"We are, who we are, because of what we learn and what we remember."

Donnerstag, 5. Juli 2012

Der Phönix

Bin ich anders, wenn ich einer bin, der sich die Tage und Wochen nach einiger Zeit der Reflexion gegenwärtig macht und dabei den Fokus eben nicht allzu sehr auf die Geschehnisse richtet, sondern beim Notieren viel mehr berücksichtigt, inwieweit sein Herz an dem gewachsen ist, was sein Verstand bis dabei verarbeiten konnte? Bin ich anders, wenn ich von meinen Empfindungen schreibe als seien sie so greifbar wie für andere eben diese abiträren Zeichen wie Tisch oder Baum? Nichts scheint mir realer als ein Gefühl und doch scheint mir selbst dieses Wort wieder nicht das zu bezeichnen, was mir daran so besonders ist. Ich höre die Menschen reden von Gefühlen des Glücks und der Liebe, doch decken sich ihre Erzählungen nicht mit dem was ich meine wie mit einer Hand des Fassens fähig zu sein (was ich vermag zu fassen wie mit einer Hand), obschon es doch so unfassbar sei, wie alle meinen. Ich liebe, ich es kann noch nicht fassen, höre ich die Menschen reden, und ich frag mich, aber wann? Redet ihr denn einfach so, weil man es eben so sagt? Ihr sagt noch nicht, als seid ihr fest entschlossen (der Überzeugung), dass es bald soweit sei. Hört ihr denn auf mit dem Fassenwollen? Ach, ist das nicht die größte Einsamkeit, die einer empfinden kann, wenn er nichts will außer das zu fassen was unfassbar scheint und keinen um sich herum wähnt, dem es eben so geht.
Wie war mir meine Jugend durchzogen mit diesem Gefühl, was mir so viel zerreißender war als das was meine Mitmenschen damit assoziieren, und wie spür ich es immer noch nach, wenn ich mir ins Gedächtnis rufe, wie viel Tränen geflossen sind aus Angst eben dieses Fassens unfähig zu sein ob meiner Menschlichkeit.
Doch wenn ich die Tränen in meinen Handflächen auffing, so wurden sie mir zu etwas Unfassbarem und kamen dem gleich was die Menschen für ein Gefühl halten...ach, ihr Hoffnugslosen. Die deutsche Sprache, wie ist sie voller Gegensätze und mir darum so schön, denn wer etwas für etwas hält, der sieht doch nur die Welt im Spiegelbild. Wer fällt, steigt empor! So ist's richtig herum. Ich höre die Menschen reden sie wollen aufsteigen und bezeichnen ihren Weg als Karriereleiter, wer aber will heut' noch der Phoenix sein, der sich von den Toten erhebt, sich in die Lüfte begibt und steigt, ganz ohne Leiter, allein mit der Kraft seiner eigenen Flügel?

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