"We are, who we are, because of what we learn and what we remember."

Freitag, 6. Juli 2012

Der Regenmacher


Wenn es dort oben dann düster wird, und ich mir sag', das hab ich gemacht mit meinem Regentanz, wie verwandle ich des Himmels Tränen der Trauer in solche der Freude. Fangen die Wolken an zu weinen, wie wird die Welt überschwemmt mit goldenen Tränen, als wohnte jeder Wolke ein Gotte inne, der sich nicht halten kann vor Glück, weil ihm jemand zuwinkt. „Ich sehe dich“, ruf ich ihm zu und fange die kleinen Tropfen mit solch kindlichem Genuss mit der Zunge auf als seien es weiße Schokoladenkügelchen. Was aus ihnen hinab regnet ist doch kein Regen, denk ich, wird doch die Welt getränkt mit klarem Wasser, das uns alle reinigt. Ich will mich infizieren lassen! Wer von diesem Wein trinkt, wird durchflutet vom Elixier des Lebens und wässert das Samenkorn in seinem Herzen. Ist's da ein Wunder, dass ich mich wie berauscht fühle? Ich bin ja ganz bewippst und wie sehr noch, bleibt der Regen aus, bin ich doch Regenmacher und kann es in mir regnen lassen.

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