"We are, who we are, because of what we learn and what we remember."

Donnerstag, 9. August 2012

Fluchtversuch

Einladungen zum Rollen kann ich heute nicht nachkommen. Von Wollen kann keine Rede sein...es ist ja ein Sichzwingen! Wie fällt es mir schwer den Glauben daran aufzubringen, dies hier sei von äußerster Dinglichkeit. Immer dieser Goethe, immer diese verschwommene Wissenschaft! Doch es hilft nichts. Ich muss mich mit ihr beschäftigen, wenn mich auch wenig in der Notwenigkeit dessen darin bekräftigt, und mir das stundenlange Stillsitzen große Qualen bereitet. Alle paar Minuten möcht ich aus der Haut fahren, solch Zeilen schreiben oder mir noch mehr Kaffee, noch mehr Kuchen einverleiben. Kann das denn gesund sein, wenn ich Stund für Stund nur immerzu traurige Blicke aus dem Fenster werfe ob des Sonnenscheins, der mir nur auf die Weise zuteil wird, indem er die flackernden Schatten der draußen wachsenden Sträucher auf den hölzernden Pakettboden wirft? Hilft's denn, dass ich ein Stoßgebet nach dem anderen zum Himmel schicke, er möge mir jene Hilfe senden, die es mir möglich machte, nicht noch mehr schöne Tage meines Lebens zu verschwenden? Heute Abend gehts auf den Rummel, damit ich noch wieder ein bisschen mehr Zeit verbummel und im Anschluss über mich verzweifeln kann. Ach, könnt man sich doch nur selbst entfliehen und in einen neuen Menschen einziehen! Sich selbst vergessen und von Neuem beginnen, sich ganz von vorn zusammen spinnen und nach dem Bemessen der heutigen Zeit ausrichten. Welch Sehnsucht in meinem Herzen brennt, mir aufrichtig in die Augen zu sehen und mir selbst zu sagen: "Ich kann dich verstehen!"

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