Bin ich anders, wenn ich einer bin, der
sich die Tage und Wochen nach einiger Zeit der Reflexion gegenwärtig
macht und dabei den Fokus eben nicht allzu sehr auf die Geschehnisse
richtet, sondern beim Notieren viel mehr berücksichtigt, inwieweit
sein Herz an dem gewachsen ist, was sein Verstand bis dabei
verarbeiten konnte? Bin ich anders, wenn ich von meinen Empfindungen
schreibe als seien sie so greifbar wie für andere eben diese
abiträren Zeichen wie Tisch oder Baum? Nichts scheint mir realer als
ein Gefühl und doch scheint mir selbst dieses Wort wieder nicht das
zu bezeichnen, was mir daran so besonders ist. Ich höre die Menschen
reden von Gefühlen des Glücks und der Liebe, doch decken sich ihre
Erzählungen nicht mit dem was ich meine wie mit einer Hand des
Fassens fähig zu sein (was ich vermag zu fassen wie mit einer Hand),
obschon es doch so unfassbar sei, wie alle meinen. Ich liebe, ich es
kann noch nicht fassen, höre ich die Menschen reden, und ich frag
mich, aber wann? Redet ihr denn einfach so, weil man es eben so sagt?
Ihr sagt noch nicht, als seid ihr fest entschlossen (der
Überzeugung), dass es bald soweit sei. Hört ihr denn auf mit dem
Fassenwollen? Ach, ist das nicht die größte Einsamkeit, die einer
empfinden kann, wenn er nichts will außer das zu fassen was
unfassbar scheint und keinen um sich herum wähnt, dem es eben so
geht.
Wie war mir meine Jugend durchzogen mit
diesem Gefühl, was mir so viel zerreißender war als das was meine
Mitmenschen damit assoziieren, und wie spür ich es immer noch nach,
wenn ich mir ins Gedächtnis rufe, wie viel Tränen geflossen sind
aus Angst eben dieses Fassens unfähig zu sein ob meiner
Menschlichkeit.
Doch wenn ich die Tränen in meinen
Handflächen auffing, so wurden sie mir zu etwas Unfassbarem und
kamen dem gleich was die Menschen für ein Gefühl halten...ach, ihr
Hoffnugslosen. Die deutsche Sprache, wie ist sie voller Gegensätze
und mir darum so schön, denn wer etwas für etwas hält, der sieht
doch nur die Welt im Spiegelbild. Wer fällt, steigt empor! So ist's
richtig herum. Ich höre die Menschen reden sie wollen aufsteigen und
bezeichnen ihren Weg als Karriereleiter, wer aber will heut' noch der
Phoenix sein, der sich von den Toten erhebt, sich in die Lüfte
begibt und steigt, ganz ohne Leiter, allein mit der Kraft seiner
eigenen Flügel?
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