"We are, who we are, because of what we learn and what we remember."

Montag, 23. September 2013

Dein will ich sein aus allen Fernen!

Wie kann ich das vollkommene Zusammenfließen eines jedes Ereignisses des vergangenen Wochenendes beschreiben? Alles ist mir so schön inszeniert, alles wie ein passend Puzzleteil! Heut fing ich an den Faust zu lesen und merk schon wie es mir bekommt, wenn sich jedweder Gedanke in ein kleines Verschen formt. Ach, ich möcht ja wieder dichten! Alles überarbeiten, was in den letzten Jahren meiner Feder entsprungen, um im Flusse meines Schreibens in höhere Dimensionen einzudringen. Wenig ist noch in meinem Kopfe und immer leerer solls mir werden, dass was dort bleibt mit hoher Poesie ist zu vergleichen, die weniger meinem als des Gottes Geist ist entronnen. Kann er sich denn alles halten? Kann er all sein Reichtum walten? Oder lässt er sich gar helfen, wenn einer mit reinem Herzen vor ihn tritt, ihn in liebendem Verehren schafft zu überzeugen, dass keiner seiner Füße Schritte er mehr wagt allein zu gehen, sondern ablässt von den eigenen Wegen und ihm nachfolgt bis in alle Höhen. Wenn ich dich bitt', mich anzunehmen und dich mit mir auszusöhnen, wärst du nicht Mensch, wenn du's mir verwehrtest?
Du Allgütiger in den Sternen, dein will ich sein aus allen Fernen!
Wie soll ich künstlerisch in Worte fassen, was sich in meinem Leben zuletzt hat zugetragen?
Geht es dir gut? Tut dir was weh?, mag man mich fragen und ich höre mich von großer Leichtigkeit sagen. Die letzte Prüfung ist vorbei, ach, und ich, ich fühl' mich endlich frei. Doch das Wissen um die Finte, vergrault mir ein klein wenig des Glückes, denn all dies ständige Überprüfen, ist ein listiger Versuch, den Scholasten zu erleichtern, und siehe, wie fühlt er sich gut. Ist dies Freiheit, ist dies Triumph? Ja, mir ist's, denn so naht das Ende und enden soll's mir um des Endes Willen. Ich bin stärker als die Hüter, die da locken mit den Gütern. All dies will ich nicht mehr sehen, der ganze Müll und Plastikscheiß, hält mich ja bloß in diesem Kreis, den die Mächte um einen jeden haben herum gezogen. Nichts soll mich kümmern und betrüben, wie auf seichten Wasserwogen will ich gleiten durch mein Leben, ohne Muss und ohne Streben, sehnend nach dem letzten Morgen, bis ich eingeh' in das Licht. Treiben des Lebens Winde mich gen Norden, so will ich mich geleitet wissen, denn nicht ich bin's mehr, der da schreitet, alles folget deinem Sinn. So will ich's halten, und mich im Fasten üben, denn der Winter bricht bald herein und zum Weihnachtsfeste will ich umso reiner sein. Ach, wie muss ich noch das Texten lernen, doch wer den Entschluss fasst und nicht einfach mal beginnt, wie soll der je Erfolge sehen?
Der Grieche lehrte mich ein wahres Wort: Vertraut und genieß recht schön, so wirst du das Licht bald sehen! Zum Dank schenkte ich ihm ein Heftchen mit schönen Versen, das er bei mir fand, denn nichts mehr will ich aufbewahren. Meine Scheine und Münzen will ich mir aufsparen und für jeden Verdienst dankbar sein. Er werden ja Zeiten hereinbrechen, da wirds mir zugute kommen, so gut dem Gelde zu stehen. nur Mut, nur Mut! ...mich endlich auszudehnen und in meiner vollsten Pracht zu glänzen. Denn nun, da ich noch so viel tue, wo mir der Sinn nicht nach steht, da sind meine Schwingen nicht ausgebreitet. Wie weit mag ihr Umfang reichen? Mag mein Anblick der Frauen Herzen erweichen? Niemals hab ich mich selbst ja so gesehen und bis dorthin, wird noch ein Weilchen Zeit vergehen. Doch das Grämen bin ich leid, ich nehm's nun zu jeder Zeit als sei mir das Leben eine Ewigkeit! Wie ist mir jeder neue Tag ein Anbeginn von tausend Dingen. Alles ist lang, und weit und groß, als sähe ich die Welt mit Kindes Augen bloß. Jeden Tag ist alles neu, sieh doch nur, wie ich mich freu! Immer ruhiger will ich werden und ein Lächeln soll auf meinen Lippen sein, nur zur Täuschung, nur zum Schein, denn wer sich selbst zu täuschen mag, ist bestärkt im Fröhlichsein, denn er richtet all sein Augenmerk auf die fröhlichsten der Fröhlichen. Wie bist du das traurigste Wesen von allen und willst nicht zeigen deinen Gram. Ach, sieh nur wie ich mit Nadel und Garn, dich immer näher zieh, an mich heran.

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