"We are, who we are, because of what we learn and what we remember."

Samstag, 9. Februar 2013

Die Heimreise

Ich trete den Heimweg an, doch ich will mich nicht vertreten. 
Siehst du den morschen Steg? 
Vorm Überqueren will ich ein Gebet sprechen. 
Keine Furcht soll in mir sein, dass die Hölzer brechen. 
Wenn ich fallen soll, will ich fallen! 
Du hast mein Versprechen: dein Mich-Heim-Rufen wird auch in mir nicht verschallen. 
Wird dein Wort auch hinfort getragen in die Lüfte, so will ich mich erinnern und mich erneut fragen: 
Wohin wirst du gehoben? 
Denn was immer geschieht, ich kann alles wissen, 
hab ich mich doch um ein Leben verschoben und bin wieder Kind. 
Jetzt bin ich Wasser und du der Wind, 
doch trägst du mich auf deinen breiten Flügeln, 
braust du mich auf. 
Wir werden uns immer wieder finden, sind wir doch miteinander verbunden 
und können die Zeit überstehen. 
Bald werden sich die Stunden umkehren, 
und in meinem dich ans Land wehen, 
wirst du auf schmalem Grad in mich eingehen. 
Keine Furcht soll in dir sein!
Auf dem Pfad voll dunkler Schatten, 
soll in dir ein Lichtlein scheinen, das dir den Weg weist. 
Vergiss die Ratten und sie werden nicht weiter an deinen Gebeinen nagen.

Heut bist du der Wind und treibst mich an. 
Wirst du zum Sturm, werd ich mich dir wüten. 
Nicht ich werd an den Felsen zerstellen, 
denn meine Wellen reißen alles mit sich. 
Halt dir das Fernrohr an die Stirn und schau auf den Bohrturm,
der in der Ferne aus mir ragt. 
Wenn du die Sterne beobachtest, kannst du deinen Kurs errechnen. 
Bis zur Heimkehr musst du noch einige Duelle ausfechten, 
doch der Sieg wird dir nicht schwer fallen, 
solange du vermagst deinen Geist zu entleeren. 
Entbehre dich und du wirst geboren. 
Wie gebärst du da mich, wenn du dich selbst verlierst, 
denn wer da meint alles verloren zu haben und den Todesgraben vor sich sieht, der soll springen. 
Des Feuervogels Lied wird erklingen;
du wirst auf seinen Schwingen schweben und dich gen Himmel begeben, 
wenn er sein lichtes Federkleid nach innen kehrt und dir zum Blute wird.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen