"We are, who we are, because of what we learn and what we remember."

Montag, 26. März 2012

Was willst DU am Wochenende machen?



Ich möcht' mir dir zum Strand fahren und eine Sandburg bauen mit Graben. In allen Farben würden deine Seifenblasen leuchten, und in der feuchten Luft gen Himmel fliegen. Stell dir vor, wir liegen im Sand, ich halt deine Hand, aufdass sie dir nicht weiß würde vor Kälte und abstürbe. Schweigend schauen wir den bunten Kugeln nach, da stoß' ich dich an und sag: „Los! Lass uns fünf Packungen Eis am Stiel kaufen und mit den Hölzchen ein kleines Floss bauen!“ In Gummistiefeln würden wir bis zum Flußufer durch die Pfützen laufen, dann die geheime Botschaft ans Mästchen binden, es aufs Wasser setzen und mit einem Ästchen in die Strömung schieben. Ganz außer Puste wären wir vom Hetzen und Rennen, rieben uns den Magen und knirschten mit den Zähnen: „Wie gut, dass wir noch die Kirschen haben!“ Mal gucken, ob ich dich schlagen kann im Weitspucken oder kannst du dieses Steinchen flitschen und es auf dem Wasser auftitschen lassen? Den ganzen Tag erzählst du mir von Hunderten von Hunderassen. Wie schön es ist dir zuzuhören! Manchmal denk ich, es würde dich stören, wenn ich dich immer so ansehe. Dann guck ich schnell weg, buddel im Dreck mit meinen Händen, und frag irgendwas, ob es hier Rehe gäbe oder sag, dass ich ein Gesicht in der Wolke dort oben sehe. Plötzlich stehst du auf: He, geh nicht fort! Da lässt du mich wissen, dass wenn man den Weg dort bis zum Ende geht, zu einem kleinen Steg kommt, der über den See führt. Das möcht' ich in keinstem Falle missen! Doch da weht uns der Wind mit einem Male die Blätter um die Ohren. Das Wetter scheint umzuschlagen. Erst will ich es wagen, dich an mich reißen und drücken, da fängst du an mich mit trockenem Laub zu beschmeißen. Irgendwie muss ich mich ja wehren, also kannst dich nicht beschweren über den Staub auf deinen Haaren und deinem Rücken! Gerade will ich ihn dir abklopfen, da fällt der erste Regentropfen. Lass uns schnell zu den Brücken rennen und uns zum Schutze unterstellen. Sieh mal, richtige Wellen fängt der Hagel an in den Fluss zu schlagen. „Komm, lass uns dort hinsetzen. Aber pass auf, da ragt ein Nagel aus dem Brette!“ Zu spät, wenn ich doch nur früher was gesagt hätte! Jetzt hast du dich schon gestochen. Wie doll das Blut von deinem Finger tropft. Du sagst: „Es fängt an zu pochen und klopft in der Wunde.“ Einen Kuss geb' ich drauf, dass ist's bald wieder gut. Da siehst du plötzlich zwei Hunde. Wie ist der Schmerz da eh vergessen. Du mit deinen Tieren! Vom Sitzen hast du angefangen zu frieren, aber zum Glück war der Schauer ja nur von kurzer Dauer. Wenn ich meinen Arm um deine Schulter lege, ist dir schon bald nicht mehr kalt. "Gleich wird dir warm", sag' ich während ich dich an mich drück': „Komm wir laufen in den Wald zurück! Lass uns über die Mauer klettern und den Berg hinauf steigen.“ „Sieh mal, wie sich die Wipfel der Bäume im Winde neigen! Hörst du, wie das Echo schallt, wenn man vom Gipfel ins Tal aus vollster Kehle schreit?“ Vom vielen Rufen fängt sie mir an zu brennen. Außer uns beiden ist hier keine Menschenseele weit und breit. Wie lang mögen wir uns jetzt kennen?, denk ich ohne es zu erwähnen. Komisch, dass ich nach so kurzer Zeit schon anfange mich zu sehnen nach deiner Anwesenheit, bist du mir doch so vertraut, als sei es vor einer Ewigkeit gewesen, dass wir uns zum ersten Mal gesehen haben.
„Meinst du unser Sandburggraben ist schon voller Wasser gelaufen?“ fragst du und schaust in die Ferne. Ach, wieso hab ich dich nur so gerne?, denk ich und sag: „Wenn wir morgen hinfahren, lass uns doch Schaufeln mitnehmen.“
„Oja , was könnten wir sonst noch alles machen?“
Wie wäre es mit Drachen steigen lassen oder am Meer nach Muscheln suchen. Wir könnten auch drinnen im Bett bleiben und kuscheln, oder einen Flug buchen, ganz egal wohin. Wir könnten Brötchen mit Mett essen und Alf gucken, oder einen Kuchen backen und später die Schüssel mit dem restlichen Teig auslecken. Wir könnten schon mal unsere Sachen packen für die Reise, verstecken spielen oder fangen, oder einfach nur auf dem Boden liegen und zusammen ganz leise sein. Wir könnten Platten anmachen und so viel lachen bis uns die Wangen schmerzen. Ach, wie wünscht' ich mir all das aus tiefstem Herzen! Wie sehr bemüh' ich mich von früh bis spät im Jetzt und Hier zu sein, muss ich doch einräumen, dass ich mich immerzu verlier' in Tagträumen mit dir. Dass wir zusammen ein Bad nehmen und uns Bärte stehen lassen mit dem weißen Schaum, wird vielleicht immer ein Traum bleiben, aber wie viel wird vergehen, bis wir uns einfach erstmal wiedersehen?

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