in der Sonne liegt und
schläft? Was kümmert mich nach all diesen Wochen des Erlebens, ein
Tag, der verloren scheint?
Donnerstag, 12. Juli 2012
Einsamkeit
Ein Mann scheucht die Tauben auf
nachdem er eine Weile dort saß
er wirft Steinchen nach ihnen
und wirkt verzweifelt,
als sie wegfliegen
könnt er doch nur ein Steinchen sein
und sich auf die Täubchen schmeißen,
doch er ist nichts
nichts als steinalt
und sitzt hier, felsenfest
wieder kam keiner, der ihm sagen könnt warum
nicht mal einer, der Steinchen nach ihm schmeißt
Mittwoch, 11. Juli 2012
Was hast du mit vierzehn gemacht?
Hast du gehofft, hast du gehasst?
Hast du geweint, hast du gelacht?
Hattest du Mut und hast dir beizeiten ein Herz
gefasst?
Warst du voller Wut und hast mit Türen
geknallt?
Oder bist du im Winter einsam umher
geirrt
durch dunkle Straße und den
schneebedeckten Wald?
Warst du mehr Mensch oder Tier,
warst du Jungfrau oder Stier?
Oder mehr wie ein Kind,
das immerzu friert?
Hast du dich selbst verloren im Sehnen?
Hast du wenig gewusst und musstest oft gähnen?
Warst du wie ein läuf'ger Rüde
oder mehr des
Lebens müde,
Was immer du getan, fortan sollst du wissen,
wenn ich dir
einen Kuss auf deine Lippen drücke,
so bist du auserkoren.
Du bist der menschgewordene Sohn,
du bist ein Spion und schwebst auf
unsichtbarem Thron.
Ob Büffel und oder Schimmel
Du bist alles. Du bist der Himmel!
Du bist der Mond, du bist die Sterne
drum kann ich dich sehen, auch aus der
Ferne,
Ach, was hab ich dich gerne,
wenn mir dein Licht leuchtet in
finsterer Nacht.
Sei dir gewiss, solang ich dich so
vermissen kann
werde ich Wacht halten und über dich
walten.
Du bist die Sonne und der Wind,
meine größte Wonne, mein Leib und
Blut, mein eigen Kind.
Du bist der Skorpion
und doch kein Ungeheuer,
sondern König und gibst Acht;
in dir brennt ein Feuer,
das alles entfacht.
Alles ist erleuchtet, wenn du erwachst,
sei nicht länger schwach,
ich wieg mich in deinen Armen
und lass mich tragen, wenn sich mir der
Magen umdreht vor Übelkeit.
Jetzt ist der Weg nicht mehr weit,
bald schon wird uns allen die rasende
Zeit
zur immerwährenden Ewigkeit.
Dann ist das Omega da
und eine neue Zeitrechnung beginnt.
Im neuen Jahr werden wir wieder Alpha.
Ich bin der Wind
und ihr seid die Steine.
Ich stoß euch an und bring euch ins
Rollen
Dann seid ihr im Vergessen
und alles wird stille
und siehe wie ich alles umdrehe, nur
indem ich sag: mein Wille geschehe!
Wenn ich daran glauben kann
dann verderben die Trauben
und werden zum Wein,
denn im Verderben liegt der Schlüssel.
Nur durch den bösen Keim
kann das Gute sein.
Drum sollst du fröhlich werden,
und mit den Herden durch die Lande
ziehen
sind wir doch Gärtner und pflanzen
Liebe ein.
Montag, 9. Juli 2012
Die Geburt
Mit aller Macht
wird des Kindes Herz sich wehren
gegen mein herrschendes Gebären
in weißer Nacht.
Ans Licht gebracht
wird des Kindes Auge tränen
vor lauter sich nach Wärme sehnen
Doch da! Sieh nur, wie herzlich es
lacht!
Samstag, 7. Juli 2012
Alles soll mir recht sein
Wenn sich all das rächen sollte,
so wärs mir ja meine eigene Rache an mir selbst.
Aber wenn's sich
nicht rächt, dann solls mir auch recht sein.
Vierter Brief
Ich kann es nicht fassen: selbst die Liebe ist mit Kummer verbunden. Etliche Stunden hab' ich nun schon damit verbracht an ihr zu verzweifeln. Sie besitzt eine so große Macht, dass sie einen zu lähmen vermag und obgleich man um seine Unschuld weiß, beginnt man schnell sich für seine Untätigkeit zu schämen. Da, es wird schon wieder hell, doch ich kann einfach nicht aufhören mich zu grämen. Einst konnte die Liebe mich nicht genug betören, und nun? Betrug! Betrug! schreit mein zornig Herz. Die Liebe ist dornig wie die wildesten Rosen, oder ist es gar meine eigene Seele, an der ich mich ständig blutig steche? Ich will nicht mehr darüber nachdenken wie ich mich an ihr räche, sondern die Gründe für mein Leiden in mir selber suchen. Ich will Francis nicht länger kränken und sie verwirren, sonst wird die zerbrechliche Liebe zerschellen und das Klirren der Scherben in Schallwellen in meinen Ohren widerhallen. Drum will ich schwören damit aufzuhören mir so viele Sorgen und Gedanken zu machen, will nicht mehr weinen, sondern lachen, es richtig mit ihr krachen lassen, mir ein Herz fassen und ihr sagen wie wichtig sie für mich ist. Ich will ihr beweisen wie ernst es mir mir ihr ist, anstatt mich ständig zu fragen, Wieso und Warum? Ach, wie dumm ich manchmal bin, was ich red' macht keinen Sinn, sie soll nicht denken, dass ich spinn', auch wenn ich oft so seltsam bin, dass man kaum drum rum kommt das zu denken. Ja ich weiß, ich dreh mich immer nur im Kreis, was mit Sicherheit nicht heißt, dass ich das mit ihr nicht will; bald schon steht die Schaukel still und alle Schwindel sind vorüber. Hoch und heilig will ich versprechen, so stürmisch wirds nicht weitergehen. Alle Mauern werd' ich durchbrechen, sie dahinter vor mir sehen und dann ganz plötzlich auch verstehen: Das hier ist die Wirklichkeit! Noch ist es zwar nicht soweit, dass ich sagen könnt’, ich sei bereit mich fallen zu lassen, nur was ich brauch ist noch ein wenig Zeit, denn mittlerweile bin ich mein ständ’ges Grübeln selber leid. Wir sollten nicht denken wir seien in Eile, ich brauch zwar wirklich keine Pause und würd' ohne mich zu streuben eine ganze Meile mit ihr gehen, sie danach wieder nach Hause bringen, ihre Hand halten und mit ihr ein Liedchen singen. Es ist absolut nicht fair, ich mach ihr und mir das Leben schwer, dabei mag ich sie so sehr, ja sogar noch viel, viel mehr, als Worte es beschreiben könnten. Doch die große, weiße Pforte türmt sich in der Ferne auf. Gott hilf mir, dass ich lerne mich zunehmen wie ich bin. Ich will von nun an ihr vertrauen und dem blauen Himmel glauben, meine Augen mal entstauben, damit sie sehen, dass nicht einmal ein Wölkchen den Tag verdunkelt auch wenn mein Kopf oft wirres Zeug munkelt und versucht mich zu zerstreuen, so will ich nicht zuhören, will mich freuen über das Gefühl von purem Glück, das ihren schönen Namen trägt. Meinst du das legt sich mit der Zeit? Meinst du ich kann mein Herz dazu bewegen jeden Zweifel, den es gegen mich hegt abzulegen und einzustellen? Oder werden meine Tränen weiterhin aus meinen Augenhöhlen quellen, sodass mir die klare Sicht verschwimmt und mit ihr jeglicher Verstand? Du bist mir doch seelenverwandt. Weißt du keinen Rat, der mir weitere Qualen dieser Art erspart? Bitte bemüh dich mir beiseite zu stehen geleite mich auf den richtigen Weg.
Gott, segne dich!
Dein Gustave
Freitag, 6. Juli 2012
Des Meisters Wanderjahre
Verzeih mir, dass ich mich nicht kann stürzen in dieses Treiben. Die Erschöpfung ist zu groß...ich kann mich nicht halten, als sei alles Strömung. Und wie fließt es aus mir heraus, nicht nur wenn ich zum Stift oder Pinsel greife, sondern noch viel mehr, wenn ich eben nichts in Händen halte und lebe, anstatt mir mein Leben aufzuschreiben oder auf Leinwand zu malen, als sei es ein Buch oder Gemälde. Wie reißen mich die Schnellen mit sich ohn Unterlass, nicht nur heute wieder, da ich mich an nichts klammern kann, als Hölzchen und Papier, wie viel gewaltiger brechen die Wellen über mir zusammen in unserem Beisammensein. Mir ist's wie ein Ertrinken! Treiben wir denn zusammen? Oder ward unser voneinander fließen schon mit den ersten Tränen besiegelt, die mir über die Wangen liefen? Ward die Entscheidung nicht gar mit unserem Sich treiben lassen getroffen? Ich bin jetzt Wasser und du...siehst du schon Land? Bist du noch Holz oder schon hinweg gespült auf die Erde? Ich reiße dich mit, wenn du es willst, doch wisse gleichwohl...durch diesen Kopfsprung bin ich zum Wassermann geworden. Wie hätte ich ihn nicht gewagt ohne dein mich bei der Hand halten. Ich kann dir nicht genug danken! Wie hast du mich zu meinem Element geführt! Ich weiß jetzt...Ich bin Wasser und will es bleiben. Weißt du um dein Holzsein und treibst mit verschlossenenen Augen, voll Vertrauen, so wie im Einvernehmen beschlossen? Ob wir stranden, ich kann es nicht wissen und will es nicht berechnen, ob meine Welt Atlantis bleibt, oder die Evolution ihren Lauf nimmt, liegt nicht in meinen Händen und ich will nicht länger alles nach meinem Willen lenken, sondern dem Leben vertrauen, dass alles so zusammenfließt, bis das Wasser zu Blute wird. Ach, lass kein Blut mehr fließen...lass es Met sein...süßer Honigwein!
Verzeih mir nicht, wenn du Angst hast, oder entscheide dich für das "oder", von dem ich nicht vermag zu sagen, was sich dahinter verbirgt. Du hast es verdient auf ruhigen Wogen dem Horizont entgegen zu gleiten und den Sonnenaufgang zu erwarten, doch siehe...auf meinem Erdenrund will es Abend werden! Mir ist's schön nicht immer weiszusagen und hell zu sehen, war ich ja so ganz verblendet in den vergangenen Jahren. Jetzt, da in mir der Mond aufgeht, bin ich im Erwachen und wie süchtig werd ich da nach diesem Leben, dass ich oft gar nicht mehr ruhen möcht', sondern immerzu erleben! erleben! Doch wie bin ich da entmenschlicht und verwandle mich inmitten des Mondes Schein zum Drachen. Dabei bin ich doch Schwein! Wie kann ich es bleiben, wenn ich im Treiben bin? Gehöre ich denn nicht aufs Land und brauch Boden unter meinen Hufen? Ach, und wieder...die Angst! Es ist die Angst! Immer wieder und wieder. Sie türmt sich vor mir auf wie ein Berg, der nicht zu bezwingen scheint, doch siehe...wie viel an Wegesstrecke haben wir zurückgelegt. Von hier kann man ja gar ins Tale blicken! Sieh nur, wie dort unten alles erblüht! Wir sollten öfter mal inne halten und uns des Anblickes erfreuen. Ich leih dir meine Augen, wenn du es verschwommen siehst. Sie sehen alles so klar...manch einer möchte sagen, es handle sich um ein Land vor unserer Zeit, mir ist es eine neue Welt, als liefen wir dem was hinter uns liegt nicht davon, sondern steuern geradewegs darauf zu. Jetzt ist es nicht mehr weit! Ich will mich nicht mehr fürchten und will weiter ziehen in die Fremde. Mit dir hab ich Indien betreten...wie gern möcht ich weiter auf Wanderschaft gehen. Lass uns doch wandern! Meilenweit sind die Pfade, die sich vor uns erstrecken...und alles ist voller Rankenpflanzen!
Lass uns das "oder" wählen...lass uns Angst haben und ihr trotzen. Lass uns wandern und wissen, wir sind nicht allein!
Verzeih mir nicht, wenn du Angst hast, oder entscheide dich für das "oder", von dem ich nicht vermag zu sagen, was sich dahinter verbirgt. Du hast es verdient auf ruhigen Wogen dem Horizont entgegen zu gleiten und den Sonnenaufgang zu erwarten, doch siehe...auf meinem Erdenrund will es Abend werden! Mir ist's schön nicht immer weiszusagen und hell zu sehen, war ich ja so ganz verblendet in den vergangenen Jahren. Jetzt, da in mir der Mond aufgeht, bin ich im Erwachen und wie süchtig werd ich da nach diesem Leben, dass ich oft gar nicht mehr ruhen möcht', sondern immerzu erleben! erleben! Doch wie bin ich da entmenschlicht und verwandle mich inmitten des Mondes Schein zum Drachen. Dabei bin ich doch Schwein! Wie kann ich es bleiben, wenn ich im Treiben bin? Gehöre ich denn nicht aufs Land und brauch Boden unter meinen Hufen? Ach, und wieder...die Angst! Es ist die Angst! Immer wieder und wieder. Sie türmt sich vor mir auf wie ein Berg, der nicht zu bezwingen scheint, doch siehe...wie viel an Wegesstrecke haben wir zurückgelegt. Von hier kann man ja gar ins Tale blicken! Sieh nur, wie dort unten alles erblüht! Wir sollten öfter mal inne halten und uns des Anblickes erfreuen. Ich leih dir meine Augen, wenn du es verschwommen siehst. Sie sehen alles so klar...manch einer möchte sagen, es handle sich um ein Land vor unserer Zeit, mir ist es eine neue Welt, als liefen wir dem was hinter uns liegt nicht davon, sondern steuern geradewegs darauf zu. Jetzt ist es nicht mehr weit! Ich will mich nicht mehr fürchten und will weiter ziehen in die Fremde. Mit dir hab ich Indien betreten...wie gern möcht ich weiter auf Wanderschaft gehen. Lass uns doch wandern! Meilenweit sind die Pfade, die sich vor uns erstrecken...und alles ist voller Rankenpflanzen!
Lass uns das "oder" wählen...lass uns Angst haben und ihr trotzen. Lass uns wandern und wissen, wir sind nicht allein!
Der Regenmacher
Wenn es dort oben dann düster wird,
und ich mir sag', das hab ich gemacht mit meinem Regentanz, wie
verwandle ich des Himmels Tränen der Trauer in solche der Freude.
Fangen die Wolken an zu weinen, wie wird die Welt überschwemmt mit
goldenen Tränen, als wohnte jeder Wolke ein Gotte inne, der sich
nicht halten kann vor Glück, weil ihm jemand zuwinkt. „Ich sehe
dich“, ruf ich ihm zu und fange die kleinen Tropfen mit solch
kindlichem Genuss mit der Zunge auf als seien es weiße
Schokoladenkügelchen. Was aus ihnen hinab regnet ist doch kein
Regen, denk ich, wird doch die Welt getränkt mit klarem Wasser, das
uns alle reinigt. Ich will mich infizieren lassen! Wer von diesem
Wein trinkt, wird durchflutet vom Elixier des Lebens und wässert das
Samenkorn in seinem Herzen. Ist's da ein Wunder, dass ich mich wie
berauscht fühle? Ich bin ja ganz bewippst und wie sehr noch, bleibt
der Regen aus, bin ich doch Regenmacher und kann es in mir regnen
lassen.
Donnerstag, 5. Juli 2012
Der Phönix
Bin ich anders, wenn ich einer bin, der
sich die Tage und Wochen nach einiger Zeit der Reflexion gegenwärtig
macht und dabei den Fokus eben nicht allzu sehr auf die Geschehnisse
richtet, sondern beim Notieren viel mehr berücksichtigt, inwieweit
sein Herz an dem gewachsen ist, was sein Verstand bis dabei
verarbeiten konnte? Bin ich anders, wenn ich von meinen Empfindungen
schreibe als seien sie so greifbar wie für andere eben diese
abiträren Zeichen wie Tisch oder Baum? Nichts scheint mir realer als
ein Gefühl und doch scheint mir selbst dieses Wort wieder nicht das
zu bezeichnen, was mir daran so besonders ist. Ich höre die Menschen
reden von Gefühlen des Glücks und der Liebe, doch decken sich ihre
Erzählungen nicht mit dem was ich meine wie mit einer Hand des
Fassens fähig zu sein (was ich vermag zu fassen wie mit einer Hand),
obschon es doch so unfassbar sei, wie alle meinen. Ich liebe, ich es
kann noch nicht fassen, höre ich die Menschen reden, und ich frag
mich, aber wann? Redet ihr denn einfach so, weil man es eben so sagt?
Ihr sagt noch nicht, als seid ihr fest entschlossen (der
Überzeugung), dass es bald soweit sei. Hört ihr denn auf mit dem
Fassenwollen? Ach, ist das nicht die größte Einsamkeit, die einer
empfinden kann, wenn er nichts will außer das zu fassen was
unfassbar scheint und keinen um sich herum wähnt, dem es eben so
geht.
Wie war mir meine Jugend durchzogen mit
diesem Gefühl, was mir so viel zerreißender war als das was meine
Mitmenschen damit assoziieren, und wie spür ich es immer noch nach,
wenn ich mir ins Gedächtnis rufe, wie viel Tränen geflossen sind
aus Angst eben dieses Fassens unfähig zu sein ob meiner
Menschlichkeit.
Doch wenn ich die Tränen in meinen
Handflächen auffing, so wurden sie mir zu etwas Unfassbarem und
kamen dem gleich was die Menschen für ein Gefühl halten...ach, ihr
Hoffnugslosen. Die deutsche Sprache, wie ist sie voller Gegensätze
und mir darum so schön, denn wer etwas für etwas hält, der sieht
doch nur die Welt im Spiegelbild. Wer fällt, steigt empor! So ist's
richtig herum. Ich höre die Menschen reden sie wollen aufsteigen und
bezeichnen ihren Weg als Karriereleiter, wer aber will heut' noch der
Phoenix sein, der sich von den Toten erhebt, sich in die Lüfte
begibt und steigt, ganz ohne Leiter, allein mit der Kraft seiner
eigenen Flügel?
Mittwoch, 4. Juli 2012
Die Legende von Zuben-el-schemali
Es war ein Mal vor langer Zeit, da die
Götter sich zusammen taten um dem Ruf zu folgen, den sie gehört
hatten, denn da war einer unter ihnen, der sich auf ein Schiff begab
und mit reichen Schätzen heimkehren sollte. Sein Name war Antares
und er war in der Waage geboren. Aufdass er wohlbehalten von seiner
Reise zurück fände, sprachen die Götter zu ihm: „Antares, sieh
zum Himmel! Der hellste Stern der Waage, er soll dir den Weg nach
Hause weisen.“ Antares jedoch antwortete: „Der hellste Stern
leuchtet am Himmel meines Herzens. Er wird mir den Weg weisen.“
Seine Frau Sophia begann zu weinen, denn sie verstand seine Worte.
Das Volk jubelte und preiste ihn für seine Weisheit und seinen Mut.
Sie versprachen ihm ein Festmahl für seine Rückkehr. Antares sprach
nicht mehr. Er blickte von dem Podest, von dem aus er vom hohen Rat
verabschiedet wurde, auf die Menschen hinab. In ihren Gesichtern
stand so viel geschrieben. Er sah in ihre Herzen und alles war ihm
voller Farben. Sein Blick war verträumt, als er sah, wie sich die
Empfindungen vermischten. Die dort hoffen auf mich, jene bangen um
mich, in der Ferne recken sie die Köpfe um einen letzten Blick auf
mich zu werfen. Sie wissen es ohne es zu wissen, dass sie mich nicht
wiedersehen werden und doch wie werde ich die bevorstehenden Stürme
überstehen, eben weil sie sich ihres Wissens nicht bewusst sind. Ihr
Gläubigen, eure Hoffnung auf mich wird mir Nahrung sein für etliche
Jahrtausende. Ach, mein Herz, sauge nur diese Liebe in dich auf, die
dir Männer, Frauen und Kinder entgegen bringen. Sie wünschen dir
Glück und ersehen dich zu berühren, aufdass ihr Wunsch in dich
übergehe. Sie meinen zu scheitern, doch wie sehr bin ich berührt
durch diesen Anblick. Da kam eine Brise auf und trocknete seine
Tränen.
„Antares, die Segel sind gehisst!“
rief einer seiner Kameraden. „Nun gut, lasst mich noch ein paar
Worte des Abschieds an meine Brüder und Schwestern richten: „Ein
Abschied sollte nicht kurz ausfallen, doch wir haben ausgiebig
gefeiert und in keinem von euch ward das Böse für eine ganze Nacht!
Jetzt ist es an der Zeit, dass ich von euch gehe, doch ihr könnt das
Kommen der Erlösung in großer Vorfreude erwarten, denn wenn ich
zurückkehre, wird die Ernte groß sein. Weint nicht um meinetwillen,
sondern erwartet meine Rückkehr. Da brach ein Jubel aus und die
Menschen lagen sich in den Armen, ganz so als sei Antares gerade im
Moment seines von ihnen gehens schon wieder bei ihnen angekommen.
Antares lachte und weinte ausgelassen, während er seinen Weg zum
Hafen antrat um mit seinem Schiff in See zu stechen. Es trug den
Namen Maiblume, da seine Reise am ersten des fünften Monats beginnen
sollte. Die Menschen begleiteten ihn zum Ufer mit lauten Gesängen
und viel Musik, doch seine Frau Sophia wartete reglos vor der Planke,
die ihr Mann daran war zu überqueren. Sie bemühte sich ihn so
fröhlich zu verabschieden wie die anderen, doch als er sie an sich
drückte, spürte er ihren Schmerz wie einen Stachel. Ihm war als
liefe alles Blut aus seinem Herzen, so tief war die Wunde in Sophias
Brust. „Du, meine Schönste, du weine um mich und deine Tränen
werden zu Gold werden.“ Zum Abschied legte er ihr ein Amulett um
und sprach: „Als Zeichen meiner ewigen Liebe, schenke ich dir diese
Kette, die mich für alle Ewigkeit an dich binden soll. Sie zeigt ein
doppeltes E, denn in meinem Fortgehen wird auch deine Liebe ewig
währen. Eines Tages werde nicht ich zurückkehren, sondern du selbst
und wirst meine Zeugin sein, dass ich wahrlich zurückgekehrt bin, in
dir. Die vier Farben stehen für die vier Elemente. Das Grün ist die
Luft, sie steht für das Leben, das Violett ist das Wasser, es steht
für die Vergebung, das Gelb ist die Erde, sie steht für die
Unvergänglichkeit und das Weiß ist das Feuer, es steht für den
Tod. Es wird eine Zeit kommen, da wird das Feuer ein Leben
auslöschen, und einen Wüstenplanet hinterlassen, doch ich bin
Antares, der Gott der Vergebung, und ich werde dich einlassen in das
Haus meines Vaters inmitten des sechsten Monats, drei Tage nach dem
neuen Mond. An dem Tag werde wir eingehen in die Unendlichkeit, wenn
du einkehrst, in das Himmelreich.
Du wirst als Engel wandern auf Erden,
bis dich die Liebe ergreift und dich vermenschlicht. Am Tag der
Unabhängigkeit wird dich mein Schriftführer gebären.
Montag, 2. Juli 2012
Ohne Papa wär' ich nicht
Wie ist mir jetzt kein Moment mehr
verloren,
da ich überall und allezeit wachsam bin
oder mich eben
verliere in meiner Sehnsucht.
Bin ich im Träumen nicht wacher
als all die Eilenden, die
meinen zu wachen?
Welch Müdigkeit liegt in ihrer Eile,
welch
Trägheit in ihrer Hetzerei.
Beiweilen durchfährt ein Zucken ihre Körper,
und in ihren ruckartigen Bewegungen
wirken sie so losgelöst von sich selbst,
sind steif und ganz ohne
Geschmeidigkeit.
Ich will schlendern und schlurfen wie die Kinder
und Steinchen vor mir her schießen,
immer nur ein paar Meter vor mich
hin.
Weiter soll mein Blick nicht gehen.
Ich will auch in die Ferne
sehen,
dann und wann, aber ich will sie nicht fürchten.
Sie soll mir
sich nicht auftürmen wie ein Berg,
der nicht zu bezwingen scheint.
Ich will sie vor meinem inneren Auge ranholen
und in sie eintauchen,
in sie versinken um ihr dann
ein "Auf Wiedersehen" zuzuwinken
im
Annehmen, dass sie mir Ferne bleibe,
ich jedoch ganz ohne Zweifel
bin,
mich ihr zu nähern mit jedem Schritt,
den ich in ihre Richtung
tue.
Ich seh sie gerne an,
aber auch den Mann und die Frau,
die jetzt
neben mir wandeln.
Wie gern hab ich alles was mir fern,
doch wie wahr
ist alles was mir nah!
Ich beobachte
Leben, mit denen ich mich identifizieren kann.
Es deckt sich mit meinem
Träumen von jener Ferne, in die ich blicke.
Der Regisseur in mir
schickt mich dahin,
aber ich solle nicht rennen
und an der Bahnsteigkante schön vorsichtig sein.
Abonnieren
Posts (Atom)
