"We are, who we are, because of what we learn and what we remember."

Freitag, 13. Juli 2012

Wie ich die Wahrheit in einem leeren Blatt fand

Ein unbeschriebenes Blatt, wie schön! Trägt es nicht mehr Wahrheit, als wenn ich es nun mit Worte fülle? Ach Wort, manchmal ist's mir als habest du einen Mord an mir begangen, oder bin ich es der ihn jedes Mal begeht, wenn ich dich mir zu eigen mache? Wer von uns stirbt mit seinem Sichtbarwerden, du oder ich? Es ist wie ein täglicher Suizid, nach dem ich süchtig geworden bin, doch seit ein paar Tagen, ist mir als wollte ich plötzlich diese Sucht nicht mehr, als sei es nur etwas was ich brauche um mir die Sehnsucht erträglicher zu machen. Da bestätigt sich der Sehnsucht Notwendigkeit für das Füllen von Zeilen, doch ich will mich umkehren! Ich will nicht, dass das Leid Voraussetzung für das ist, was ich zu lieben gelernt habe. Wie war mir der innere Friede, den ich meinte zu empfinden, stets etwas Zukünftiges, daher auch die Rechnerei! Ich musste rechnen um mir den Glauben daran zu bewahren, dass alles so kommen würde wie geplant, wie gehofft um die Überzeugung bestätigt zu sehen, dass ich mir meine Welt in der Tat bestimmen könne. Dieser Ausflug ins Grüne ist aber doch ein gutes Zeichen für eine intensive Verbesserung meiner Umgangsweise mit Gefühlszuständen, die mich geradewegs in den altbekannten Trott der Untätigkeit zurückführen, dem ich wie nichts anderes zu entfliehen suche. Aber dann, was ist mit dem Weisen, der in der Sonne liegt und schläft? Was kümmert mich nach all diesen Wochen des Erlebens, ein Tag, der verloren scheint?

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