"We are, who we are, because of what we learn and what we remember."

Sonntag, 29. Dezember 2013

Der Sämann

Das Weib
ist eine Mutter,
die die Ernte ersehnt
Der Mann
ist ein Vater,
der säen will
und ist da ein Weib,
dem die Ernte verdörrt,
so wird es einen tiefen Groll hegen
gegen die Erntefrauen
und ist da ein Sämann,
dessen Samen keinen furchtbaren Boden findet
so wird Mordlust in ihm aufsteigen.
Der Groll des Weibes
wird sich in Lust verkehren,
und die Lust wird ihr gestillt von vielen.
Die Lust aber wird sich in Mordlust verkehren,
in der sich der Sämann erkennt.
Und so kreuzen sich ihre Bahnen.
Das Weib hat es ihm sofort angetan,
doch sie sieht ihn nicht mal an!
Du bist da, denkt der Sämann,
und gebiert sie da.
Dem Weib wird plötzlich klar:
ich bin da!
Übelkeit steigt in ihr empor.
Der Ekel,
den sie sich selbst gegenüber empfindet
richtet sich gegen den Sämann,
der sie erwählt hat.
Die Schuld des Weibes
ist eine Urschuld
die Schuld des Sämannes
ist die des Richters.
Überkommt das Weib
ihre Schuld
und kann sich vergeben,
so kann sie den Sämann lossprechen
ihm seine Schuld
und seine Sünden erlassen.
Der Sämann aber wird daraufhin
in ihr die Mutter erkennen.
Übelkeit steigt in ihm empor.
Der Ekel,
den er sich selbst gegenüber empfindet,
richtet sich gegen das Weib,
das ihn erwählt hat,
denn in ihrem Schulderlassen,
hat sie ihm die Mutter genommen.
Wer dem Sämann
die Mutter nimmt,
befreit ihn
von Begehren.
Ein Zittern wird ihn überkommen,
und das Weib wird ihn halten
und zu ihm sprechen:
Fürchte dich nicht, mein Herz!
Es ist nur die Liebe,
die dich zittern macht.

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