"We are, who we are, because of what we learn and what we remember."

Mittwoch, 4. Juli 2012

Die Legende von Zuben-el-schemali

Es war ein Mal vor langer Zeit, da die Götter sich zusammen taten um dem Ruf zu folgen, den sie gehört hatten, denn da war einer unter ihnen, der sich auf ein Schiff begab und mit reichen Schätzen heimkehren sollte. Sein Name war Antares und er war in der Waage geboren. Aufdass er wohlbehalten von seiner Reise zurück fände, sprachen die Götter zu ihm: „Antares, sieh zum Himmel! Der hellste Stern der Waage, er soll dir den Weg nach Hause weisen.“ Antares jedoch antwortete: „Der hellste Stern leuchtet am Himmel meines Herzens. Er wird mir den Weg weisen.“ Seine Frau Sophia begann zu weinen, denn sie verstand seine Worte. Das Volk jubelte und preiste ihn für seine Weisheit und seinen Mut. Sie versprachen ihm ein Festmahl für seine Rückkehr. Antares sprach nicht mehr. Er blickte von dem Podest, von dem aus er vom hohen Rat verabschiedet wurde, auf die Menschen hinab. In ihren Gesichtern stand so viel geschrieben. Er sah in ihre Herzen und alles war ihm voller Farben. Sein Blick war verträumt, als er sah, wie sich die Empfindungen vermischten. Die dort hoffen auf mich, jene bangen um mich, in der Ferne recken sie die Köpfe um einen letzten Blick auf mich zu werfen. Sie wissen es ohne es zu wissen, dass sie mich nicht wiedersehen werden und doch wie werde ich die bevorstehenden Stürme überstehen, eben weil sie sich ihres Wissens nicht bewusst sind. Ihr Gläubigen, eure Hoffnung auf mich wird mir Nahrung sein für etliche Jahrtausende. Ach, mein Herz, sauge nur diese Liebe in dich auf, die dir Männer, Frauen und Kinder entgegen bringen. Sie wünschen dir Glück und ersehen dich zu berühren, aufdass ihr Wunsch in dich übergehe. Sie meinen zu scheitern, doch wie sehr bin ich berührt durch diesen Anblick. Da kam eine Brise auf und trocknete seine Tränen.
„Antares, die Segel sind gehisst!“ rief einer seiner Kameraden. „Nun gut, lasst mich noch ein paar Worte des Abschieds an meine Brüder und Schwestern richten: „Ein Abschied sollte nicht kurz ausfallen, doch wir haben ausgiebig gefeiert und in keinem von euch ward das Böse für eine ganze Nacht! Jetzt ist es an der Zeit, dass ich von euch gehe, doch ihr könnt das Kommen der Erlösung in großer Vorfreude erwarten, denn wenn ich zurückkehre, wird die Ernte groß sein. Weint nicht um meinetwillen, sondern erwartet meine Rückkehr. Da brach ein Jubel aus und die Menschen lagen sich in den Armen, ganz so als sei Antares gerade im Moment seines von ihnen gehens schon wieder bei ihnen angekommen. Antares lachte und weinte ausgelassen, während er seinen Weg zum Hafen antrat um mit seinem Schiff in See zu stechen. Es trug den Namen Maiblume, da seine Reise am ersten des fünften Monats beginnen sollte. Die Menschen begleiteten ihn zum Ufer mit lauten Gesängen und viel Musik, doch seine Frau Sophia wartete reglos vor der Planke, die ihr Mann daran war zu überqueren. Sie bemühte sich ihn so fröhlich zu verabschieden wie die anderen, doch als er sie an sich drückte, spürte er ihren Schmerz wie einen Stachel. Ihm war als liefe alles Blut aus seinem Herzen, so tief war die Wunde in Sophias Brust. „Du, meine Schönste, du weine um mich und deine Tränen werden zu Gold werden.“ Zum Abschied legte er ihr ein Amulett um und sprach: „Als Zeichen meiner ewigen Liebe, schenke ich dir diese Kette, die mich für alle Ewigkeit an dich binden soll. Sie zeigt ein doppeltes E, denn in meinem Fortgehen wird auch deine Liebe ewig währen. Eines Tages werde nicht ich zurückkehren, sondern du selbst und wirst meine Zeugin sein, dass ich wahrlich zurückgekehrt bin, in dir. Die vier Farben stehen für die vier Elemente. Das Grün ist die Luft, sie steht für das Leben, das Violett ist das Wasser, es steht für die Vergebung, das Gelb ist die Erde, sie steht für die Unvergänglichkeit und das Weiß ist das Feuer, es steht für den Tod. Es wird eine Zeit kommen, da wird das Feuer ein Leben auslöschen, und einen Wüstenplanet hinterlassen, doch ich bin Antares, der Gott der Vergebung, und ich werde dich einlassen in das Haus meines Vaters inmitten des sechsten Monats, drei Tage nach dem neuen Mond. An dem Tag werde wir eingehen in die Unendlichkeit, wenn du einkehrst, in das Himmelreich.
Du wirst als Engel wandern auf Erden, bis dich die Liebe ergreift und dich vermenschlicht. Am Tag der Unabhängigkeit wird dich mein Schriftführer gebären.

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