Verzeih mir, dass ich mich nicht kann stürzen in dieses Treiben. Die Erschöpfung ist zu groß...ich kann mich nicht halten, als sei alles Strömung. Und wie fließt es aus mir heraus, nicht nur wenn ich zum Stift oder Pinsel greife, sondern noch viel mehr, wenn ich eben nichts in Händen halte und lebe, anstatt mir mein Leben aufzuschreiben oder auf Leinwand zu malen, als sei es ein Buch oder Gemälde. Wie reißen mich die Schnellen mit sich ohn Unterlass, nicht nur heute wieder, da ich mich an nichts klammern kann, als Hölzchen und Papier, wie viel gewaltiger brechen die Wellen über mir zusammen in unserem Beisammensein. Mir ist's wie ein Ertrinken! Treiben wir denn zusammen? Oder ward unser voneinander fließen schon mit den ersten Tränen besiegelt, die mir über die Wangen liefen? Ward die Entscheidung nicht gar mit unserem Sich treiben lassen getroffen? Ich bin jetzt Wasser und du...siehst du schon Land? Bist du noch Holz oder schon hinweg gespült auf die Erde? Ich reiße dich mit, wenn du es willst, doch wisse gleichwohl...durch diesen Kopfsprung bin ich zum Wassermann geworden. Wie hätte ich ihn nicht gewagt ohne dein mich bei der Hand halten. Ich kann dir nicht genug danken! Wie hast du mich zu meinem Element geführt! Ich weiß jetzt...Ich bin Wasser und will es bleiben. Weißt du um dein Holzsein und treibst mit verschlossenenen Augen, voll Vertrauen, so wie im Einvernehmen beschlossen? Ob wir stranden, ich kann es nicht wissen und will es nicht berechnen, ob meine Welt Atlantis bleibt, oder die Evolution ihren Lauf nimmt, liegt nicht in meinen Händen und ich will nicht länger alles nach meinem Willen lenken, sondern dem Leben vertrauen, dass alles so zusammenfließt, bis das Wasser zu Blute wird. Ach, lass kein Blut mehr fließen...lass es Met sein...süßer Honigwein!
Verzeih mir nicht, wenn du Angst hast, oder entscheide dich für das "oder", von dem ich nicht vermag zu sagen, was sich dahinter verbirgt. Du hast es verdient auf ruhigen Wogen dem Horizont entgegen zu gleiten und den Sonnenaufgang zu erwarten, doch siehe...auf meinem Erdenrund will es Abend werden! Mir ist's schön nicht immer weiszusagen und hell zu sehen, war ich ja so ganz verblendet in den vergangenen Jahren. Jetzt, da in mir der Mond aufgeht, bin ich im Erwachen und wie süchtig werd ich da nach diesem Leben, dass ich oft gar nicht mehr ruhen möcht', sondern immerzu erleben! erleben! Doch wie bin ich da entmenschlicht und verwandle mich inmitten des Mondes Schein zum Drachen. Dabei bin ich doch Schwein! Wie kann ich es bleiben, wenn ich im Treiben bin? Gehöre ich denn nicht aufs Land und brauch Boden unter meinen Hufen? Ach, und wieder...die Angst! Es ist die Angst! Immer wieder und wieder. Sie türmt sich vor mir auf wie ein Berg, der nicht zu bezwingen scheint, doch siehe...wie viel an Wegesstrecke haben wir zurückgelegt. Von hier kann man ja gar ins Tale blicken! Sieh nur, wie dort unten alles erblüht! Wir sollten öfter mal inne halten und uns des Anblickes erfreuen. Ich leih dir meine Augen, wenn du es verschwommen siehst. Sie sehen alles so klar...manch einer möchte sagen, es handle sich um ein Land vor unserer Zeit, mir ist es eine neue Welt, als liefen wir dem was hinter uns liegt nicht davon, sondern steuern geradewegs darauf zu. Jetzt ist es nicht mehr weit! Ich will mich nicht mehr fürchten und will weiter ziehen in die Fremde. Mit dir hab ich Indien betreten...wie gern möcht ich weiter auf Wanderschaft gehen. Lass uns doch wandern! Meilenweit sind die Pfade, die sich vor uns erstrecken...und alles ist voller Rankenpflanzen!
Lass uns das "oder" wählen...lass uns Angst haben und ihr trotzen. Lass uns wandern und wissen, wir sind nicht allein!
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