Solange meine Profession so komplex ist, dass ich sie nicht ohne fremdes Zutun ausführen kann, ist dort zuviel getan. Bedarf ich eines Bediensteten, eines Begleiters, stelle ich ihn in meine Dienste. Man könnte meinen, er arbeite ja, nicht mehr und nicht weniger als ich, da wir uns beide über den selben Zeitraum beschäftigen, und so ist ebenso viel Arbeit verrichtet, als wenn er etwas anderes täte. Doch dem ich nicht so, denn seine Arbeit wiegt gleich null, da er nicht seiner eigenen nachkommt, sondern lediglich der meinen zur Unterstützung dient. Solange nicht jeder seiner eigenen Arbeit nachgeht, ist die Welt nicht im Gleichgewicht und zugleich gibt es kein Gleichgewicht, da sie immer im Gleichgewicht ist. Jede Arbeit, die gleich null ist, wirkt gleichzeitig millionenfach.
"Was aber ist meine Arbeit, Meister?", fragt der Schüler.
"Das kann ich nicht wissen, denn von anderen kann ich nichts wissen. Wohl aber weiß ich, dass meine Arbeit darin besteht, mir diese Frage zu stellen und abzuwarten, was passiert", spricht der Meister.
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