Wenn ich mich trau, wecke ich dein Vertrauen. Auch du traust dich was, aber was du dich traust ist nicht dein Wille, sondern meiner. Mein Wille steht immer im Widerspruch zu deinem, ist immer Angriff. Sag ich: "Einen schönen guten Morgen, wünsch ich", so spürst du in meinem Freundlichkeit keine Verachtung und tust daraufhin etwas Verachtenswertes, weil dein ganzes Sein noch auf einem dualistischem System beruht. Du wirst die Prospekte in den Kasten fürs Altpapier, anstatt sie einzeln zu verteilen. Ich verurteile dich nicht, denn sie landen eh alle im Müll, aber dein Wille zur Macht stört sich daran, denn er strebt stets nach Vollkommenheit und durch dein Handeln bist du mir aufgefallen. Ich sagte: "Danke!" und mit diesem Wort beginnt der Zweifel, denn dankbar ist dir dein Wille dafür nicht und zugleich doch, denn du willst sterben. Der Tod regiert, weil Leben regiert. Leben ist Wille zur Macht. Soll der Wille sterben, muss das Leben sterben. Wenn das Leben stirbt, ist der Tod besiegt. Stoppt das Gebären!
Der Mann der geben will, ist der gütige Gott, doch zugleich bemächtigt er sich der Frau, indem er sie zum Nehmen zwingt. Die Frau meint dem Mann etwas zu geben, aber nimmt immerzu. Der Mann beginnt nun zu ahnen, dass er etwas nimmt, es beginnt das männliche Schuldbewusstsein. Er nimmt der Frau die Möglichkeit der Erkenntnis, denn Erkenntnis hat sie durch den Mann. Der aber fängt nun an zu wünschen sie hätte sie auch ohne ihn. Ihm schwant, er will ja nur verschwinden, zurückkehren in den Schoß der Frau, dorthin wo all sein Leid begann, in der Hoffnung es würde dort gestillt und dort eben nur dort, ist alles Stille, nach der er sich immerzu sehnt. Soll das Leben sterben, muss die Sehnsucht sterben, muss Hoffnung sterben und die stirbt bekanntlich allerzuletzt. Mit dem Gleichstellen der Geschlechter stirbt die Welt. Das Ende aller Tage ist da, doch wir sollen uns nicht fürchten. Wer die Angst besiegt, erkennt, dass jedem Ende ein neuer Anfang innewohnt, denn dann ist ewiges Leben, wenn der Wille zur Macht kein Weg mehr ist, sondern Ziel, wenn Wille Macht ist. Wille kann nur Macht werden, wenn keiner mehr etwas macht. Lasst uns verstecken, denn wer sagt, dass ich etwas mache, dass ich noch da bin, wenn keiner mich sieht, keiner mich hört, keiner meinen Duft vernimmt. Erst wenn ein jeder verschwunden ist, ohne zu sterben, ist der Tod überwunden, denn Tod bringt, der Wille zur Macht und dies ist ein Aktivsein. Da hier Nacht ist, ist dort Tag und solange Tag ist, wacht jemand. Alles muss schlafen, zur gleichen Zeit. Besser noch, oder vergleichbar gut, wenn alles wacht und keiner schläft, wenn alles schweigt und Stille herrscht, wenn nichts ist, außer Natur, dann ist die Vergebung da, denn nur in der Stille kommt die Mutter dazu sich selbst zu vernehmen.
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