Licht allein
Mondesschein
hell in finst'rer Nacht,
wachend
bis der Morgen graut
gibst du auf mich acht.
Augen auf
und ich lauf
irre wild umher,
weinend
bis ich nicht mehr kann
fühl' mich schwach und leer.
Ich merk kaum
nur ein Traum
du bist gar nicht da,
traurig
ziehe ich mich an
seit 'nem halben Jahr
Jede Nacht
hälst du Wacht
über meinen Schlaf,
lächelnd
meine Augen schließ
und dich sehen darf.
"We are, who we are, because of what we learn and what we remember."
Donnerstag, 31. Mai 2012
Mittwoch, 30. Mai 2012
Morgenspaziergang
Kann ich denn gelassener
den Tag beschreiten,
als mit ein paar schnellen Schritten?
Einen Fuß setz' ich vor den anderen,
als wenn ich zügig wanderte.
Wenig müßig ist mir die Gedankenlosigkeit,
da ich doch mit allen Tritten
mich selbst betrete.
Ich lauf mir davon
und doch,
unendlich weit
in mich hinein.
Mittwoch, 16. Mai 2012
Dein Wille geschehe
Ich bitte dich,
du meine Mitte,
du fließend Wasser,
das meinen Körper durchflutet
als Blutstrom in meinen Venen,
du schonend König,
der meinem Herzen zumutet
sich hinzugeben im Sehnen.
Lass' mich wie deine Puppe sein!
Augenschließend
will ich mich entführen lassen!
Lass' mich wie deine Höhle sein!
Thronend
sollst du mich rühren und fassen!
Samstag, 12. Mai 2012
Denken Vergessen Wollen
Der Gedanke über den Willen
ist dem Verlust des Gedankens Voraussetzung
Der Verlust des Gedankens
ist dem Willen Voraussetzung
ist dem Verlust des Gedankens Voraussetzung
Der Verlust des Gedankens
ist dem Willen Voraussetzung
Mittwoch, 9. Mai 2012
Zweiter Brief
Lieber
Freund,
ich
danke dir für den Mut, den du mir zusprachest. Ich fühle mich jetzt
gut bei dem Gedanken Francis nahe zu legen, welch göttlichen Segen
sie für mich bedeutet. Ich muss dir so Recht geben: man sollte
öfters mal was wagen, einfach mal sagen was man denkt und nicht
immer Angst davor haben einen schlechten Eindruck zu hinterlassen.
Dazu muss ich auch anfangen mehr an mich selbst zu glauben, muss mir
immer wieder vor Augen führen, dass ich um Klassen besser sein kann
als manch anderer Mann in meinen jungen Jahren. Ich will nicht mehr
so viel mit Eigenlob sparen. Einst wurde mir vergewissert, vom Fuße
bis zu den Haaren sei ich von ansehnlicher Gestalt. Seither schallt
dieses Kompliment in meinen Ohren, und dringt durch all meine Poren
direkt in mein Herz, das sich vor Entzücken kaum beruhigen kann.
Doch in diesem Punkte scheint mein Verstand erhebliche Lücken
aufzuweisen; es fällt mir schwer mich hochzupreisen, mich zu
verstehen, mich als interessanten Menschen zu sehen, einfach zu mir
selbst zu stehen und ein Gefühl von Zufriedenheit zu empfinden.
Immer wieder kommen Zweifel auf und ich fang' an mich zu kritisieren.
Dadurch schaff ich es nicht mich zu profilieren, geschweige denn zu
profitieren von Bekanntschaften, die sich durchaus als nützlich
erweisen könnten; da bleib ich haften an Unsicherheit und mangelndem
Vertrauen, die sich in meiner Seele stauen und mir so oft den Mund
verbieten. Ich will sie überwinden! Sie sollen verschwinden, diese
Angst und Beklemmung in meiner Brust. Ich habe keine Lust mehr mich
zu verstecken, mich ständig necken zu lassen, von meinen
Kommilitonen, die hier nebenan wohnen. Es ist schlichtweg anmaßend
und so langsam beginnt's mich rasend zu machen. Ich bin's jetzt leid
und fest entschlossen dem ein Ende zu bereiten. Ein frischer Frohsinn
überkommt mich auf diese Weise voran zu schreiten. Wie ein
Pflänzchen, das langsam Sprossen entwickelt und anfängt zu
gedeihen. Ich will vor die Türe treten und aus vollstem Halse in die
weite Welt hinaus schreien, wie sehr sich die Dunkelheit in mir
erhellt und dass sie mich erwarten möge. Dieser Brief soll mein
erster Schritt sein. Wie gefallen dir meine Worte? Ich hoffe sie sind
von der Sorte, der sich auch dein Verstand bisweilen bedient. Ich
nahm mir vor mich in klarem und schlichtem Stile auszudrücken.
Denkst du es wird ihre Seele in gleichem Maße entzücken wie liebste
Schmeicheleien mir zuweilen das Herz erweichen? Sicherlich ist es dir
zuwider mich in dieser Sache weiter zu beraten, aber ich wollt dir
dennoch all dieses offenbaren. Du schriebst es sei dir schwer daran
gelegen, dass ich wieder mehr lache und meine Regentage weniger
werden. Hierbei könnte ich deine Hilfe sehr gebrauchen; um mehr will
ich dich für den Moment nicht bitten. Ich wollte dich nur wissen
lassen wie lodernd mein Herz wieder brennt. Aus etlichen Gründen
habe ich dir zu danken, denn wiedermal vermochtest du es von Neuem zu
entzünden. Niemals werd ich bereuen dich zu meinem engsten Freund
gemacht zu haben. Dich kenn' ich am längsten von allen, und wie viel
hätt' ich ohne dich versäumt was meine Person mit den Jahren
geprägt.
Ich
danke dir! Fühle dich umarmt von mir,
Dein Freund Gustave
Dienstag, 8. Mai 2012
Kommen und Gehen
Wenn ich weiß,
dass auf jedes Kommen ein Gehen folgt
und auf jedes Gehen ein Kommen,
hört das Gehen mir auf zu sein.
Dann sag ich: „Komm, komm!“
und gehe davon.
Sonntag, 6. Mai 2012
Der Pirat
Er wollt mit dir reden, wollt sich
erklären, dich ihn verstehen, ihn sehen machen.
Heut' kann er drüber lachen und ist
ganz entzückt,
wenn er erkennt, dass ihn die Zeit ins Auge des Sturmes drückt,
und die Verwirrung in die Ferne rückt.
wenn er erkennt, dass ihn die Zeit ins Auge des Sturmes drückt,
und die Verwirrung in die Ferne rückt.
Welch Reifen, welch Lernen, welch
Lockern und Entsteifen,
ist doch nicht alles mit Worten zu
begreifen!
Er kann doch auch schweigen, er kann
doch auch schlafen!,
warum sich also nicht seinen Körper
zunutze machen.
Im Jahr des Drachen kann er zwar
fliegen,
doch der Mensch ist kein Vogel und nicht bloß Ungeheuer.
Drum möge er seine Segel setzen und das Steuerrad fest gepackt halten.
doch der Mensch ist kein Vogel und nicht bloß Ungeheuer.
Drum möge er seine Segel setzen und das Steuerrad fest gepackt halten.
Hebe er sein Glas und wünsche in den
Wind:
„Möge mein Kompass die Richtung mir weisen!“
„Möge mein Kompass die Richtung mir weisen!“
Er weiß es ohne es zu wissen:
Der braune Saft ist ein Zaubertrank, der ihm Zauberkraft verleiht.
Der braune Saft ist ein Zaubertrank, der ihm Zauberkraft verleiht.
Durch ihn wird er ins Wanken geraten,
doch sein Schwanken ist wie ein Dich umweben,
doch sein Schwanken ist wie ein Dich umweben,
seine Flügel
verwandeln sich in Rankenplanzen,
die um dich her wachsen und dich umschlingen.
die um dich her wachsen und dich umschlingen.
Erst in seinem Schweigen wird der Pirat
erwachen,
erst in seinem Sichergeben und Schwachzeigen wirst du seine
Größe erkennen.
Sein Zittern und sein Beben wird dir
beweisen, auch er muss speisen um zu leben.
Wie ist er da vermenschlicht und
enthront,
wenn ihn seine Dämonen verlassen
und die Rankenpflanzen zu Armen sich verwandeln.
und die Rankenpflanzen zu Armen sich verwandeln.
„Captain, wir müssen handeln!“
ruft's von den Mästen,
doch er ist beschworen und will sich nicht
wehren,
denn er kann sich der Wahrheit nicht entziehen.
denn er kann sich der Wahrheit nicht entziehen.
Der Tod ist nahe; er will ihn schauen!
Seine Augen sollen ihn sehen, sie
wollen ihn sehen und sich verzehren nach ihm.
Du siehst ihn an und zögerst mit
deinem Säbel ihn zu bezwingen, denn siehe!
Seine Augenhöhlen fangen an sich mit
Schätzen zu füllen!
Da tropft es von seinen Wangen,
und das ganze Schiff fängt an sich in Gold zu hüllen.
und das ganze Schiff fängt an sich in Gold zu hüllen.
Die Planken blitzen und blinken und
alles erstrahlt.
„Wir sinken! Wir sinken!“ ruft's
von den Mästen,
doch der Pirat sieht die Nebelschwaden
sich lichten.
Mögest du über ihn richten und ihn
dir Untertan machen.
Wie hat der Wahn da ein Ende,
denn mit deinen Gebärden lässt du es Licht werden in ihm.
denn mit deinen Gebärden lässt du es Licht werden in ihm.
Ehrfürchtig gibt
er sich geschlagen und sinkt auf die Knie:
„Dring' in mich ein, walte über
mich, gestalte mich nach deinem Willen.“
Und in seinem Sich dir hingeben,
entgleitet ihm jeder Sinn und jedes Wort.
Plötzlich ist ihm nichts mehr klar und
wie geschieht ihm da!
Seine Kräfte erlahmen,
er kann sich
nicht halten und will sich nicht halten!
an diesen Steinen,
er muss
fallen und will fallen!
um in deinen Armen zu landen.
Hier will er stranden, hier will er
seinen Anker auswerfen.
„Land in Sicht!“ ruft's von den
Mästen
und die Matrosen mit ihren Fernrohren kommen herbei gelaufen.
„Captain, Captain, erwacht, erwacht!“
und die Matrosen mit ihren Fernrohren kommen herbei gelaufen.
„Captain, Captain, erwacht, erwacht!“
Da wird die Nacht des Piraten zum Tage
und er reibt sich verzweifelt die Augen.
und er reibt sich verzweifelt die Augen.
O Weh, oh Weh! Seine Maiblume
ist hölzern wie eh und je!
Ein Traum, ein Traum...ach bloß ein
Traum!
Da wirft's ihn zu Boden und ruft aus
ihm raus:
„Ich kann nicht glauben!
Ich will nicht glauben!“
Die Mannschaft schweigt still,
und die Stille dringt hin bis hinauf in die Mästen.
und die Stille dringt hin bis hinauf in die Mästen.
Sieh doch, wie ihm weiße Tränen aus den
Augenhöhlen schießen!
Sie fließen über seine Wangen
und vermögen sein schwarzes Gesicht zu entstauben.
Sie fließen über seine Wangen
und vermögen sein schwarzes Gesicht zu entstauben.
Da erklingt das Flüstern des
Windes
als des Kindes Blick wandert von einem zum andern:
als des Kindes Blick wandert von einem zum andern:
Er sieht mich an!
Er sieht mich an!
wie einst mein Vater hat getan!
Welch Sturm, welch Dämmebrechen in
diesem Schweigen!
Er füllt sie an und sie laufen über.
Das hölzern Schiff wird golden wieder!
Hisst die Segel, schwenkt die Fahnen!
und tut es mit der Würde eines
Piraten, dem die Meere seine Heimat sind.
Zum letzten Male werden wir Kompass und
Karte befragen und seid euch gewiss,
wenn wir dort stranden wird uns das
Erobernwollen abhanden kommen,
doch ich will mein Schiff verlassen
ganz ohne Furcht
und mit meinem Spaten auf Schatzsuche
gehen.
Greifst du mich an, so will ich meine
Arme heben und mich ergeben.
Ich könnt dir davon schweben,
doch
mein Piraten-Dasein
soll mir nicht länger schwer wie ein Stein
auf meinem Rücken liegen.
soll mir nicht länger schwer wie ein Stein
auf meinem Rücken liegen.
Ich will nicht mehr fliegen, mir solls nicht
länger nur ums Siegen gehen.
Wie ward mir einst der Gedanke zuwider,
dass wir doch nichts als Maschinen sind, wenn wir einander so zu
dienen sind,
doch will ich in dir wohnen bleiben, muss ich dir fronen
und dir zum Sohne werden.
Ich will mich nicht fürchten und mich
weiter grämen.
Ich will glauben!
Unterwerf' ich mich dir, so wirst du
mich zum König küren
und mein Haupt mit der Krone kränzen.
Nie wieder soll Hass sich in meinem
Herzen schüren,
nie wieder soll ich den Unterricht
schwänzen.
Auch wenn mein Boot jetzt droht im Meer
zu versinken,
ich will nicht länger dir nur von
Weitem zuwinken,
sondern selbst zum Boote werden und in
dich gleiten.
Dein Mich verwunden lässt mich
zugrunde gehen,
doch wie funkeln ist mir dein Grund in
seinen endlosen Weiten.
Hier hat meine Suche ein Ende und mein
Schatz ist gefunden.
Hier kann ich gesunden und Kraft tanken
in Armen und Beinen,
aufdass ich alsbald an den Wänden und
Steinen empor fliege
und meine Hände ansehend dein Dich
eingezeichnet haben erkenne.
Wie werd' ich weinen, wenns mich
überkommt:
„Das sind meine Hände!“, werd' ich
erst flüstern.
„Das sind meine Hände!“, und immer
lauter vor mir hinsagen.
Ich bin Mensch und will wagen es zu
sein.
Fortan, nehme ich es an.
Ach Engel, welch Wunder hast du an mir
getan!
Donnerstag, 3. Mai 2012
Kampfansage
Ich bin bereit. Bereit in den Krieg zu ziehen. Bereit Granten zu zünden. Bereit alles zu tun was nötig sein wird. Ich werde mein Leben verteidigen mit allem was ich habe, mit all meiner Kraft bis zum bitteren Ende, komme was wolle, komme wer wolle, ohne Rücksicht auf Verluste. Meine Zeigefinger liegen über den Abzügen der Waffen in meinen Händen. Die Schwerter und Dolche sind scharf geschliffen. Munitionsketten kreuzen meine Brust. Ich bin ein Kämpfer. Ich bin stark. Ich bin unbesiegbar. Kommt nur her! Ich werd's euch zeigen! Ich bin geladen. Hochexplosiv. Ich bin gefährlich, angriffsbereit. Ich steh unter Strom. Ich bin auf 180. Voller Energie, voller Motivation. Ich bin heiß. In mir brennt ein Feuer, das niemand zu löschen vermag. Halte dich fern von mir, sonst verbrennst du dich, oder mein Finger rutscht vom Abzug, weil mich deine ruckartigen Bewegungen zusammen zucken lassen. Nimm dich in Acht, aufdass ich dich nicht für einen von denen halte. Winkst du mir vom Weiten so werde ich mein Schwert heben und dich vom Schlachtfeld aus grüßen. Ruf mir zu, feuer mich an, sei mein Fan, sei mein Ansporn, zeig mir, dass es sich lohnt auch für dich zu kämpfen, wünsch' mir Glück, erinner' mich an mein Ziel, wenn ich dabei bin es aus den Augen zu verlieren. Steh mir nicht im Weg, mach' mir keinen Stress, sprich mich nicht an, denn ich muss mich konzentrieren. Stell keine Fragen, führe keine Diskussionen mit mir, die mich ablenken, verwirr mich nicht, bring mich nicht aus dem Konzept, denn der Feind lauert überall um mich herum. Ich muss wachsam sein, ich muss Augen und Ohren Tag und Nacht offen halten. Ich darf meine Aufmerksamkeit nicht auf andere Dinge lenken als den Feind. Ich muss mich mit äußerster Vorsicht bewegen, denn der Kampfplatz ist bespickt mit Minen. Ich darf mich nicht vertreten, ich darf nicht ausrutschen. Jeder Schritt muss sicher sein, präzise und genau.
Mein Kopf ist leer, denn nichts soll mich ablenken. Ich habe eine Mission und nichts anderes will ich verfolgen als diese.
Das hier ist kein Kampf, der mit einem Mal gewonnen oder verloren wird. Es ist ein ganzer Krieg, der tagtäglich eine neue Schlacht mit sich bringt. Die ein oder andere werde ich verlieren, vielleicht aufgrund einer winzigen Unachtsamkeit, einer Sekunde der Nachlässigkeit, des Leichtsinns. Vielleicht, weil jemand auf mich zukommt und mir die Sicht versperrt oder in der Ferne wild gestikuliert und mit dem Finger gen Himmel zeigt, sodass ich aus Neugier meinen Blick vom Feind abwende und nach oben schaue. Und im nächsten Moment spür ich einen stechenden Schmerz in meiner Brust und starre auf eine Schwertspitze, die mich von hinten durchbohrt. Drum musst du leise sein, damit ich den Feind auch höre, wenn er sich von hinten anschleichen will oder mir in der Dunkelheit auflauert. Umsichtig muss ich sein, damit man mich nicht aus einem Hinterhalt heraus überrascht. Vorbereitet muss ich sein, dass der Feind nicht plötzlich und unerwarteterweise aus dem Dickicht springt und mich hinterrücks überfallt.
Hab kein Mitleid mit mir, sei nicht besorgt, hab' Vertrauen, unterstütz meinen Kampf indem du an mich glaubst, sei mein Trainer, mach' mich stark, ermutige mich, trag mein Wasser und reich' es mir, wenn mir danach beliebt. Sei meine rechte Hand, kümmer' dich um Dinge, für die ich jetzt keine Zeit habe, um Menschen, die jetzt auf mich verzichten müssen, sei mein Sekretär, mein Manager, nimm meine Telefonate an, stell sie nicht durch, entschuldige mich, ich leih dir meine Stimme.
Versetz dich in meine Lage und überleg wie du mit der Situation umgingest. Lass dich nicht täuschen von meiner mutigen Fassade. Sieh in mich hinein. Was siehst du?
Einen Rekruten an forderster Front. Ich habe Angst, meine Knie zittern, mein Herz schlägt wie wild, meine Augen tränen. Dennoch: Hier stehe ich, erhobenen Hauptes, erhobenen Schwertes und verschwende keinen Gedanken daran mich zu rühren, umzukehren, aufzugeben. Ich kann das schaffen! Ich will das schaffen! Ich schaffe das!
Das willst du doch auch, also bring mich nicht davon ab. Hab Verständnis für meine Unruhe und Verzagtheit, denn das hier ist nicht einfach. Es ist ein harter Kampf und ich bin es nicht gewohnt mich in solchen Maße für etwas einzusetzen, was mich selbst betrifft. Ich habe keine Übung darin. Ich bin im Grunde völlig ahnungslos. Alles was ich tun kann ist meinem Instinkt zu folgen, der Stimme in mir drin, die mir sagt was ich als nächstes tun soll. Und auf niemand anderen will ich hören als diese Stimme, denn sie allein weiß was dieser Kampf mir abverlangt. Ich will mich nicht beeinflussen lassen, ich will nicht vom Weg abkommen, denn der, den ich eingeschlagen habe, ist der einzig wahre. Steck deine Bedürfnisse zurück, habe keine Erwartungen an mich, denn ich weiß nicht, ob es mir derzeit möglich ist sie zu erfüllen. Zähl nicht auf mich, hab Nachsicht, hab Geduld mit mir, sei einfühlsam, versuch mich zu verstehen, akzeptier mich wie ich bin, lass mich einfach sein. Stell keine Anforderungen an mich, mach mir keine Vorwürfe, setz mich nicht unter Druck, denn all das macht mich schwach.
Stattdessen, sei da, wenn ich falle und fang mich auf, reinige meine Wunden, verbinde und pflege sie. Mach mich warm, wenn ich friere, gib mir zu Essen, wenn ich hungrig bin, nimm mich in den Arm, wenn ich nicht mehr weiter weiß, wenn die Verzweiflung mich packt und überwältigt. Beschütz mich, wenn ich am Boden liege und mich nicht mehr wehren kann, tröste mich, bau mich auf, gib mir Kraft, ermuntere mich, treib mich an, richte mich auf. Durch deine Fürsorge werde ich mich immer wieder schnell erholen und bald wieder auf den Beinen stehen. Und dann: zieh dich zurück! Sieh ein, dass du mir auf dem Schlachtfeld nicht helfen kannst, sondern immer nur, wenn ich abends heimkehre um neue Energie zu schöpfen. Gib dir Mühe zu erkennen was in mir vorgeht, was mir jetzt gut täte, was ich brauche und ersehne. Lass mich allein, wenn du merkst, dass ich noch immer im Hochgefühl des Sieges schwelge, damit ich es noch ein Weilchen genießen kann. Reiß mich nicht brutal aus meinen Träumen, sei gefühlvoll und gelassen. Interpretiere mein Schweigen als positiv, als heilsam, als erfolgbringend. Lass dich mitreißen von meiner Zuversicht, meiner Begeisterung und meinem Elan. Gib mir das Gefühl unterhaltsam zu sein. Sieh mich an und lass mich den Glanz meiner Augen in deinen wiedererkennen. Lach mit mir, freu dich mit mir, interessier dich für mich. Hör mir zu, wenn ich was zu sagen habe. Akzeptier meine Schweigsamkeit, wenn sie mich überkommt. Sei verständnisvoll, wenn Erfolglosigkeit meine Laune verschlechtert, wenn ich kraftlos bin vom Tag und nicht mehr fähig dir zu helfen. Sei einsichtig, wenn ich mich wie von Sinnen verhalte, denn oftmals fällt es mir schwer zu sehen, dass ich nicht mehr auf dem Schlachtfeld bin und nicht mehr den Feind vor mir habe. Halte an dich, lass dich nicht anstecken von meiner Angriffslustigkeit, sondern leg ganz vorsichtig und sachte deine Hand auf meine Schulter und warte ab bis mich die Realität eingeholt hat. Sei mir wohlgesonnen, greif mich nicht an, gib mir nicht das Gefühl du seist einer von den Bösen. Sei unempfindlich und hart im Nehmen, denn ich bin es auch. Hab ein Auge für meine Bedürfnisse, versuch zu vermeiden was mich aus der Bahn wirft, belaste mich nicht mit deinen Sorgen und Problemen, grenze mich ab von deinem Leben, aber nicht dich von meinem. Erhebe niemals deine Stimme, denn durch die ständige Anspannung bin ich sehr schreckhaft, schone all meine Sinne, denn durch die lauten Kriegsgeräusche sind meine Ohren sehr sensibel, und meine Augen könnten nicht noch mehr Grauen ertragen.
Du mein Gefühl
Zieh mich rein
zu dir
hol mich raus
aus der Wirklichkeit
pures Glück
bei dir
Stillstand herrscht -
denn in mir steht die Zeit.
Mach mich warm
an dir
liege weich
in deinen Armen
völlig leicht
bei dir
ich das Bild
du mein Rahmen.
Ich räum auf
in mir
hol uns raus
aus der Traurigkeit
pure Freud
in mir
Liebe herrscht -
denn in mir gibt's kein Leid.
Verwachs fest
mit mir
wir vereint
sind ein Molekül
völlig frei
in mir
ich der Mensch
du mein Gefühl.
zu dir
hol mich raus
aus der Wirklichkeit
pures Glück
bei dir
Stillstand herrscht -
denn in mir steht die Zeit.
Mach mich warm
an dir
liege weich
in deinen Armen
völlig leicht
bei dir
ich das Bild
du mein Rahmen.
Ich räum auf
in mir
hol uns raus
aus der Traurigkeit
pure Freud
in mir
Liebe herrscht -
denn in mir gibt's kein Leid.
Verwachs fest
mit mir
wir vereint
sind ein Molekül
völlig frei
in mir
ich der Mensch
du mein Gefühl.
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