Ich kann es nicht fassen: selbst die Liebe ist mit Kummer verbunden. Etliche Stunden hab' ich nun schon damit verbracht an ihr zu verzweifeln. Sie besitzt eine so große Macht, dass sie einen zu lähmen vermag und obgleich man um seine Unschuld weiß, beginnt man schnell sich für seine Untätigkeit zu schämen. Da, es wird schon wieder hell, doch ich kann einfach nicht aufhören mich zu grämen. Einst konnte die Liebe mich nicht genug betören, und nun? Betrug! Betrug! schreit mein zornig Herz. Die Liebe ist dornig wie die wildesten Rosen, oder ist es gar meine eigene Seele, an der ich mich ständig blutig steche? Ich will nicht mehr darüber nachdenken wie ich mich an ihr räche, sondern die Gründe für mein Leiden in mir selber suchen. Ich will Francis nicht länger kränken und sie verwirren, sonst wird die zerbrechliche Liebe zerschellen und das Klirren der Scherben in Schallwellen in meinen Ohren widerhallen. Drum will ich schwören damit aufzuhören mir so viele Sorgen und Gedanken zu machen, will nicht mehr weinen, sondern lachen, es richtig mit ihr krachen lassen, mir ein Herz fassen und ihr sagen wie wichtig sie für mich ist. Ich will ihr beweisen wie ernst es mir mir ihr ist, anstatt mich ständig zu fragen, Wieso und Warum? Ach, wie dumm ich manchmal bin, was ich red' macht keinen Sinn, sie soll nicht denken, dass ich spinn', auch wenn ich oft so seltsam bin, dass man kaum drum rum kommt das zu denken. Ja ich weiß, ich dreh mich immer nur im Kreis, was mit Sicherheit nicht heißt, dass ich das mit ihr nicht will; bald schon steht die Schaukel still und alle Schwindel sind vorüber. Hoch und heilig will ich versprechen, so stürmisch wirds nicht weitergehen. Alle Mauern werd' ich durchbrechen, sie dahinter vor mir sehen und dann ganz plötzlich auch verstehen: Das hier ist die Wirklichkeit! Noch ist es zwar nicht soweit, dass ich sagen könnt’, ich sei bereit mich fallen zu lassen, nur was ich brauch ist noch ein wenig Zeit, denn mittlerweile bin ich mein ständ’ges Grübeln selber leid. Wir sollten nicht denken wir seien in Eile, ich brauch zwar wirklich keine Pause und würd' ohne mich zu streuben eine ganze Meile mit ihr gehen, sie danach wieder nach Hause bringen, ihre Hand halten und mit ihr ein Liedchen singen. Es ist absolut nicht fair, ich mach ihr und mir das Leben schwer, dabei mag ich sie so sehr, ja sogar noch viel, viel mehr, als Worte es beschreiben könnten. Doch die große, weiße Pforte türmt sich in der Ferne auf. Gott hilf mir, dass ich lerne mich zunehmen wie ich bin. Ich will von nun an ihr vertrauen und dem blauen Himmel glauben, meine Augen mal entstauben, damit sie sehen, dass nicht einmal ein Wölkchen den Tag verdunkelt auch wenn mein Kopf oft wirres Zeug munkelt und versucht mich zu zerstreuen, so will ich nicht zuhören, will mich freuen über das Gefühl von purem Glück, das ihren schönen Namen trägt. Meinst du das legt sich mit der Zeit? Meinst du ich kann mein Herz dazu bewegen jeden Zweifel, den es gegen mich hegt abzulegen und einzustellen? Oder werden meine Tränen weiterhin aus meinen Augenhöhlen quellen, sodass mir die klare Sicht verschwimmt und mit ihr jeglicher Verstand? Du bist mir doch seelenverwandt. Weißt du keinen Rat, der mir weitere Qualen dieser Art erspart? Bitte bemüh dich mir beiseite zu stehen geleite mich auf den richtigen Weg.
Gott, segne dich!
Dein Gustave
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