"We are, who we are, because of what we learn and what we remember."
Samstag, 15. September 2012
Bitte, nur ein Wort!
Ach, sein Leid war ja nur ein Durst nach dieser Unschuldigkeit, die ihr anheim ward. Er konnte sich keine Vorstellung davon machen, aber wollte es so gerne, wollte so gern hinaus aus dieser Sündhaftigkeit. Ihn traf keine Schuld, und doch wollte er sie auf sich nehmen um der Einsamkeit zu entfliehen. Er war ja ganz Hoffnung und wollte seine Leidensgenossen befreien, doch keiner kann die letzten Fesseln des anderen lösen. Immer öfter würde nun ihre Verbindung unterbrochen und umso intensiver würde die Anziehung werden. Er würde sich anstrengen und in diese Rolle rutschen, in die er meinte rutschen zu wollen. Sie wollte ihn nicht aufhalten, er musst es selbst begreifen. Irgendwann würde sich ihm die Dämmerung aufdrängen: etwas liefe quer, sei verkehrt. Bis er sich an sie wenden würde, sollte noch einige Zeit vergehen. Sie spürte es schon vor und wollte es ihm dann zu verstehen geben. Wollte er aufgeben? Dann sollte er es zumindest nicht als Flucht in ein anderes Leben empfinden. So war sie ja nicht beschaffen. Lass uns doch drüber reden!, wollte sie ihm vorschlagen, doch würde nichts sagen. Sie würde warten bis er sich ein Herz fasste und bis dahin für ihn bitten, dass er es trotz seines Schwures wagte. Er kannte nicht die Angst, und auch nicht die Liebe. All sein Empfinden war wie ein Vorgefühl.
Sie dagegen fühlte nicht mehr, dachte schon, dachte: je mehr für sie empfänden, desto zahlreicher würde ihr nachgefolgt.
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