"We are, who we are, because of what we learn and what we remember."

Donnerstag, 18. Oktober 2012

All das ist!

Lieber G,

seit ein paar Tagen meine ich die Welt ganz anders wahrzunehmen. Mir ist als blickte ich mit neuen Augen um mich her. Die Realität wird mir so sehr in hellerem Lichte vermittelt, dass ich oft meine ihr jetzt erst richtig bewusst zu werden. Ich sehe die Dinge an, den Himmel und die Bäume, die sich derzeit so schön bunt verfärben und bin ganz erstaunt, wenn sich mir ihre Wahrheit offenbart. Ich sage mir: Das ist! Und blicke meine Umgebung an wie ein Kind, das jahrelang in einem dunklen Keller verbracht hat. Alles ist mir wie ein schönes Gemälde, selbst noch wenn sich der Himmel verdunkelt. Regnet es in Strömen, so möcht ich gern hinauslaufen um die Tropfen auf meiner Haut zu spüren. Der Herbst verspricht sonnig zu werden. In den kommenden Tagen werden für diese Jahreszeit ungewöhnlich hohe Temperaturen erwartet. Ich freue mich auf den Anblick des blauen Meeres über mir. Manchmal stelle ich mir vor die Welt stünde auf dem Kopf. Dann beuge ich mich vornüber um alles durch meine Beine zu betrachten, aufdass sich das Bild umkehre und das Meer zurück auf Erden dreht. Seh ich dann die Zugvögel Richtung Süden fliegen, so sind sie mir wie fliegende Fische, die über die weißen Wolkenwellen springen. Wenn das Sonnenlicht dann so herrlich durch die Baumwipfel und Zweige bricht, so drängt sich mir der Wunsch auf es regelrecht auszurufen: All das ist! Es mag ja durchaus sein, dass es anderen ebenso schwer fällt, die Wahrnehmung anderen ebenso nicht bewusst ist, so wie es auch mir lange Zeit unsichtbar schien. Aber dann unterdrücke ich meine Euphorie und schreie die Worte in mich hinein, denn niemandem will ich die Freude über dieses Erkennen vorweg nehmen. Immerhin ist es erst dann erkannt, wenn ein jeder es mit eigenen Augen zu sehen vermag!

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