"We are, who we are, because of what we learn and what we remember."

Montag, 2. Juli 2012

Ohne Papa wär' ich nicht


Wie ist mir jetzt kein Moment mehr verloren, 
da ich überall und allezeit wachsam bin 
oder mich eben verliere in meiner Sehnsucht.
Bin ich im Träumen nicht wacher 
als all die Eilenden, die meinen zu wachen? 
Welch Müdigkeit liegt in ihrer Eile, 
welch Trägheit in ihrer Hetzerei.
Beiweilen durchfährt ein Zucken ihre Körper,
und in ihren ruckartigen Bewegungen
wirken sie so losgelöst von sich selbst, 
sind steif und ganz ohne Geschmeidigkeit. 
Ich will schlendern und schlurfen wie die Kinder 
und Steinchen vor mir her schießen, 
immer nur ein paar Meter vor mich hin. 
Weiter soll mein Blick nicht gehen.
Ich will auch in die Ferne sehen, 
dann und wann, aber ich will sie nicht fürchten. 
Sie soll mir sich nicht auftürmen wie ein Berg, 
der nicht zu bezwingen scheint. 
Ich will sie vor meinem inneren Auge ranholen 
und in sie eintauchen,
in sie versinken um ihr dann 
ein "Auf Wiedersehen" zuzuwinken
im Annehmen, dass sie mir Ferne bleibe,
ich jedoch ganz ohne Zweifel bin, 
mich ihr zu nähern mit jedem Schritt, 
den ich in ihre Richtung tue. 
Ich seh sie gerne an,
aber auch den Mann und die Frau, 
die jetzt neben mir wandeln. 
Wie gern hab ich alles was mir fern, 
doch wie wahr ist alles was mir nah! 
Ich beobachte Leben, mit denen ich mich identifizieren kann.
Es deckt sich mit meinem Träumen von jener Ferne, in die ich blicke. 
Der Regisseur in mir schickt mich dahin, 
aber ich solle nicht rennen 
und an der Bahnsteigkante schön vorsichtig sein.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen