Hast du gehofft, hast du gehasst?
Hast du geweint, hast du gelacht?
Hattest du Mut und hast dir beizeiten ein Herz
gefasst?
Warst du voller Wut und hast mit Türen
geknallt?
Oder bist du im Winter einsam umher
geirrt
durch dunkle Straße und den
schneebedeckten Wald?
Warst du mehr Mensch oder Tier,
warst du Jungfrau oder Stier?
Oder mehr wie ein Kind,
das immerzu friert?
Hast du dich selbst verloren im Sehnen?
Hast du wenig gewusst und musstest oft gähnen?
Warst du wie ein läuf'ger Rüde
oder mehr des
Lebens müde,
Was immer du getan, fortan sollst du wissen,
wenn ich dir
einen Kuss auf deine Lippen drücke,
so bist du auserkoren.
Du bist der menschgewordene Sohn,
du bist ein Spion und schwebst auf
unsichtbarem Thron.
Ob Büffel und oder Schimmel
Du bist alles. Du bist der Himmel!
Du bist der Mond, du bist die Sterne
drum kann ich dich sehen, auch aus der
Ferne,
Ach, was hab ich dich gerne,
wenn mir dein Licht leuchtet in
finsterer Nacht.
Sei dir gewiss, solang ich dich so
vermissen kann
werde ich Wacht halten und über dich
walten.
Du bist die Sonne und der Wind,
meine größte Wonne, mein Leib und
Blut, mein eigen Kind.
Du bist der Skorpion
und doch kein Ungeheuer,
sondern König und gibst Acht;
in dir brennt ein Feuer,
das alles entfacht.
Alles ist erleuchtet, wenn du erwachst,
sei nicht länger schwach,
ich wieg mich in deinen Armen
und lass mich tragen, wenn sich mir der
Magen umdreht vor Übelkeit.
Jetzt ist der Weg nicht mehr weit,
bald schon wird uns allen die rasende
Zeit
zur immerwährenden Ewigkeit.
Dann ist das Omega da
und eine neue Zeitrechnung beginnt.
Im neuen Jahr werden wir wieder Alpha.
Ich bin der Wind
und ihr seid die Steine.
Ich stoß euch an und bring euch ins
Rollen
Dann seid ihr im Vergessen
und alles wird stille
und siehe wie ich alles umdrehe, nur
indem ich sag: mein Wille geschehe!
Wenn ich daran glauben kann
dann verderben die Trauben
und werden zum Wein,
denn im Verderben liegt der Schlüssel.
Nur durch den bösen Keim
kann das Gute sein.
Drum sollst du fröhlich werden,
und mit den Herden durch die Lande
ziehen
sind wir doch Gärtner und pflanzen
Liebe ein.
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