"We are, who we are, because of what we learn and what we remember."

Montag, 17. September 2012

Vergebung

Ach, Geliebte!
Bist du nur einen Tag fern von mir, wie sehn' ich mich da nach dir
mit all meinen Sinnen.
Bist du nur einen Tag fort, so wünscht ich bald eben dort zu sein,
an welch Ort du dich auch befinden magst.
Sitz ich allein daheim, dauert es nicht lang
bis ich beginne deinen Namen laut vor mir her zu sagen.
Ich rufe dich, als seist du da, ich greife nach deinem Bild
und spüre in dieser Körperferne wie meine Liebe gleichsam heranreift.
Weiß ich dann um deinen Besuch, da ist ja mein Herz voll vorfreudiger Erwartung.
Die Todesschmerzen, die mir dein Wegbleiben bereiten,
kehren sich um in lebhaften Tanz;
ich zähle die Stunden und Minuten, bis wir uns endlich wiedersehen.
Sie sind mir wie Jahre, die nur langsam vergehen,
doch leb ich sie gerne, ganz ohne Verdruss.
Dein Kuss ist's ja, der mich so fröhlich stimmt,
wenngleich du noch nicht erschienen bist;
es ist mir als spürte ich ihn schon, noch ehe du deine Lippen
auf die meinen gedrückt.
Ach, welch Entzücken, welch Innigkeit mit der sich meine Hände
an meine Herzensbrust drücken.
Solange du bist, kann ja nichts sie zerreißen!
Mit Fleiß und Tugendhaftigkeit will ich die Zeit überbrücken,
bis es an meine Türe klopft.
Welch Kraft verleiht mir dieses Bild in meinem Kopf sie schließlich zu öffnen
und dahinter dich zu erblicken.
Ach, Geliebte!
Nur um eines will ich dich bitten: Verzeihe!
Niemals mehr will ich dich hinfort schicken,
ewiglich sollst du nun inmitten meines Herzens verweilen.

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